Weiterbildung: Welche Rollen in Arztpraxis & Spital gefragt sind
Fachkräftemangel und Digitalisierung treiben die Weiterbildung im Gesundheitswesen voran. Gefragt sind neue Kompetenzen in Praxis und Spital.

Das Wichtigste in Kürze
- Eine Weiterbildung wird wegen der Digitalisierung im Gesundheitswesen zentral.
- Gefragt sind praxisnahe Kompetenzen in Pflege, Organisation und Patientenbetreuung.
- Wer sich jetzt weiterbildet, hat später gute Chancen auf digitale Praxisberufe.
Im Gesundheitsbereich erleben wir Veränderungen, die spürbar sind. KI, neue Technologien und eine immer älter werdende Bevölkerung. Arztpraxen und Spitäler haben also immer mehr Anforderungen.
Demnach braucht es natürlich auch mehr Personal. Doch nicht jeder hat das nötige Wissen, in Zeiten dieser Veränderungen auch in bestimmten Bereichen arbeiten zu können.
Und so ist es nicht verwunderlich, dass eine Weiterbildung in dem Bereich empfehlenswert ist. Mit genug Fachwissen sind Sie steigenden Anforderungen gewachsen.
Fachkräftemangel im Pflegebereich
Im Gesundheitswesen herrscht ein deutlicher Fachkräftemangel. Vor allem die Pflege ist immer wieder auf dem Prüfstand. Hier fehlen sowohl Praxisassistentinnen und -assistenten als auch spezielle therapeutische Berufe.
Das Bundesamt für Statistik hat 2023 gezeigt, dass der Bedarf an Pflegepersonal in den nächsten Jahren weiter steigen wird. Gleichzeitig werden viele erfahrene Fachpersonen in Pension gehen.

Dieser Mangel betrifft nicht nur die grossen Spitäler, sondern auch kleine und mittlere Arztpraxen. Die Mitarbeitenden müssen dann oft deutlich mehr leisten. Eine gute Weiterbildung ist deswegen wichtig, um dem nötigen Fachpersonalmangl entgegenzuwirken.
Welche Rollen sind besonders gefragt?
In den Arztpraxen bleiben die medizinischen Praxisassistentinnen und -assistenten am meisten gefragt. Sie koordinieren Termine, betreuen Patientinnen und Patienten, erledigen administrative Aufgaben und brauchen inzwischen auch deutlich mehr medizinisches Fachwissen.

Eine weitere wichtige Rolle ist die der Praxismanagerin oder des Praxismanagers. Sie oder er sorgt für reibungslose Abläufe, optimiert Prozesse und entlastet die Ärztinnen und Ärzte spürbar.
Laut Swiss eHealth Barometer nutzen nur zirka 0,2 bis 0,3 Prozent der Schweizer Bevölkerung ein elektronisches Patientendossier oder sind aktiv. Über 99 Prozent der Patientendaten liegen also nicht als durchgängige digitale Akte vor.
Im Spital sieht es etwas anders aus
In den Spitälern ist die Nachfrage oft sogar noch grösser. Neben den Ärztinnen und Ärzten sind vor allem die Pflegefachpersonen zentral. Ihre Arbeit wird immer anspruchsvoller, weil viele Patientinnen und Patienten mehrere Erkrankungen gleichzeitig haben.

Deshalb gewinnen Spezialisierungen wie Intensivpflege, Onkologie oder Notfallpflege stark an Bedeutung.
Auch therapeutische Berufe wie Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie sind sehr gefragt. Sie tragen entscheidend zur Rehabilitation und zur langfristigen Lebensqualität der Patientinnen und Patienten bei.
Die Digitalisierung verändert alles
Weiterbildungen in Praxismanagement, Digitalisierung und Patientenkommunikation sind hoch gefragt. In der Schweiz, wo die Digitalisierung im Gesundheitswesen schrittweise vorankommt, ist das ein entscheidender Faktor.
Denn die Digitalisierung verändert das Gesundheitswesen von Grund auf. Elektronische Patientendossiers, Telemedizin und digitale Diagnosewerkzeuge gehören immer mehr zum Alltag.

Wer hier mitarbeitet, braucht nicht nur medizinisches Know-how, sondern auch das nötige Wissen im Bereich Computer und IT.
Eine Studie der Universität Zürich aus dem Jahr 2024 erforschte diesen Bereich. Die Digitalisierung verändert unsere Arbeitsprozesse tiefgreifend und verlangt neue Fähigkeiten in der Datenverarbeitung.
Weiterbildung: Zusammenarbeit als Schlüssel
Ein weiterer wichtiger Trend ist die wachsende Zusammenarbeit mehrerer Teams. Immer häufiger betreuen Teams aus Ärztinnen und Ärzten, Pflegefachpersonen und verschiedenen Therapeutinnen und Therapeuten gemeinsam die Patientinnen und Patienten.
Dafür braucht es nicht nur Fachwissen, sondern auch starke soziale Kompetenzen. Dazu gehören eine gute Kommunikation, Teamfähigkeit und die Fähigkeit, Konflikte zu lösen.

Die Bedeutung von Weiterbildung im Gesundheitswesen wird in den kommenden Jahren weiter zunehmen. Wer sich jetzt schon fortbildet und informiert, ist der Technik vielleicht einen kleinen Schritt vorraus.















