Ferrari im Formtief – Bruch zwischen Hamilton und Teamchef Vasseur?
Die Titel-Ambitionen von Ferrari sind einmal mehr wie ein rotes Kartenhaus in sich zusammengefallen. In Italien gehen Gerüchte von einem internen Zwist um.

Das Wichtigste in Kürze
- Die Titel-Ambitionen von Lewis Hamilton und Ferrari sind in den letzten Rennen zunehmend verpufft.
- Die Scuderia hinkt vor allem in Sachen Motorleistung hinterher – aber auch an der Boxenmauer.
- Lewis Hamilton soll Änderungen fordern. Hat er das Vertrauen in Teamchef Fred Vasseur verloren?
Am Saisonbeginn liess Lewis Hamilton die Tifosi von einem Roten Wunder träumen: Der Rekordweltmeister hievte sich und Ferrari in den Kampf um den WM-Titel. Spätestens mit seinem Scuderia-Premierensieg in Spanien meldete der siebenfache Champion ernsthafte Ansprüche auf Titel Nummer 8 an.
Seither ist viel Wasser den Tiber hinuntergeflossen – und die Welt in Italien, insbesondere in Maranello, ist eine andere. Seit dem Ungarn-GP ist Ferrari nur noch die viertstärkste Kraft: Mercedes holte mehr als doppelt so viele Zähler wie die Scuderia. Auch McLaren und sogar das dezimierte Red Bull punkteten fleissiger.

Das Resultat ist ein für die Tifosi mittlerweile altbekanntes: Eine scheinbare Titel-Attacke fällt im Lauf der Saison in sich zusammen. Der WM-Titel ist in Maranello kein Thema mehr, 101 Punkte liegt Lewis Hamilton bereits hinter Kimi Antonelli zurück. Weltmeister Lando Norris dürfte ihn zeitnah von Rang drei verdrängen.
Ferrari hinkt vor allem beim Motor hinterher
Die grosse Schwäche der Scuderia ist ausgerechnet die Antriebseinheit: In Sachen reine Motorleistung liegt man deutlich hinter Mercedes und auch hinter Red Bull zurück. Die ADUO-Motoren-Upgrades, zuletzt in Monza in zweiter Ausbaustufe eingesetzt, haben die Lücke nicht geschlossen.

Im Vergleich dazu bringt Mercedes sein grosses Motoren-Entwicklungspaket zum kommenden Rennen nach Baku in knapp zwei Wochen. Auf der Hochgeschwindigkeits-Strecke in Aserbaidschan dürften die Silberpfeile wie schon in Monza unantastbar sein.
Beziehung zwischen Hamilton und Vasseur belastet?
Die traurige Realität ist, dass Ferrari das Warten auf den Fahrer-WM-Titel auf 20 Jahre ausdehnen wird: 2007 holte Kimi Räikkönen den grössten Pokal letztmals nach Maranello. Die lange Durststrecke, die zweitlängste seit den 21 Jahren zwischen 1979 und 2000, bringt auch interne Unruhen mit sich.

Gemäss «Corriere della Sera» ist vor allem Lewis Hamilton mit den Entscheidungsträgern bei Ferrari unglücklich. Der Brite soll gefordert haben, «einige Schlüsselpositionen im Rennbetrieb» neu zu besetzen. Konkret gemeint soll Strategie-Chef Ravin Jain sein. Aber auch die Beziehung des Briten zu Teamchef Fred Vasseur habe unter den Enttäuschungen der letzten Monate gelitten …
















