Formel 1

    Formel 1: Cadillac lernt die ersten «schmerzhaften Lektionen»

    Mathias Kainz
    Mathias Kainz

    Japan,

    Cadillac hat seine ersten Rennwochenenden in der Formel 1 überstanden. Weicht die anfängliche Euphorie nun der Realität als Hinterbänkler?

    Cadillac Formel 1
    Cadillac ist 2026 neu in der Formel 1 mit dabei. - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Cadillac schlägt sich in seiner ersten Formel-1-Saison bislang achtbar.
    • Die Autos des neuen US-Rennstalls sehen bei sechs Starts viermal die Zielflagge.
    • Teamchef Graeme Lowdon sieht darin nun auch eine Verschiebung der eigenen Ansprüche.

    Auf dem Papier ist Cadillac in seiner Premieren-Saison in der Formel 1 durchaus respektabel gestartet: Als brandneues Team hat sich der US-Rennstall bei seinen ersten beiden Rennauftritten achtbar geschlagen. Valtteri Bottas schlug im China-Grand-Prix mit Haas-Pilot Esteban Ocon sogar einen Konkurrenten aus einem etablierten Team.

    Was traust du Cadillac im ersten Jahr in der Formel 1 zu?

    Und auch ein Blick auf die Rundenzeiten macht einen starken Eindruck: In Gefahr, an der 107-Prozent-Hürde im Qualifying zu scheitern, war Cadillac nie. Und auch die Standfestigkeit – für neue Teams oft die grösste Hürde – hat man bislang im Griff: Bei sechs Starts – zwei Grands Prix und ein Sprint – sah Cadillac viermal die Zielflagge.

    Cadillac Formel 1
    Cadillac schlägt sich in der Formel 1 in seiner Debüt-Saison bisher achtbar. - keystone

    Also alles in Butter beim Grand-Prix-Neuling aus den USA? Nein – denn der Anspruch des Milliarden-Projekts «Cadillac F1 Team» ist nicht, dem Feld hinterherzufahren. Die erste Hürde ist genommen, die ersten Zielankünfte sind geschafft. Jetzt geht es darum, Schritt für Schritt die Lücke zum Feld zu schliessen.

    «Schmerzhafte Lektionen» in der Formel 1

    Das weiss auch Teamchef Graeme Lowdon, der sich gegenüber «The Race» bodenständig zeigt. «Wir müssen realistisch sein, was die Schwierigkeiten angeht», so der Formel-1-Veteran. «Aber es ist wirklich ermutigend. Unsere Ziele haben sich von der blossen Zielankunft bereits zum Racing gegen andere Teams verschoben.»

    Graeme Lowdon Formel 1
    Graeme Lowdon ist Teamchef von Cadillac in der Formel 1. - keystone

    Damit sei man deutlich vor dem eigenen Zeitplan, so Lowdon. Und gleichzeitig habe man auch gemerkt, in wie vielen Bereichen es noch Luft nach oben gibt. «Jedes neue Team muss unglaublich viele Lektionen lernen. Und das sind schmerzhafte Lektionen, die jedes einzelne Team in der Formel 1 durchlaufen hat.»

    «Müssen auf solidem Fundament aufbauen»

    Dabei gehe es um Kleinigkeiten, erklärt der Cadillac-Teamchef. «Wir müssen Systeme und Abläufe einem Stresstest unterziehen – das lässt sich nicht beschleunigen. Man kann das auch nicht einfach von einem anderen Team übernehmen. Wir müssen diesen Lernprozess durchlaufen – bei einem neuen Team ist das besonders deutlich sichtbar.»

    Cadillac Formel 1
    Die gute Nachricht: Cadillac fährt in der Formel 1 als Neuling nicht hoffnungslos hinterher. - keystone

    «Wir haken alle diese Meilensteine effektiv ab – das zeigt, dass wir eine wirklich solide Basis haben. Jetzt verschiebt sich die Herausforderung für uns», so Lowdon. «Wir haben ein solides Fundament, jetzt liegt es an uns, darauf aufzubauen. Und das erfordert einfach viel harte Arbeit», meint der Teamchef.

    Kommentare

    User #4293 (nicht angemeldet)

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