Gianni Infantino wackelt: Fifa-Direktor erhebt schwere Vorwürfe
Gianni Infantino krebst zurück: Seine WM-Verkaufspläne landen im Kübel. Zuvor erhebt Fifa-Direktor Kevin Lamour schwere Vorwürfe gegen den Präsidenten.

Das Wichtigste in Kürze
- Der Fifa-Betriebsdirektor Kevin Lamour schiesst gegen Gianni Infantino.
- Der Fifa-Boss habe die Mitarbeitenden durch fehlende Transparenz hintergangen.
- Mittlerwile hat der Fifa-Boss die WM-Verkaufspläne verworfen.
Wegen des Planes, die Fifa-Wettbewerbe zu teilprivatisieren, kam es zum Knall zwischen dem Weltverband und der Uefa.
Auch Nord- und Zentralamerika sowie die Karibik und Asien distanzieren sich von Gianni Infantino. Dieser krebst in der Nacht auf Samstag zurück und erklärt: Die Pläne hätten zu einer Spaltung geführt – das Projekt wird zurückgezogen.
Fifa-Direktor stellt sich gegen Gianni Infantino
Bereits zuvor gab es auch laute Kritik aus den eigenen Reihen: Kevin Lamour ist Betriebsdirektor bei der Fifa. Schon seit Jahren arbeitet er mit Infantino zusammen und gilt als dessen Vertrauter. Doch jetzt stellt er sich öffentlich gegen den Walliser.
Gegenüber der Nachrichtenagentur AP wirft er Gianni Infantino vor, mit seinem Plan die Mitarbeitenden «getäuscht» und «hintergangen» zu haben. Sie hätten «etwas Besseres verdient als Verachtung und Einschüchterung».
Er betont, dass das Vorhaben «das Projekt einer einzigen Person» sei. Infantino sei sehr intransparent vorgegangen.
Lamour schiesst nicht nur gegen das mittlerweile verworfene Projekt. Es sagt auch: «Es ist der Zeitpunkt gekommen, an dem sich die politischen Entscheidungsträger im Fussball die richtigen Fragen stellen müssen.» Sie müssten die «richtigen Entscheidungen treffen».
Plädiert hier ein Infantino-Vertrauter für dessen Absetzung als Fifa-Boss?
Kevin Lamour sagt, er sei sich bewusst, dass er seinen Job verlieren könne. «Ich werde diese Entscheidung verstehen und respektieren. Aber zumindest werde ich heute Nacht ruhig schlafen.»
Es ist nicht die erste Kritik aus den eigenen Reihen: Auch Carlos Codeiro, ein Chefberater Infantinos, sagte, er könne nicht tatenlos zusehen, wie die Fifa den WM-Verkauf in Erwägung ziehe. Deshalb hat er sein Amt aus Protest niedergelegt.
















