GLP St.Gallen: «Verkehr ganzheitlich und stadtverträglich denken»
Die Grünliberalen Stadt Sankt Gallen begrüssen den Entwurf des Mobilitätskonzepts 2050. Der Verkehr sei ganzheitlich und stadtverträglich zu denken.

Die Grünliberalen begrüssen den Entwurf des Mobilitätskonzepts 2050 der Stadt St.Gallen.
Das Konzept setzt die bereits eingeleitete Entwicklung fort, welche den festgelegten Klimazielen sowie dem Reglement für eine nachhaltige Verkehrsentwicklung entspricht. Damit sorgt es für die notwendige Kontinuität in der städtischen Verkehrspolitik.
Sowohl der Bericht «Vision und Strategie» als auch die vorgeschlagenen Massnahmen decken sich weitgehend mit den verkehrs- und klimapolitischen Zielen der Grünliberalen Partei (GLP).
Grundbedürfnis Mobilität
Mobilität ist ein Grundbedürfnis. Gleichzeitig werden Mobilitätsbedürfnisse auch durch zusätzliche Angebote geschaffen.
Das Auto ist für viele Menschen das bevorzugte Verkehrsmittel. Wo entsprechende Möglichkeiten bestehen, wird es häufig dem öffentlichen Verkehr vorgezogen.
Die Bereitstellung der dafür erforderlichen Kapazitäten stösst in Städten jedoch an räumliche Grenzen.
Effiziente Nutzung des begrenzten Stadtraums
Die GLP bekennt sich zur freien Wahl des Verkehrsmittels. Einschränkungen dieser Wahlfreiheit sind jedoch aufgrund der jeweiligen Rahmenbedingungen unvermeidlich.
In Regionen mit ungenügender ÖV-Erschliessung oder ungünstiger Topografie ist die Wahlfreiheit auf eine andere Weise eingeschränkt wie in Städten mit begrenztem Raumangebot.
Die Antwort darauf ist ein multimodales Verkehrssystem, das die Stärken aller Verkehrsträger kombiniert. Die verschiedenen Verkehrsmittel ergänzen sich gegenseitig.
Örtliche Gegebenheiten mitdenken
Welcher Verkehrsträger für einen Weg am besten geeignet ist, hängt nicht nur von den individuellen Bedürfnissen, sondern auch von den örtlichen Gegebenheiten ab. Diese unterscheiden sich in einer Stadt grundlegend von jenen in ländlichen Gebieten.
In historisch gewachsenen Städten wie St.Gallen ist der Strassenraum begrenzt, der verfügbare Raum zwischen den Fassaden oftmals kleiner als in vergleichbaren Städten.
Deshalb lassen sich nicht beliebig zusätzliche Verkehrskapazitäten schaffen. Auch können nicht alle Wünsche nach Entflechtungen erfüllt werden.
Kurze Wege
Die St.Galler Bevölkerung hat sich wiederholt für mehr Aufenthaltsqualität und eine Begrenzung des motorisierten Individualverkehrs (MIV) ausgesprochen – zuletzt mit der Ablehnung der Engpassbeseitigung inklusive Zubringer Güterbahnhof-Liebegg.
Die Erkenntnis, dass Strassenausbauten zusätzlichen induzierten Verkehr bis in die Quartiere erzeugen, hat sich mittlerweile breit durchgesetzt.
Vor diesem Hintergrund sind autoarme Siedlungen, wie sie die Stadt zunehmend in Sondernutzungsplänen festlegt, der richtige Weg. Die Zeiten, in denen alle jederzeit mit dem eigenen Auto staufrei jedes Ziel erreichen und dort unmittelbar einen Parkplatz finden konnten, sind auch in St.Gallen nicht mehr zurückzuholen.
Zahlreiche Städte weltweit haben diese Entwicklung erkannt und richten ihre Planung entsprechend aus. Dazu gehört insbesondere das Ziel, die Wege für den täglichen Bedarf möglichst kurz zu halten. Die Stadt kann dies unterstützen, indem sie gewerbliche Nutzungen im Erdgeschoss bei Sondernutzungsplänen gezielt vorschreibt.
ÖV ist flächeneffizienter als das Auto
Im Sinn der Plafonierung des motorisierten Individualverkehrs (MIV) verfolgt die Stadt die richtige Strategie: nachfrageorientiertes Handeln beim öffentlichen Verkehr sowie beim Fuss- und Veloverkehr und angebotsorientiertes Handeln beim MIV.
Dies bedeutet weiterhin den Verzicht auf zusätzliche Kapazitätsausbauten sowohl beim fahrenden als auch beim ruhenden MIV.
Im Stadtzentrum stehen ausreichend Parkplätze in Gehdistanz zur Verfügung. Entlang der Zürcher Strasse, der Rorschacher Strasse und der Langgasse sollten jedoch Längsparkplätze für das lokale Gewerbe erhalten bleiben, da dort oft keine geeigneten Alternativen bestehen.
In diesem Sinn unterstützt die GLP die Absicht der Stadt, jenen Wirtschaftsverkehr, der auf den MIV angewiesen ist, gegenüber dem Freizeit- und Pendlerverkehr zu bevorzugen.
Gleichberechtigung fürs Velo
Für den Veloverkehr gilt es, die begonnenen Vorzugsrouten gemäss Planung konsequent zu vollenden. Dabei ist auf eine klare bauliche Trennung vom Fussverkehr zu achten.
Der Geschwindigkeitsunterschied zwischen Velofahrenden und Fussgängern ist deutlich grösser als jener zwischen Velos und Autos.
Um attraktive und schnelle Verbindungen zu schaffen, sollten Velovorzugsrouten gegenüber untergeordneten Strassen Vortritt erhalten, baulich klar lesbar sein und ohne unnötige Querrandsteine gestaltet werden. Dies wird heute noch nicht überall konsequent umgesetzt.
Anpassung an den Klimawandel
Ein weiterer wichtiger Schwerpunkt ist ausserdem die Anpassung an den Klimawandel.
Die zunehmenden Hitzetage im Sommer verlangen nach wirksamen Kühlungsmassnahmen im städtischen Raum. Unter Bäumen liegen die Temperaturen sieben bis fünfzehn Grad tiefer als in unbeschatteten Bereichen.
Der Begrünung des Strassenraums kommt deshalb eine hohe Priorität zu. Sie trägt zudem zur nächtlichen Abkühlung bei und verbessert so die Lebensqualität für Mensch und Natur.










