Fussball-Talk: FCB & YB nicht Meister! Letzter Thuner Stolperstein!
Wer oder was kann den FC Thun im Meisterrennen noch stoppen? Auch der FCB verliert gegen den Leader – YB gewinnt gegen den FCZ. Willkommen beim Fussball-Talk.

Das Wichtigste in Kürze
- Thun bezwingt nach YB auch den FCB und marschiert weiter vorne weg.
- YB feiert gegen den FCZ den ersten Sieg des Jahres, GC trotzt Lugano einen Punkt ab.
- Unter der Woche treffen die Hoppers im Cup auf Sion, der FCB reist nach St.Gallen.
- Sportchef Christoph Böhlen und Chefreporter Mischi Wettstein im Gespräch.
Nau.ch: Starten wir mit dem souveränen Leader: Der FC Thun gewinnt auch beim FC Basel und marschiert weiter. Mischi, du warst vor Ort – wie war es?
Mischi Wettstein: Es war ein typisches Spiel eines Leaders, der einen Lauf hat. Wenn du oben stehst, dann landet Leonardo Bertones Knaller eben im Tor.
Die Thuner haben 2,5 Chancen und erzielen zwei Tore – das ist eine Qualität, die du hast, wenn du im Flow bist. Mich erinnert es an den letztjährigen Meisterendspurt der Basler, die gegen Ende der Saison nicht aufzuhalten waren. Bei den Thunern hat dieser Flow aber schon zum Rückrundenstart begonnen.
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Christoph Böhlen: Nach dem Sieg gegen YB jetzt auch den FCB bezwungen… ich sehe nicht, wer oder was die Thuner bremsen soll. Einen formstarken Konkurrenten gibt es derzeit nicht. Ist das Rennen schon gelaufen, Mischi?
Mischi Wettstein: Ich sehe nur noch einen Stolperstein: Die Verletzungshexe! Michael Heule und Niklas Steffen fallen aus. Trifft es noch mehr Thuner, könnte das zum Problem werden. Denn allzu breit ist das Kader nicht.

Christoph Böhlen: Was mich nach dem gestrigen Spiel zum Lachen gebracht hat: Beim FCB schreibt man den Titel immer noch nicht ab. Und das bei 13 Punkten Rückstand. Leidet man beim Titelverteidiger an Realitätsverlust?
Mischi Wettstein: Halt, mir gefällt das! Das ist der Kampfinstinkt und die Winnermentalität von Neo-Trainer Stephan Lichtsteiner. Das hat ihn zu seiner eindrücklichen Karriere als Spieler geführt. Das ist einfach in seiner DNA.
Nur: Mit Geschenken, wie dem üblen Vouilloz-Kopfball vor dem 2:1 für Thun, muss sich der FCB nicht wundern, gibt es keine Punkte. Solche Böcke wird und muss Steph Lichtsteiner abstellen. Am Besten gleich im Cup gegen den FCSG und beim Klassiker gegen den FCZ am Sonntag.

Christoph Böhlen: So ein Seich, der Titel ist futsch für den FCB – genau wie für YB seit letzter Woche. Und der Trainerwechsel von Ludovic Magnin zu Stephan Lichtsteiner ist nach den ersten beiden Spielen doch bereits ein Rohrkrepierer.
Es würde mich nicht überraschen, wenn die Basler unter der Woche beim FCSG auch noch aus dem Cup ausscheiden. Dann hat man den Salat am Rheinknie.
Mischi Wettstein: Wie bereits in meiner «Nachspielzeit» gesagt: Der FCB wird sich in St.Gallen durchsetzen. Die Espen haben jetzt zweimal einen Vorsprung verspielt. Und beim FCB kehrt der gesperrte Shaqiri zurück. Das sind alles Gründe, dass man nicht mit vollen Hosen in die Ostschweiz reisen muss.
Nau.ch: Danke für das Stichwort, Mischi. Der FCSG verspielt in Luzern ein 2:0 und muss sich mit einem Remis begnügen!
Mischi Wettstein: Dafür gibt es mehrere Gründe. Der FCSG verschiesst einen Penalty und dann fliegt auch noch Neuzugang Antonio Verinac nach seiner Einwechslung vom Platz. Ich sage: Wenn ein Super-League-Debütant drei Minuten nach seiner Einwechslung Rot sieht, war der Entscheid, ihn zu bringen, unglücklich gewählt. Oder schlussendlich eben falsch!

Christoph Böhlen: Da können doch Trainer Enrico Maassen und ein Staff nichts dafür? Wer sich so dumm anstellt, ist selber schuld. Er erweist seinen neuen Kollegen auf jeden Fall einen Bärendienst. Ist der späte Punktgewinn der Luzerner dafür ein Befreiungsschlag?
Mischi Wettstein: Ich frage mich, warum man einen Punkt so feiern muss, als hätte man gerade den Cupfinal gewonnen. Der FCL wartet weiter auf den ersten Sieg des Jahres, man steht jetzt bei zwei Remis in Serie. So kommen die Luzerner nicht vorwärts!
Um diesen Start ins Jahr in ein positives Licht zu rücken, braucht es im Cup einen Sieg über Lausanne-Ouchy. Aber Vorsicht: Die Waadtländer bezwingen zuletzt mit Vaduz den Leader der Challenge League gleich mit 5:1!

