«Keine 10-Millionen-Schweiz»: Das sagt Zuger SVP-Kantonsrat Brunner
«Mehr Menschen auf begrenztem Raum bedeuten knapperes Land, teurere Wohnungen und eine überlastete Infrastruktur.» Ein Gastbeitrag von Philip C. Brunner.

Der Befund ist paradox: Die Schweiz ist statistisch kumulativ gesehen so reich wie nie zuvor, doch im Einzelportemonnaie des Mittelstandes kommt davon immer weniger an. Die Reallöhne sind drei Jahre in Folge gesunken, während die Fixkosten regelrecht explodieren.
Wer heute den Unmut der Bevölkerung als «Jammern auf hohem Niveau» abtut, ignoriert die ökonomische Realität vieler unserer Durchschnittshaushalte.
Besonders zwei Kostentreiber fressen die Kaufkraft weg: Die Krankenkassenprämien haben sich seit 1999 mehr als verdoppelt (+123 Prozent), während die Löhne gleichzeitig nur 34 Prozent zulegten. Auch bei den Mieten schlägt die Schere gnadenlos zu.

Wer heute umziehen muss oder eine Familie gründet, trifft auf Angebotsmieten, die schweizweit um ein Drittel gestiegen sind – hier in Zug oft noch weit massiver. Doch was sind die Ursachen für diesen «Wohlstands-Stress»? Die Antwort ist untrennbar mit dem ungebremsten Bevölkerungswachstum verknüpft.
Die enorme Zuwanderung der letzten zwei Jahrzehnte – über zwei Millionen zusätzliche Menschen – befeuert die Nachfrage nach Wohnraum und treibt die Mieten in schwindelerregende Höhen. Gleichzeitig wird unsere ganze Infrastruktur, Gesundheitswesen, Schulwesen bis zum Verkehr, regelrecht an den Anschlag gebracht, was die Kosten für alle weiter in die Höhe treibt.
Es ist eine einfache Rechnung: Mehr Menschen auf begrenztem Raum bedeuten knapperes Land, teurere Wohnungen und eine überlastete Infrastruktur.
Wenn wir zulassen, dass jede Sekunde ein Quadratmeter Boden zubetoniert wird, zerstören wir nicht nur unsere Natur und Lebensqualität, sondern untergraben systematisch unsere eigene Kaufkraft. Höhere Dichte führt nicht zu tieferen Kosten, sondern zu einem teuren Verteilungskampf um Raum und Ressourcen.
Wir müssen zurück zum Masshalten. Fortschritt darf nicht länger nur quantitatives Wachstum auf Kosten der Einheimischen bedeuten. Wer will, dass Wohnen wieder bezahlbarer wird und die Schweiz ihre Identität als eigenständiges, lebenswertes Land behält, kommt nicht an einem beherzten Ja zur Nachhaltigkeitsinitiative der SVP am 14. Juni vorbei.
Von den Gegnern hört man keine einzige Lösung – nur weiter wie bisher! Ein Ja ist die einzige Notbremse gegen den schleichenden Kaufkraftverlust und die totale Zubetonierung unserer einzigen Heimat – der Schweiz!
Zum Autor
Philip C. Brunner (*1955) ist Präsident SVP Kanton Zug und Kantonsrat. Von Beruf ist er unter anderem Verwaltungsratspräsident der Parkleitsystem Zug AG.











