WM 2026: Verdächtige Wetten von Fifa unter den Teppich gekehrt?
Laut Fifa ging an der WM 2026 auf den Wettmärkten alles mit rechten Dingen zu. Ein Netzwerk gegen Spielmanipulationen äussert daran nun aber Zweifel.

Das Wichtigste in Kürze
- Die Fifa hat rund um die WM 2026 keine Spielmanipulationen festgestellt.
- Der europäische Wett-Watchdog «Group of Copenhagen» sieht das anders.
- Insgesamt wurden sieben Verdachtsmomente erkannt – auch die Causa Balogun ...
Am Dienstag nach dem Final der WM 2026 verkündete die Fifa die gute Nachricht: «Es wurden keine verdächtigen Wettaktivitäten oder Anzeichen für eine mögliche Spielmanipulation festgestellt.»
Zu diesem Schluss kam die Integritäts-Taskforce des Weltverbands «basierend auf den im Laufe des Wettbewerbs gesammelten und analysierten Informationen». Die Taskforce habe bei allen 104 WM-Spielen die internationalen Wett-Märkte beobachtet und geprüft.

Ein neutraler Beobachter erhebt an dieser Analyse nun aber Zweifel: Die 2016 vom Europarat ins Leben gerufene «Group of Copenhagen» hat an der WM 2026 ganze sieben «gelbe» Verdachtsmomente identifiziert. Die Gruppe ist auch Teil der Fifagsch-Taskforce.
Nur die niedrigste Warnstufe wurde benötigt
Das internationale Expertengremium gegen Sport-Manipulationen kennt drei Warnstufen: Stufe Gelb stellt die erste und leichteste Stufe dar. Bei Orange gibt es konkreten Verdacht auf Manipulationen. Bei Rot gibt es eindeutige oder zumindest sehr starke Hinweise.

Die gute Nachricht: Weder Orange noch Rot mussten an der WM 2026 ausgerufen werden. Die sieben Verdachtsfälle beschränken sich alle auf die Stufe Gelb. Diese Stufe erfordert gemäss «Group of Copenhagen» genauere Untersuchungen.
Causa Balogun im Visier des Experten-Gremiums
Besonders heikel: Einer der sieben Fälle war die Aufhebung der Sperre gegen US-Stürmer Folarin Balogun. «Polymarket» hatte kurz nach dessen roter Karte einen Wettmarkt eröffnet, ob Balogun im Achtelfinal gegen Belgien dennoch spielen dürfe.

Das Fifa-Disziplinargremium nahm die Sperre gegen den US-Angreifer zurück. Zuvor hatte US-Präsident Donald Trump bei Fifa-Boss Gianni Infantino telefonisch interveniert. Gemäss Kopenhagen-Gruppe wurde bei keiner anderen Roten Karte ein solcher Wettmarkt eröffnet.
Weitere auffällige Szenen an der WM 2026
Einem Bericht von «The Athletic» zufolge wurden noch drei andere Situationen genau geprüft. Der Platzverweis von Themba Zwane im Auftaktspiel zwischen Südafrika und Mexiko habe etwa Anzeichen einer Spielmanipulation gezeigt.

Auch ins Visier geriet das 0:0 zwischen Spanien und Kap Verde. Wettanbieter Polymarket habe alleine bei diesem Spiel fast fünf Millionen Dollar an Einsätzen verzeichnet. Und auch ein aberkannter Treffer von Ferran Torres beim 4:0 gegen Saudi-Arabien geriet ins Visier.
















