Talk: FCL-Trainer: Magnin oder Renggli – Letzte YB-Chance in Basel
Die Nati verliert ein Test-Spektakel gegen Deutschland – jetzt wartet Norwegen. Am Samstag kommt es zum Kracher FCB gegen YB. Willkommen beim Fussball-Talk.

Das Wichtigste in Kürze
- Nach dem 3:4 gegen Deutschland testet die Nati am Dienstag auswärts gegen Norwegen.
- Am Samstag kämpft YB gegen den FC Basel um den Anschluss an die Top 3.
- Der FCL verlängert nicht mit Mario Frick: Wer wird neuer Trainer?
- Sportchef Christoph Böhlen und Fussball-Chefreporter Mischi Wettstein im Gespräch.
Nau.ch: Blicken wir nochmal zurück auf das 3:4-Spektakel der Nati gegen Deutschland. Mischi, du hast in deiner «Nachspielzeit» gesagt, dass die ganz grossen Erkenntnisse ausgeblieben sind?
Mischi Wettstein: Das stimmt – aber ich bin ja auch nicht der Nati-Trainer und brauche darum auch keine. Ich bin mir absolut sicher, dass Muri seine Erkenntnisse aus diesem Spiel gezogen hat. Sonst wäre er nicht so vorgegangen und hätte nicht so viel gewechselt und ausprobiert.

Christoph Böhlen: Dazu sind doch solche Spiele da? Es ist Anfang WM-Jahr, der Nati-Trainer muss herausfinden, wen er in die USA mitnimmt und wen nicht. Die Stammelf der Nati ist ja sowieso mehr oder weniger fix, wenn alle gesund bleiben. Aber natürlich gibt es wie immer viele, die es besser wissen wollen.
Mischi Wettstein: Das ist ja das Schöne bei Länderspielen: Wir haben immer Abertausende Nati-Coaches. Zum Glück haben wir mit Murat Yakin nur einen offiziellen – und an den glaube ich mehr, als an das Buch mit den zehn Geboten.
Das Spiel gegen die DFB-Elf hat gezeigt: Noch nicht alle Nati-Spieler sind in WM-Form. Einige haben gemerkt, warum sie nicht in die ersten Elf gehören. Testspiele sind, wie der Name sagt, zum Testen da. Trotzdem hätte es mich nicht gestört, wenn wir nicht verloren hätten. Mir ist das Fazit zu diesem Spiel gesamthaft zu positiv ausgefallen.

Christoph Böhlen: Warum denn das? Die Nati hat sich gegen ein sehr starkes Team gut verkauft. Schliesslich haben wir länger nicht mehr gegen ein solches Kaliber gespielt. Ich war mit dem Auftritt durchaus zufrieden – schliesslich muss jetzt noch keiner in WM-Form sein.
Mischi Wettstein: Genau das meine ich, Böhli: Sogar die Deutschen gingen mit ihrem Team härter ins Gericht – und die haben immerhin gewonnen. Da wurden Abwehrchef Schlotterbeck und Goalie Baumann ziemlich heftig kritisiert und Sane an den Pranger gestellt.
Wo ich dir aber recht gebe: Jetzt muss noch niemand in WM-Form sein. Zumal die Startaufstellung von Basel ja als fast gesetzt gilt. Ich habe jedenfalls niemanden gesehen, der sich unwiderstehlich aufgedrängt hat. Morgen gibt es in Norwegen eine weitere Chance.
Christoph Böhlen: Gutes Stichwort, Mischi: Was erwartest du von dem Test gegen Erling Haaland und seine Norweger? Das ist auch keine schlechte Mannschaft.
Mischi Wettstein: Du weisst doch auch, dass die Norweger alle ihre Quali-Spiele gewonnen haben. Also gehen wir entspannt in diese Partie und erwarten mal nicht gleich einen Sieg. Mich kann unsere Nati nur positiv überraschen.

