Ukraine-Krieg: Russischer Ex-Boxer wird einberufen und will kämpfen

    Etienne Sticher
    Etienne Sticher

    Russland,

    Ex-Boxchampion Nikolai Walujew wurde in die russische Armee einberufen. Er wolle kämpfen und werde in den Ukraine-Krieg gehen, wenn das Vaterland rufe.

    Ukraine Krieg
    Die einberufenen russischen Rekruten erhalten wohl bald prominente Verstärkung: Nikolai Walujew wurde einberufen und will sich melden. - Keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Ex-Boxchampion Nikolai Walujew wurde in die russische Armee einberufen.
    • Obwohl er als Parlamentarier nicht müsste, werde er in den Ukraine-Krieg ziehen.
    • Laut Kiew sterben viele russische Rekruten wegen schlechter Ausbildung und Ausrüstung.

    Wegen des Ukraine-Kriegs hat Wladimir Putin in Russland die Teil-Mobilmachung angeordnet. Bis zu 300'000 Russen werden einberufen und müssen – kaum ausgebildet und schlecht ausgerüstet – an die Front.

    Einen Einberunfungs-Bescheid hat auch Nikolai Walujew erhalten. Der ehemalige Profi-Boxer und Weltmeister (50 Siege bei zwei Niederlagen) sitzt aktuell für Putins Partei im russischen Parlament. Aufgrund dieser Funktion wäre er eigentlich von der Mobilmachung ausgenommen. Doch wie er auf Telegram schreibt, wird er «natürlich» dennoch in den Ukraine-Krieg ziehen: «Wenn das Vaterland ruft, gehe ich.»

    Gemäss dem geteilten Einberufungs-Befehl hätte der 2,13-Meter-Hüne sich bereits in der letzten Woche melden müssen. Wegen seiner Arbeit als Parlamentarier sei ihm dies nicht möglich gewesen, erklärt Walujew. Er werde es aber in der nächsten Woche tun.

    Die Ukraine warnt, dass viele Einberufene nach kurzer Zeit an der Front sterben werden – wegen schlechter Ausbildung und Ausrüstung. Einige der Rekruten seien bereits gefallen.

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    Nikolai Walujew bei seinem letzten Profi-Kampf gegen David Haye. - Keystone

    Sollte Walujew überleben, könnte es zu einem einst lang erwarteten Aufeinandertreffen mit Vitali Klitschko kommen. Vor zwölf Jahren weigerte sich der Russe, gegen den Ukrainer zu kämpfen. Der aktuelle Kiewer Bürgermeister betitelte Walujew deswegen als «Angsthasen».

    An der Front könnte Walujew auch auf alte Freunde treffen: Wie die «Bild» berichtet, arbeitete der Riese als Geldeintreiber für die russische Mafia, bevor er Profi-Boxer wurde. Russland rekrutiert auch Soldaten aus Gefängnissen. Im Gegenzug zum Einsatz im Krieg, erhalten die Kriminellen die Freiheit – falls sie sechs Monate überleben.

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