Christoph Böhlen: Ach komm, natürlich setzt sich der FCL im Cup durch. Richtig gefordert wird das Team von Mario Frick dann im Spiel in Sion und dem Heimauftritt gegen GC. Da müssen dann auch in der Liga Siege her. Aber etwas anderes: Warum hast du mir noch nicht zum YB-Sieg über deinen FCZ gratuliert, mein Freund?
Mischi Wettstein: Ich wusste haargenau, dass von dir am Montagmorgen eine Spitze dazu kommt… Jetzt bin ich auch noch dein Freund! Freu dich über deinen Sieg nach dem Ausscheiden in Europa.
Christoph Böhlen: Für YB war es ein kleiner, aber wichtiger Schritt. Wie zuvor gesagt: Man muss spätestens seit letzter Woche nicht mehr vom Titel sprechen. Aber schon die Reaktion auf den frühen Rückstand in Stuttgart war gut – auch wenn es am Ende in einer Niederlage endet.

Ich habe mir am Wochenende den YB-Podcast mit VR-Präsident Marcel Brülhart angehört. Und das hat mir gezeigt: Bei YB ist man sich der Situation bewusst, man hat realisiert, dass man auch intern über die Bücher muss. Was in den letzten Jahren immer funktioniert hat, klappt nun zum Teil nicht mehr – so geht es ja weltweit vielen Clubs nach erfolgreichen Jahren.
Aber: Bei YB bleibt man intern ruhig, so wirkt es zumindest nach aussen. An Trainer Gerardo Seoane hält man so oder so fest. Ich bin mir sicher: Im Sommer greifen die Berner wieder an. Bis dahin muss YB demütig bleiben und den Aufwärtstrend bestätigen. Es wartet das Spiel gegen GC – und mit den Hoppers hat man nach dem 2:6 sowieso noch eine Rechnung offen.
So oder so: Der Sieg gestern war ein kleiner Befreiungsschlag – übrigens gegen einen sackschwachen FCZ, Mischi.
Mischi Wettstein: Das Gute an dieser Niederlage: Vielleicht sieht man beim FCZ jetzt endlich ein, dass man mit dieser Flut an Gegentoren kein Spiel gewinnen kann. Hinten braucht es Verstärkungen.
Der FCZ muss jetzt anfangen, der Realität in die Augen zu blicken! Das Team weist unter Dennis Hediger einen Punkteschnitt von 0,92 auf. Da muss man aktuell nicht über die Top 6 sprechen – sondern besser demütig in den Rückspiegel schauen.

Christoph Böhlen: Du sprichst die Gegentore an: Da hat auch der Goalie-Wechsel nichts gebracht. Gegen YB stand U21-Natikeeper Silas Huber anstelle von FCZ-Urgestein Yanick Brecher im Tor. Ist das die Wachablösung?
Mischi Wettstein: Zur Goalie-Rochade äussere ich mich noch nicht, da warten wir mal noch ab. Aber dadurch, dass der FCZ mit Michaël Bauch (vom FCB) einen neuen Goalietrainer präsentiert, von dem ich nur Gutes gehört habe, werden die Karten neu gemischt.
Nau.ch: Bleiben wir in Zürich: GC holt gegen Lugano einen Punkt. Wart ihr überrascht?
Mischi Wettstein: Ja! Die Tessiner sind selber schuld, sie waren lange Zeit klar besser. In der ersten Halbzeit sprechen alle Statistiken für Lugano, sie dominieren auf der ganzen Linie. Aber man muss seine Chancen eben auch verwerten. Gut für GC: Goalie Justin Hammel zieht einen überragenden Abend ein.

Christoph Böhlen: Du hast in den Katakomben noch den Wutausbruch von Mattia Croci-Torti festgehalten. Kannst du seinen Ärger eigentlich verstehen?
Mischi Wettstein: Ich habe ein gewisses Verständnis für seinen Ärger. Aber dieser gilt wohl nicht nur dem Schiri, sondern auch seinem Team. Statt den Sieg zu holen, reist Lugano mit einem Dämpfer heim. Lugano hat sogar noch Glück: GC-Diabys Kopfball landet am Pfosten, der hätte auch im Tor landen können.
Christoph Böhlen: Wie fandest du Super-League-Rückkehrer Michi Frey im GC-Dress?
Mischi Wettstein: Das kann ich noch einem Spiel noch nicht beurteilen. Auf jeden Fall entspricht der sympathische Frey bekanntlich nicht ganz der Norm eines Fussballers. Ein solcher Spieler tut sicher jeder Mannschaft gut.
Viel mehr ist mir aufgefallen: GC weist 3228 Zuschauer im Letzigrund aus. Aber es waren keine 2500 Menschen im Stadion. Im Vergleich mit den über 7000 Fans bei Schlusslicht Winterthur frage ich mich: Braucht es das überhaupt? 2500 Menschen kommen auch, wenn du am Bahnhof Panflöte spielst, Böhli…
Nau.ch: Danke für das Stichwort: Winterthur sorgt mit dem Sieg über Lausanne für ein Ausrufezeichen. Ist der FCW doch nicht abgestiegen?
Mischi Wettstein: Nur ruhig, eine Schwalbe macht noch keinen Sommer. Aber zumindest lodert das kleine Fünkchen Hoffnung noch auf der Schützenwiese. Mich freut es für «Päti» Rahmen und seine sympathische Truppe.