Christoph Böhlen: Doch, das weiss ich! Aber am Freitag ist das Team mit einer Niederlage gegen Holland ins WM-Jahr gestartet. Die Norweger sind also durchaus schlagbar.
Mischi Wettstein: Lassen wir sie doch einfach mal testen. Ich könnte auch mit einer «Wecker-Niederlage» leben. Denn dann wäre auch dem Hinterletzten bewusst, dass man noch zwei Schippen drauf legen muss.
Schliesslich will man die «beste WM aller Zeiten» zeigen – und das traue ich unserer Nati selbstverständlich zu. Dazu müssen alle an ihr Limit gehen und ihre beste Form an der WM abrufen.
Nau.ch: Dann wechseln wir in die Super League. Mischi, du hast dir am Osterwochenende den Kracher FCB-YB ausgesucht.
Mischi Wettstein: Das Spiel habe ich mir nicht ausgesucht – dieser Matchbesuch ist ja selbsterklärend! Ich freue mich auf diesen Kracher. Denn wenn ich beim Rechnen aufgepasst habe, ist das wohl die letzte Chance für YB im Rennen um Platz 3.
Verlieren deine Berner, haben sie neun Punkte Rückstand auf den FCB. Dann wird es wohl auch für das Seoane-Team zu kompliziert. Oder was meinst du, mein YB-Fan?

Christoph Böhlen: Vorneweg: Ich bin sicher, dass YB am Samstag in Basel nicht verlieren wird. Das Seoane-Team ist zuletzt deutlich stabiler aufgetreten, auch wenn noch nicht konstant über zwei Halbzeiten.
Aber in der Defensive hat man sich verbessert, Seoane hatte mit den Nicht-Nati-Spielern zwei Wochen Zeit, um zu arbeiten. Und YB hat mit Alvyn Sanches den besten Spieler der Liga in seinen Reihen. Ob es am Ende für Platz drei reicht, weiss ich nicht. Ich habe da sowieso eine spezielle Meinung dazu.
Mischi Wettstein: Vielleicht braucht es Rang 3 doch gar nicht? Wenn Lukas Görtler wie von mir angekündigt mit dem FCSG den Cup-Kübel holt, reicht auch Rang 4. Aber sag mir doch deine «spezielle» Meinung?
Christoph Böhlen: Losgelöst von den fehlenden Einnahmen: Vielleicht wäre es gar nicht so tragisch, wenn YB das europäische Geschäft für einmal verpassen würde. Einerseits könnte man sich für einmal mit vollem Fokus auf die nationalen Wettbewerbe konzentrieren.
Zudem hätte man die Möglichkeit, das Kader zu verschlanken und ein wenig «auszumisten». Wer nur wegen dem Europacup bei YB spielt, soll halt wieder gehen. Und mit dem Geld, das man für Alvyn Sanches einnehmen kann, werden die fehlenden Einkünfte sicher kompensiert.
Mischi Wettstein: Sei kein Hasenfuss, was meinst Du mit ausmisten? Ich höre gerne Namen!
Christoph Böhlen: Primär ist das die Aufgabe der sportlichen Leitung. Aber für zwei Wettbewerbe braucht es sicher weniger Spieler, als für drei. Da es sowieso einen neuen Innenverteidiger benötigt, müsste wohl einer gehen. Tanguy Zoukrou hat seine Chancen zum Beispiel nicht genutzt und spielte zuletzt kaum noch eine Rolle.

Bei den Aussenverteidigern hängt viel davon ab, ob Jaouen Hadjam nach seiner Verletzung bleibt oder nicht. Joel Monteiro wäre wohl auch mal bereit für den nächsten Schritt – nicht nur wegen seines Tores gegen Deutschland. Zu guter Letzt: Was passiert im Sturm? Die Option für Chris Bedia hat man bisher noch nicht gezogen.
Mischi Wettstein: Eine wilde Theorie... Ich wünsche mir dafür am Samstag wieder mal einen Gala-Auftritt von FCB-Captain Xherdan Shaqiri!
Nau.ch: A propos Shaqiri und FC Basel: Wer wird eigentlich im Sommer Nachfolger von Goalie Marwin Hitz?
Mischi Wettstein: Das ist ja ziemlich bekannt: FCB-Boss David Degen wünscht sich Yann Sommer. Aber ich wünsche mir ja auch dreimal im Jahr Weihnachten – also lassen wir das.
In der Poleposition ist Jonas Omlin, der aktuell leihweise bei Leverkusen auf der Bank sitzt. Für ihn wäre ein langjähriger Vertrag in Basel sicher reizvoll. Doch Jonas hat in Gladbach auch noch einen Vertrag bis 2027.
Klar ist auch: Für den Schweizer Keeper wird es auch Interessenten aus anderen Ligen geben. Beim FCB hätte er aber die Garantie auf einen Stammplatz, das wäre aus meiner Sicht ein überzeugendes Argument.
Christoph Böhlen: Und wenn es mit Omlin auch nicht klappt? Mirko Salvi wird ja kaum zur Nummer 1 befördert. Und den jungen Tim Spycher hat man an den FC Thun abgegeben.
Mischi Wettstein: Es gibt ja auch einen Goalie in der Super League, der beim FCB in den Junioren spielte und jetzt bei GC überzeugt – und das mit Basler Dialekt: Justin Hammel wird darum bestimmt auch auf der Liste bei den Bebbi stehen.

