Alte Kleider sollen in Bern vermehrt lokal verwertet werden
Der Berner Gemeinderat will prüfen, wie Alttextilien vermehrt lokal verwertet werden können. Er empfiehlt ein breit abgestütztes Postulat zur Annahme, wie aus seiner am Montag veröffentlichten Antwort hervorgeht.

In der Stadt Bern sammeln Tell-Tex und Texaid jährlich rund 415 Tonnen Altkleider. Schweizweit fallen laut Vorstoss 110'000 Tonnen an. Ein grosser Teil wird exportiert – teils bis in Länder des globalen Südens, wo es an der Infrastruktur für Recycling oder Entsorgung fehlt. Die Folge sind Umwelt- und Gesundheitsprobleme.
Diese Art der Kleiderverwertung werde auch als Abfallkolonialismus bezeichnet, heisst es im Postulat der Fraktionen GLP/EVP, GFL, SP/Juso, GB/JA, Mitte und AL/PdA/TIF. Mittlerweile gebe es auf lokaler Ebene Beispiele, die der Fast Fashion und dem Altkleider-Export den Kampf angesagt hätten. So habe Zürich als erste Schweizer Stadt den Auftrag für die Sortierung von Alttextilien öffentlich ausgeschrieben.
Bern könne es Zürich gleichtun. Der Gemeinderat solle prüfen, wie die Stadt die Textilverwertung steuern könnte, um sicherzustellen, dass Alttextilien möglichst lokal verwertet werden.
Denkbar seien auch Kooperationen mit Nachbargemeinden. Zudem solle abgeklärt werden, ob die Stadt Bern auf nationaler Ebene Impulse zur Stärkung der Kreislaufwirtschaft setzen könne. Der Gemeinderat äussert sich inhaltlich nicht zum Vorstoss, empfiehlt ihn aber zur Annahme.