Christoph Böhlen: Ich werde einfach nicht schlau aus Peter Zeidlers Lausanne. Man schlägt zum Jahresstart YB und Servette, denn verpasst man den Sieg gegen GC – und verliert jetzt beim Schlusslicht. In dieser Saison haben die Waadtländer schon meisterliche Auftritte hingelegt – doch Tage später treten sie auf wie eine Schülermannschaft. Das leuchtet mit nicht ein.
Nau.ch: Schliessen wir die Super-League-Runde mit dem Last-Minute-Remis von Sion gegen Servette ab.
Mischi Wettstein: Das war schon sehr doof von Servette, sich in der 94. Minute mit dem 3:3 die Butter vom Brot nehmen zu lassen. Aber eindrücklich: Sion hat nur eines der letzten elf Pflichtspiele verloren.
Christoph Böhlen: …und das wird auch noch einen Moment so bleiben. Ich bin sicher: Sion schafft es mit diesem Team in die Top 6. Und am Dienstag folgt der Sieg im Cup-Viertelfinal bei GC. Die Walliser sind mein Top-Favorit auf den Cup-Sieg.
Nau.ch: Zum Schluss: Was ist euch sonst noch aufgefallen?
Mischi Wettstein: Ich blicke wie immer auf unsere Schweizer im Ausland: Cedric Itten schiesst Fortuna Düsseldorf schon wieder zum Sieg. Mein Namensvetter Michel Aebischer trifft bei der Niederlage von Pisa herrlich. Und in diesem Spiel gibt auch Neuzugang Stojilkovic sein Pisa-Debüt.

Und weil wir letzte Woche schon über Ricardo Rodriguez gesprochen haben: Der Nati-Routinier spielt beim Betis-Sieg über Valencia durch – und feiert einen Dreier gegen Ex-YB-Spieler Filip Ugrinic und Ex-FCB-Verteidiger Eray Cömert.
Christoph Böhlen: Ich will dich nur auf unsere Aufstiegs-Wette hinweisen: Aarau bezwingt Yverdon und schliesst zu Leader Vaduz auf!
Mischi Wettstein: Jetzt reichts mir dann aber mit deinem Aarau-Hype… Deine «Rüebli-Truppe» hatte Weihnachten und Geburtstag an einem Tag. Ich habe das Spiel verfolgt und Yverdon war in der zweiten Halbzeit das bessere Team…
Christoph Böhlen: Du hast doch nur Angst, dass du in ein paar Monaten den teuren Wein bezahlen musst. Und diese Angst ist berechtigt, Aarau steigt ja direkt auf.

| Super League - Super League: Regular Season (02.02.2026) | Sp | S | N | U | Tore | Pkt | ||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. | ![]() | 22 | 16 | 5 | 1 | 48:26 | 49 | |
| 2. | ![]() | 22 | 12 | 6 | 4 | 38:27 | 40 | |
| 3. | ![]() | 21 | 12 | 7 | 2 | 42:28 | 38 | |
| 4. | ![]() | 22 | 10 | 6 | 6 | 34:26 | 36 | |
| 5. | ![]() | 22 | 8 | 5 | 9 | 34:28 | 33 | |
| 6. | ![]() | 22 | 9 | 8 | 5 | 43:45 | 32 | |
| 7. | ![]() | 22 | 7 | 8 | 7 | 33:31 | 28 | |
| 8. | ![]() | 22 | 6 | 9 | 7 | 38:43 | 25 | |
| 9. | ![]() | 22 | 7 | 11 | 4 | 32:43 | 25 | |
| 10. | ![]() | 22 | 5 | 9 | 8 | 40:43 | 23 | |
| 11. | ![]() | 22 | 4 | 11 | 7 | 29:40 | 19 | |
| 12. | ![]() | 21 | 3 | 14 | 4 | 26:57 | 13 | |
| Super League - Super League: Regular Season (02.02.2026) | Sp | Pkt | ||
|---|---|---|---|---|
| 1. | ![]() | 22 | 49 | |
| 2. | ![]() | 22 | 40 | |
| 3. | ![]() | 21 | 38 | |
| 4. | ![]() | 22 | 36 | |
| 5. | ![]() | 22 | 33 | |
| 6. | ![]() | 22 | 32 | |
| 7. | ![]() | 22 | 28 | |
| 8. | ![]() | 22 | 25 | |
| 9. | ![]() | 22 | 25 | |
| 10. | ![]() | 22 | 23 | |
| 11. | ![]() | 22 | 19 | |
| 12. | ![]() | 21 | 13 | |
























