SVP-Knutti: Wenig Verständnis für VBS bei F-35-Lärm-Debatte
Rund um den Flugplatz Meiringen ist die Bevölkerung trotz Lärmschutz weiterhin skeptisch gegenüber dem F-35. SVP-Nationalrat Thomas Knutti fordert Gespräche.

Das Wichtigste in Kürze
- Rund um den Flugplatz Meiringen gibt es wegen des F-35 zusätzliche Lärmschutzfenster.
- Doch vielen genügt das nicht und ein Test-Start vor Ort wurde kurzfristig verschoben.
- SVP-Nationalrat Knutti fordert Messungen sowie Gespräche und droht mit einem Vorstoss.
Weil der künftige Kampfjet F-35 viel lauter als der F/A-18 ist, muss auch rund um die Flugplätze aufgerüstet werden. In Meiringen BE heisst das etwa: Bei rund 30 zusätzlichen Liegenschaften finanziert das VBS Schallschutzfenster.
Doch in der Bevölkerung rumort es trotzdem: Was ist mit denjenigen Anwohnenden, die alte Schallschutzfenster haben? Warum wurde der Kampfjet-Lärm in Payerne VD bestimmt, aber in Meiringen nicht?
Der BärnerBär hat deshalb mit SVP-Nationalrat Thomas Knutti geredet. Er hat bereits vor einem halben Jahr gefordert, dass auch in Meiringen mal ein F-35 starten soll.
Ein Hörvergleich mit je zwei F/A-18 und zwei F-35 der italienischen Luftwaffe war im Rahmen der Lärmschutz-Informationen auch tatsächlich geplant. Kurzfristig wurde diese Übung von Italien aber «aus operationellen Gründen» abgesagt.

BärnerBär: Herr Knutti, haben Sie Verständnis für die anhaltende Verärgerung bei den Anwohnenden des Flugplatzes Meiringen?
Thomas Knutti: Für mich ist klar, dass diese enttäuscht sind. Wir brauchen diesen Flugplatz, der bringt eine gewisse Wertschöpfung.
Aber man muss offen, ehrlich und transparent informieren. Jetzt will man ein paar Lärmschutzfenster machen, aber so wird wohl nicht Ruhe einkehren.

BärnerBär: Wie beurteilen Sie generell das Vorgehen des VBS bei diesem Thema?
Knutti: Man will nicht auf Augenhöhe mit den Leuten diskutieren, und das stört mich. Es ist eine gewisse Arroganz im Spiel: Wir sind das VBS, wir schauen für die Sicherheit, wir «müssen» nicht mit euch reden.

BärnerBär: Vor einem halben Jahr wollten Sie auch das Gespräch mit Verteidigungsminister Martin Pfister suchen. Hat das mittlerweile stattgefunden?
Knutti: Er hat den Vorschlag gemacht, dass wir den Testflug und die Messungen abwarten. Da haben wir gesagt, das macht vermutlich noch Sinn. Aber jetzt braucht es dann wohl wirklich ein Gespräch – da kommen wir nicht darum herum.

BärnerBär: Die angesprochene Landung und ein Start eines F-35 in Meiringen wurde kurzfristig auf einen späteren Zeitpunkt verschoben. Aber da scheint noch nicht das letzte Wort gesprochen zu sein?
Knutti: Ich kann das relativ schlecht nachvollziehen: Man könnte sicher irgendwie einen Flieger herbekommen.
Nun sagt man, wenn dann ein F-35 in Meiringen startet, kann die Bevölkerung hinstehen und zuhören. Und ändern tut sich dann trotzdem nichts.
Man hat vermutlich viel Respekt vor den Messungen durch die Empa, sonst wäre das nicht so eine Zangengeburt. Es liegt einfach in der Natur der Sache, dass der Lärm in Meiringen nicht derselbe ist wie in Payerne. Das Haslital ist eng und in Payerne hat man die grosse Weite.

BärnerBär: Was können Sie auf nationaler Ebene tun, damit beim Thema F-35-Lärm die Anliegen der Haslitaler berücksichtigt werden?
Knutti: Vermitteln. Wir müssen alles probieren, um zu vermitteln. Das VBS ist offenbar nicht fähig dazu, also braucht es wohl die Politiker aus der Region, die hier einspringen.
Denn schlussendlich gibt es nur sehr wenige in der Region, die den Flugplatz grad ganz schliessen wollen. Wenn alles nichts nützt, kann ich mir immer noch vorstellen, einen Vorstoss zu machen. Dann geht es vielleicht eher vorwärts. Aber als Erstes suchen wir mal das Gespräch.












