WM 2026

    WM 2026: Verdächtige Wetten von Fifa unter den Teppich gekehrt?

    Mathias Kainz
    Mathias Kainz

    Dänemark,

    Laut Fifa ging an der WM 2026 auf den Wettmärkten alles mit rechten Dingen zu. Ein Netzwerk gegen Spielmanipulationen äussert daran nun aber Zweifel.

    WM 2026 Trump Infantino
    Hochzufrieden mit der WM 2026: US-Präsident Donald Trump und FIFA-Boss Gianni Infantino. - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Die Fifa hat rund um die WM 2026 keine Spielmanipulationen festgestellt.
    • Der europäische Wett-Watchdog «Group of Copenhagen» sieht das anders.
    • Insgesamt wurden sieben Verdachtsmomente erkannt – auch die Causa Balogun ...

    Am Dienstag nach dem Final der WM 2026 verkündete die Fifa die gute Nachricht: «Es wurden keine verdächtigen Wettaktivitäten oder Anzeichen für eine mögliche Spielmanipulation festgestellt.»

    Glaubst du, dass an der WM 2026 Spiele manipuliert wurden?

    Zu diesem Schluss kam die Integritäts-Taskforce des Weltverbands «basierend auf den im Laufe des Wettbewerbs gesammelten und analysierten Informationen». Die Taskforce habe bei allen 104 WM-Spielen die internationalen Wett-Märkte beobachtet und geprüft.

    WM 2026 VAR
    Überwachung an der WM 2026: Der VAR beobachtet das Spiel, die FIFA beobachtet die Wettmärkte. - keystone

    Ein neutraler Beobachter erhebt an dieser Analyse nun aber Zweifel: Die 2016 vom Europarat ins Leben gerufene «Group of Copenhagen» hat an der WM 2026 ganze sieben «gelbe» Verdachtsmomente identifiziert. Die Gruppe ist auch Teil der Fifagsch-Taskforce.

    Nur die niedrigste Warnstufe wurde benötigt

    Das internationale Expertengremium gegen Sport-Manipulationen kennt drei Warnstufen: Stufe Gelb stellt die erste und leichteste Stufe dar. Bei Orange gibt es konkreten Verdacht auf Manipulationen. Bei Rot gibt es eindeutige oder zumindest sehr starke Hinweise.

    WM 2026 Spielmanipulationen
    Insgesamt gab es an der WM 2026 ganze 104 Spiele zu beobachten. Eine Mammut-Aufgabe für die Wett-Watchdogs. - keystone

    Die gute Nachricht: Weder Orange noch Rot mussten an der WM 2026 ausgerufen werden. Die sieben Verdachtsfälle beschränken sich alle auf die Stufe Gelb. Diese Stufe erfordert gemäss «Group of Copenhagen» genauere Untersuchungen.

    Causa Balogun im Visier des Experten-Gremiums

    Besonders heikel: Einer der sieben Fälle war die Aufhebung der Sperre gegen US-Stürmer Folarin Balogun. «Polymarket» hatte kurz nach dessen roter Karte einen Wettmarkt eröffnet, ob Balogun im Achtelfinal gegen Belgien dennoch spielen dürfe.

    WM 2026 Folarin Balogun
    Folarin Balogun durfte an der WM 2026 trotz einer Roten Karte spielen. Das rief den Wett-Watchdog auf den Plan. - keystone

    Das Fifa-Disziplinargremium nahm die Sperre gegen den US-Angreifer zurück. Zuvor hatte US-Präsident Donald Trump bei Fifa-Boss Gianni Infantino telefonisch interveniert. Gemäss Kopenhagen-Gruppe wurde bei keiner anderen Roten Karte ein solcher Wettmarkt eröffnet.

    Weitere auffällige Szenen an der WM 2026

    Einem Bericht von «The Athletic» zufolge wurden noch drei andere Situationen genau geprüft. Der Platzverweis von Themba Zwane im Auftaktspiel zwischen Südafrika und Mexiko habe etwa Anzeichen einer Spielmanipulation gezeigt.

    Themba Zwane WM 2026
    Themba Zwane (re.) flog beim Auftaktspiel der WM 2026 spät vom Platz. Solche Szenen können auf Manipulation hinweisen. - keystone

    Auch ins Visier geriet das 0:0 zwischen Spanien und Kap Verde. Wettanbieter Polymarket habe alleine bei diesem Spiel fast fünf Millionen Dollar an Einsätzen verzeichnet. Und auch ein aberkannter Treffer von Ferran Torres beim 4:0 gegen Saudi-Arabien geriet ins Visier.

    Kommentare

    User #1605 (nicht angemeldet)

    FIFA war schon immer korrupt, deswegen ist der Hauptsitz in der Schweiz und werden noch geschützt

    User #5201 (nicht angemeldet)

    wahrscheinlich hat Trump und Infantino selber Wetten abgeschlossen und viel Geld im Spiel. An der Börse nennt man das Insiderhandel. Mich wundert nichts.

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