Ukraine-Krieg: 20 Bangladescher starben bereits als lebende «Köder»
Mindestens 20 Bangladescher, die vorher unter falschen Arbeitsversprechen nach Russland gelockt worden sein sollen, sind im Ukraine-Krieg getötet worden.

Das berichtete eine Spezialeinheit der bangladeschischen Polizei in Dhaka. Die Special Response Battalion (SRB) in dem südasiatischen Land ermittelt in Fällen von Menschenhandel. Vorläufige Untersuchungen ergaben demnach, dass die eigentlich kriegsuntauglichen Personen als «Köder» an die Front geschickt wurden, um feindliche Positionen ausfindig zu machen.
Mitglieder eines international operierenden Schleusernetzwerks hätten mit Hilfe lokaler «Agenten» die Betroffenen als Bauarbeiter angeworben, hiess es weiter. Nach ihrer Ankunft seien sie jedoch gedrängt worden, ein dreiwöchiges Training zu absolvieren, das sie für den Kriegseinsatz vorbereiten sollte. «Sie wurden an das russische Militär übergeben, ihre Pässe und Mobiltelefone wurden ihnen unmittelbar nach der Ankunft auf russischem Boden abgenommen», erläuterte der leitende SRB-Beamte Mohammad Asaduzzaman. Die Angaben liessen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.
Anfang Mai seien 30 «eingeschleuste» Bangladescher in Russland eingetroffen. Von ihnen seien 17 bereits am ersten Tag ihres Fronteinsatzes bei Drohnenangriffen gestorben, sagte Asaduzzaman unter Berufung auf Überlebende, denen die Rückkehr in ihre Heimat gelungen sei. Drei weitere seien später in einem Krankenhaus gestorben. Laut Asaduzzaman wurden zwei mutmassliche Mitglieder der Schleuserbande inzwischen festgenommen.
Auch Amnesty International wirft Russland vor, ausländische Staatsangehörige mit Täuschung, Zwang und Ausbeutung für seinen Angriffskrieg gegen die Ukraine zu rekrutieren. Im September veröffentliche die Menschenrechtsorganisation dazu einen Bericht, wonach ein System geschaffen wurde, um Menschen in prekären Lebenslagen gezielt auszunutzen.
Bei seinen Recherchen interviewte Amnesty zwischen 2024 und 2026 nach eigenen Angaben Personen aus acht Ländern, die in zwei ukrainischen Kriegsgefangenenlagern festgehalten wurden. Zudem stützt sich Amnesty auf Gespräche mit Angehörigen, Anwälten, Menschenrechtsaktivisten und Medienschaffenden.