Ein Gedanke, den nicht alle auf dem Radar haben, dürfte auch der zukünftige Meistergoalie Niklas Steffen sein. Er hat sich zuletzt beim FC Thun ins Rampenlicht gespielt: Der Leader hat gemeinsam mit Sion am wenigsten Gegentore kassiert.
Es stellt sich aus Steffens Sicht aber einfach die Frage: Soll man nach einer guten Saison schon diesen Sprung wagen? Gemessen an den Leistungen muss er in Basel aber ein Kandidat sein.

Christoph Böhlen: Wäre ich der FCB, würde ich mich um zwei andere Keeper bemühen: Anthony Racioppi überzeugt beim FC Sion. Und beim FCL wäre Pascal Loretz bereit für einen nächsten Schritt. Letzterer dürfte auch bei FCB-Konkurrent YB auf dem Zettel stehen, wenn Marvin Keller den Club dereinst verlassen sollte.
Nau.ch: Wechseln wir von den beiden Schwergewichten in den Abstiegskampf.
Mischi Wettstein: Zurecht! Für einmal gilt unser Augenmerk der unteren Tabellenhälfte: Winterthur muss in Lausanne ran, GC empfängt den FC Sion. Und die Walliser wollen sich bei den Hoppers bestimmt für das bittere Cup-Aus revanchieren. Diese Cup-Schuld muss das Team bei «CC» und Barthélémy Constantin begleichen.
Christoph Böhlen: Also nach dem himmeltraurigen Auftritt beim 0:5 in Genf ist die Schuld von GC gegenüber den Fans wohl noch grösser... Ich frage mich: Verlieren die Hoppers jetzt auch das zweite Spiel unter Gernot Messner – muss Sportchef Alain Sutter dann erneut den Trainer wechseln?

Mischi Wettstein: Das müsste eine Überlegung sein, schliesslich wartet danach der erste «Abstiegskampf-Final» gegen Winterthur. Aber warten wir doch mal ab.
Ich bin nicht gut im Abgeben von Prognosen, das ist wie Würfeln. Aber da meine Sympathien bei Päti Rahmen und seinem FCW liegen, wünsche ich mir einen spannenden Saisonendspurt. Dafür braucht es einen Winti-Sieg in Lausanne. Aber aufgepasst: Die Waadtländer sehen aus, als wären sie in Kehraus-Stimmung. Das ist gefährlich, da kann man auch mal voll in Messer laufen.
Nau.ch: Oder die Waadtländer laufen selber ins Messer, wie zuletzt gegen den FC Luzern. Und zu den Innerschweizern wechseln wir gleich: Mischi, du hast es im letzten Talk schon angesprochen: Der FCL verlängert den Vertrag mit Mario Frick nicht. Wie geht es jetzt weiter?
Christoph Böhlen: Halt, da muss ich reingrätschen! Mischi, du hast doch schon letzte Woche gesagt, dass es mit U21-Trainer Michel Renggli nur einen Kandidaten für die Frick-Nachfolge geben kann?

Mischi Wettstein: Ich bin in den letzten Tagen nochmal intensiv über die Bücher gegangen. Es gibt aus meiner Sicht zwei Szenarien: Entscheidet man sich für einen Mann aus dem eigenen Nachwuchs, dann muss es Michel Renggli sein. Für jede andere Variante würde mir jegliches Verständnis fehlen.
Doch es gibt auch ein anderes Szenario: Sportchef Remo Meyer hat lange an Frick festgehalten. Darum kann ich mir vorstellen, dass es auch Gedanken gibt, das Risiko kleiner zu halten und auf einen gestanden, erfahrenen Trainer zu setzen. Eine Garantie gibt es auch bei einem gestandenen Trainer nicht. Aber will man auf einen erfahrenen Coach setzen, kann in Luzern nur einer in Frage kommen: Ludovic Magnin.

Christoph Böhlen: Also wenn du an Magnin denkst, darfst du auch meine Variante mit Uli Forte nicht vergessen. Er würde die nötige Routine auch mitbringen... Aber natürlich gebe ich dir recht, Magnin würde gut zum FCL passen.
Mischi Wettstein: Vor allem könnte Ludo in Luzern die Nestwärme erhalten, die ihm beim FCB sicher gefehlt hat. In den FCL-Überlegungen müssen Magnin und Renggli für die Varianten A oder B die erste Wahl sein.
Auch wenn es keine Garantie gibt, dass es auch so kommt. Ich würde nicht mein ganzes Geld darauf wetten – aber sicher das meiste. «Mister X» muss man zudem immer auf der Rechnung haben – aber in dem Fall nicht als oberste Priorität.
Christoph Böhlen: Wer weiss... Manchmal muss auch zum Glück gezwungen werden? Bayern-Ikone Uli Hoeness hat erst gerade verraten, dass Vincent Kompany erst Kandidat Nummer 5 war. Und jetzt ist er im Nachhinein das Beste, was dem Club passieren konnte.
Nau.ch: Zum Schluss: Was ist euch sonst noch aufgefallen?
Mischi Wettstein: Da möchte ich gleich gratulieren und meine Freude ausdrücken: Nati-Legende Alex Frei gewinnt sein erstes Spiel als U21-Natitrainer. Das 1:0 gegen die Färöer in Thun ist ein hartes Stück Arbeit. Mit dem erlösenden Tor von Joker Boteli beweist Alex dabei sein Joker-Händchen.
Mit einem Sieg am Dienstag gegen Estland kann sich das Team im Rennen um die EM-Quali wieder zurückmelden.
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Christoph Böhlen: Dass es ein Knorz-Sieg gegen die Färöer war, zeigt folgendes Video vom Ankick: Die Gäste hatten keinen Bock, in irgendeiner Form mitzuspielen... Da ging es für die U21 nur um den Sieg, alles andere darf man abhaken.

| Super League - Super League: Regular Season (30.03.2026) | Sp | S | N | U | Tore | Pkt | ||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. | ![]() | 31 | 23 | 6 | 2 | 72:35 | 71 | |
| 2. | ![]() | 31 | 16 | 7 | 8 | 60:37 | 56 | |
| 3. | ![]() | 31 | 15 | 9 | 7 | 47:39 | 52 | |
| 4. | ![]() | 31 | 14 | 8 | 9 | 48:38 | 51 | |
| 5. | ![]() | 31 | 11 | 7 | 13 | 44:35 | 46 | |
| 6. | ![]() | 31 | 13 | 11 | 7 | 61:56 | 46 | |
| 7. | ![]() | 31 | 10 | 12 | 9 | 62:56 | 39 | |
| 8. | ![]() | 31 | 8 | 11 | 12 | 53:56 | 36 | |
| 9. | ![]() | 31 | 9 | 13 | 9 | 45:53 | 36 | |
| 10. | ![]() | 31 | 10 | 17 | 4 | 44:60 | 34 | |
| 11. | ![]() | 31 | 5 | 17 | 9 | 38:61 | 24 | |
| 12. | ![]() | 31 | 4 | 20 | 7 | 34:82 | 19 | |
| Super League - Super League: Regular Season (30.03.2026) | Sp | Pkt | ||
|---|---|---|---|---|
| 1. | ![]() | 31 | 71 | |
| 2. | ![]() | 31 | 56 | |
| 3. | ![]() | 31 | 52 | |
| 4. | ![]() | 31 | 51 | |
| 5. | ![]() | 31 | 46 | |
| 6. | ![]() | 31 | 46 | |
| 7. | ![]() | 31 | 39 | |
| 8. | ![]() | 31 | 36 | |
| 9. | ![]() | 31 | 36 | |
| 10. | ![]() | 31 | 34 | |
| 11. | ![]() | 31 | 24 | |
| 12. | ![]() | 31 | 19 | |
























