SRF-Dater motzt: Dialekt der Frau passt ihm nicht
Bei «Alone Together» verbringt SRF-Kandidat Yves Widmer (38) acht Tage mit einer gematchten Frau auf einer Insel. Doch selbst ihr Dialekt ist Thema.
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Das Wichtigste in Kürze
- Bei «Alone Together» verbringen gematchte Singles acht Tage zu zweit auf einer Insel.
- Kandidat Yves Widmer (38) hat bei der Partnersuche sehr genaue Vorstellungen.
- Selbst Dialekt, Haarlänge und Körpergrösse spielen für ihn eine Rolle.
- Matchmakerin Elena Sachs warnt vor zu langen Wunschlisten.
Die Haarlänge soll stimmen, die Körpergrösse möglichst auch und dann wäre da noch der Dialekt.
Bei «Alone Together» werden Singles von SRF gematcht und für acht Tage zu zweit auf eine schwedische Insel geschickt. Dort sollen sie herausfinden, ob es zwischen ihnen funkt.
Yves Widmer (38) wird dabei mit Ursula Dellenbach (39) zusammengebracht. Und der Innerschweizer weiss bei der Partnersuche ganz genau, was er will. Schon beim Kennenlernen fällt Yves auf: Ursula spricht nicht den Dialekt, den er bei einer Partnerin eigentlich bevorzugen würde!

Dass Yves eine ziemlich genaue Vorstellung seiner Traumfrau hat, zeigt sich auch an anderen Punkten. SRF schreibt über ihn, er wisse «sehr genau, was er will». Dazu gehören unter anderem Haarlänge und Körpergrösse (Schulterlang, blond, 1.75 Meter, sportlich).
Und auch Ursula reist nicht völlig ohne Vorstellungen an. Sie hat eine Liste mit zehn Werten dabei, die ihr bei einem Partner wichtig sind.
Zu viele Ansprüche für die grosse Liebe?
Singles optimieren auch die Partnersuche
Matchmakerin Elena Sachs beobachtet tatsächlich eine Entwicklung hin zu immer konkreteren Vorstellungen. «Wir leben heute in einer Gesellschaft, in der viele Menschen versuchen, unterschiedliche Lebensbereiche zu optimieren: von der Karriere über die Gesundheit bis hin zur Partnerwahl», sagt sie zu Nau.ch.

Soziale Medien würden bestimmte Idealvorstellungen zusätzlich beeinflussen, insbesondere beim Aussehen und Lebensstil.
Und auch Dating-Apps hätten die Partnersuche verändert. Die grosse Auswahl könne den Eindruck vermitteln, irgendwo warte vielleicht noch jemand, der ein kleines bisschen besser passe.
Genau da kann eine Wunschliste zum Problem werden.
«Sehr konkrete Vorstellungen sind nicht grundsätzlich problematisch», sagt Sachs. Schwierig werde es dann, wenn deshalb eigentlich passende Menschen schon vor dem Kennenlernen aussortiert würden.
Dialekt? Das hört Sachs sonst kaum
Yves' Wunsch nach einem bestimmten Dialekt ist allerdings selbst für die erfahrene Verkupplerin ungewöhnlich.
«Kriterien wie Dialekt, Stimme oder bestimmte Alltagsgewohnheiten wurden von meinen Klientinnen und Klienten bislang nicht als konkrete Anforderungen genannt», sagt Sachs.
Auch der Beruf spiele erstaunlich selten eine entscheidende Rolle. In den vergangenen drei Jahren sei die konkrete Tätigkeit nur für einen einzigen Klienten ein wichtiges Auswahlkriterium gewesen.
Wichtiger seien gemeinsame Werte, ähnliche Lebensvorstellungen und die Persönlichkeit. Bei anderen Kriterien zeigen sich laut Sachs hingegen durchaus Unterschiede zwischen Frauen und Männern.
Männer achten stärker aufs Aussehen
Ganz unterschiedlich sind die Wunschlisten von Frauen und Männern offenbar ohnehin.
Frauen seien bei der Suche nach einem langfristigen Partner im Durchschnitt selektiver, erklärt Sachs. Diese Tendenz beobachte sie auch in ihrer täglichen Arbeit.
Beim Aussehen seien dagegen häufig die Männer genauer.

Es spiele «insbesondere für viele Männer eine wichtige Rolle». Manche hätten sehr konkrete Vorstellungen von einem bestimmten Typ Frau, andere seien deutlich flexibler.
Damit passt Yves mit seinen Wünschen nach Haarlänge und Körpergrösse zumindest teilweise ins Bild.
Verallgemeinern lasse sich das aber nicht, betont Sachs. Auch Männer könnten sehr offen sein, während Frauen mit einer langen Liste an Anforderungen kämen.
Fünf Wünsche müssen reichen
Was also tun, wenn Haarfarbe, Grösse, Wohnort, Alter und womöglich noch der Dialekt stimmen sollen?
Sachs empfiehlt ihren Kundinnen und Kunden, die Wunschliste radikal einzudampfen. «Ich empfehle meinen Klientinnen und Klienten, sich auf die fünf wichtigsten Kriterien zu konzentrieren.»
Dabei gehe es vor allem um gemeinsame Werte, ähnliche Beziehungsziele, einen kompatiblen Lebensstil und die Persönlichkeit.
Augenfarbe, Körpergrösse oder andere äussere Details sagten dagegen wenig darüber aus, ob zwei Menschen langfristig miteinander glücklich werden.
Auch Fotos hält Sachs für tückisch. Wirke jemand darauf ernst, werde schnell angenommen, die Person sei grundsätzlich wenig humorvoll. Dabei sei das Bild bloss eine Momentaufnahme.
Ihr Rat: lieber einmal treffen, bevor jemand wegen eines vermeintlichen Makels aussortiert wird. Das dürfte auch für einen Dialekt gelten.












