SVP-Co-Fraktionspräsidenten: «Bern ist eine gefrässige Kröte»

Yves Schott
Yves Schott

Bern,

Die neue BärnerBär-Interviewserie dreht sich um die Berner Politik. Die SVPler Thomas Glauser und Alexander Feuz machen den Auftakt.

Glauser Feuz SVP Bern
Thomas Glauser (links) und Alexander Feuz vor dem Rathaus in Bern. - Daniel Zaugg

Thomas Glauser und Alexander Feuz, Co-Fraktionspräsidenten der Stadtberner SVP, scheuen die Konfrontation nicht. So auch im Auftakt der BärnerBär-Interviewserie. An Berns Politik lassen sie kein gutes Haar.

Als Co-Fraktionspräsidenten der SVP haben Glauser und Feuz die Fragen gemeinsam beantwortet.

BärnerBär: Was haben Sie sich für 2026 persönlich vorgenommen?

Thomas Glauser/Alexander Feuz: Mehr Bürgernähe, eine enge Zusammenarbeit mit Verbänden und Unternehmen sowie eine klare Ausrichtung auf die Wählerinteressen.

BärnerBär: Welche politischen Ziele haben Sie sich gesetzt?

Glauser/Feuz: Stärkere wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit, niedrigere Steuern und weniger Bürokratie. Wir stehen für mehr Sicherheit, eine klare Bildungspolitik sowie bürgernahe und transparente Entscheidungen.

BärnerBär: Welche politische Frage beschäftigt Sie auch abends zu Hause?

Glauser/Feuz: Die Unabhängigkeit der Schweiz.

BärnerBär: Welche politische Überzeugung haben Sie im Lauf der Jahre revidiert?

Glauser/Feuz: Wir sind unseren politischen Überzeugungen und Ansichten treu geblieben.

BärnerBär: Was war Ihr politisch mutigster Entscheid der letzten Jahre?

Glauser/Feuz: Unser mutigster Entscheid war der unerschütterliche Einsatz für eine inklusive und respektvolle Ernährungspolitik.

In einer Zeit, in der fleischhaltige Optionen zunehmend diskriminiert und marginalisiert werden, setzten wir uns konsequent dafür ein, dass jede Person frei wählen kann, ob sie sich vegan, vegetarisch oder fleischhaltig ernährt.

Entscheidend ist der Respekt vor der Würde und den persönlichen Entscheidungen jedes Einzelnen.

BärnerBär: Was funktioniert in Bern besonders gut?

Glauser/Feuz: (beide, ironisch) Das Verprassen von Steuergeldern für sinnlose Ausgaben, sogenannte städtische Leuchtturmprojekte wie Citysoftnet, base4Kids2 oder die Velobrücke. Zudem das Überbauen wertvoller Grünflächen für eine rot-grüne Klientel, die Tolerierung unbewilligter Demonstrationen, die Bern lahmlegen und Menschen an Leib und Leben gefährden.

BärnerBär: Was muss Bern 2026 endlich besser machen?

Glauser/Feuz: Vieles – unter anderem eine klare Sparpolitik. Der Verwaltungsapparat muss effizienter und schlanker werden, um Bürokratie konsequent abzubauen.

BärnerBär: Welche Entscheidung des Gemeinderats hätten Sie ganz anders gefällt?

Glauser/Feuz: Die Bebauung des Viererfelds. Während der rot-grüne Gemeinderat Klimaziele betont, wird gleichzeitig eine wertvolle Grünfläche mit hoher Biodiversität geopfert. Hier hätten wir uns einen konsequenteren Schutz der Natur gewünscht.

BärnerBär: Welche Stadtratsdebatte wurde 2025 völlig überbewertet?

Glauser/Feuz: Die Finanzdebatte 2025 war letztendlich eher ein Sturm im Wasserglas. Trotz grosser Erwartungen blieben die Ergebnisse überschaubar und die Debatte oft ein politischer Tanz auf der Stelle.

So zeigt sich, dass manche Finanzdebatten mehr Schein als Sein sind und am Ende nur wenig greifbaren Nutzen bringen. Die Sparziele wurden kurz darauf gebrochen.

BärnerBär: Welche Abstimmung ist Ihnen dieses Jahr am wichtigsten?

BärnerBär: Mit wem müssen Sie sich 2026 im Rathaus dringend unterhalten?

Glauser/Feuz: Mit vielen – unter anderem mit Mitgliedern des Ratsbüros und des Ratssekretariats sowie mit anderen Fraktionspräsidien.

Unsere Anliegen dürfen nicht ungerechtfertigt abgewiesen werden. Zuständigkeiten müssen klar erkannt und Anliegen korrekt geprüft werden, statt sie aufgrund mangelnder Aufklärung vorschnell zurückzuweisen.

Jelena Filipovic
Die neue Stadtratspräsidentin Jelena Filipovic. - Jannic Reber

BärnerBär: Sagen Sie bitte kurz etwas zur neuen Stadtratspräsidentin Jelena Filipovic.

Glauser/Feuz: Die neue Stadtratspräsidentin ist eine grüne Klimaaktivistin mit Migrationshintergrund. Bei ihrer Wahlfeier wurden zum Dessert Datteln aus Ägypten, Orangen aus Afrika und Granatäpfel aus der Türkei serviert – ein Hinweis darauf, dass globale Nachhaltigkeit oft über regionale Grenzen hinausreicht. Wir wünschen ihr ein erfolgreiches und faires Präsidialjahr.

BärnerBär: Was würden Sie als Erstes tun, wenn Sie Stadtpräsident wären?

Glauser/Feuz: Unsinnige und teure Planungen sowie Vorhaben stoppen.

BärnerBär: Welchen Ihrer politischen Widersacher schätzen Sie besonders? Und warum?

Glauser/Feuz: Politische Gegner kann man schätzen, wenn sie klare Argumente vertreten, konsequent auftreten oder innovative Ideen einbringen.

BärnerBär: Was schätzen Sie gar nicht?

Glauser/Feuz: Wenn Akteure inkonsequent handeln und ihre Versprechen nicht einhalten. Wer in entscheidenden Momenten seine Positionen wechselt oder sich widerspricht, verspielt Vertrauen. Umso erfreulicher ist es, wenn trotz politischer Differenzen persönliche Sympathien entstehen.

BärnerBär: In welchem Punkt ist Ihnen Ihr politischer Gegner einen Schritt voraus?

Glauser/Feuz: Die rot-grünen Parteien agieren strategisch geschlossen, während der bürgerliche Block noch zu oft uneinheitlich auftritt und einzelne Parteien getrennte Wege gehen.

BärnerBär: Über welche Partei nerven Sie sich am häufigsten?

Glauser/Feuz: In einer rot-grünen Stadt besonders über die grüne Politik, die wirtschaftliche Interessen und bürgerliche Freiheiten stark einschränkt.

BärnerBär: Was machen Sie besser als alle anderen Parteien?

Glauser/Feuz: Wir sind konsequent und halten unsere Versprechen. Wir sind bürgernah und legen Wert auf Grünflächen sowie Lebensqualität.

Findest du, dass die SVP ihre Versprechen hält?

BärnerBär: Was ist das grösste Tabu in der Berner Stadtpolitik?

Glauser/Feuz: Wirtschaftliche Themen oder der Bürokratieabbau. In der Stadt Bern finden oft nur grüne oder linke Perspektiven Gehör.

BärnerBär: Was ärgert Sie am Politbetrieb Bern am meisten?

Glauser/Feuz: Vorstösse zu Themen, für die die Stadt gar nicht zuständig ist, etwa langwierige Debatten zur Abschaffung der Burgergemeinde oder zum Kapitalismus in der Stadt Bern.

BärnerBär: Was müssen junge Menschen zwingend über Politik in Bern wissen?

Glauser/Feuz: Den Erhalt heimischer Traditionen und die Bewahrung der direkten Demokratie.

BärnerBär: Wenn Bern ein Tier wäre: Welches wäre es und wie würden Sie seinen Charakter beschreiben?

Glauser/Feuz: Politisch gesehen: eine gefrässige Kröte, die Bürger schikaniert und Steuergelder verprasst.

BärnerBär: Welche Schlagzeile möchten Sie dieses Jahr gerne über sich lesen?

Glauser/Feuz: Die Co-Fraktionsleiter Glauser und Feuz von der SVP setzen sich engagiert und konsequent für die Wähler ein. Sie vertreten ihre Anliegen hart, aber fair.

BärnerBär: Was ist Ihnen 2025 politisch gründlich misslungen?

Glauser/Feuz: Der Erhalt wertvoller Grünflächen.

BärnerBär: Wenn Sie einen politischen Wunsch frei hätten: Welcher wäre das?

Glauser/Feuz: Die Einkehr der Vernunft im Stadtparlament Bern.

BärnerBär: Wohin zieht es Sie dieses Jahr in die Ferien?

Glauser/Feuz: Ins schöne Berner Oberland, um Bergluft zu schnuppern – Orte, an denen wir willkommen sind.

Info zur Serie

Zum Jahresauftakt befragt der BärnerBär die Fraktionspräsidentinnen und -präsidenten der grössten Berner Parteien zu deren Zielen und Wünschen 2026.

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