Rohingya fordern sichere Rückkehr nach Myanmar
Neun Jahre nach der Vertreibung bleibt die Lage der Rohingya in Bangladesch angespannt. Hunger und fehlende Perspektiven verschärfen die Situation.

Zehntausende Rohingya demonstrierten in Bangladesch für eine sichere Rückkehr in ihre Heimat Myanmar. Dabei machten sie zugleich auf die schwierigen Lebensbedingungen in den Flüchtlingslagern aufmerksam.
Rund 1,2 Millionen Rohingya leben inzwischen in Bangladesch, nachdem sie vor Gewalt aus Myanmar geflohen waren. Die grösste Fluchtbewegung begann am 25. August 2017 nach einer Offensive des myanmarischen Militärs.
Die Protestierenden verlangen Sicherheitsgarantien für eine Rückkehr in den Bundesstaat Rakhine. Wie die «taz» berichtet, fürchten viele Rohingya dort weiterhin Gewalt und verweigerten Grundrechte wie die Staatsbürgerschaft.
Rohingya bleiben auf Hilfe angewiesen
In den Camps bei Cox’s Bazar dürfen die Flüchtlinge meist nicht offiziell arbeiten und sind deshalb auf internationale Unterstützung angewiesen. Gleichzeitig verschlechtern sinkende Hilfsleistungen die Versorgungslage und verstärken die Perspektivlosigkeit.
Die Vereinten Nationen fordern deshalb mehr internationale Unterstützung für die betroffene Bevölkerung. Laut «SABA» verlangt UN-Flüchtlingskommissar Barham Salih Bedingungen für eine freiwillige, sichere und würdige Rückkehr.
Auch UN-Generalsekretär António Guterres drängt auf verstärkte internationale Massnahmen zur Bewältigung der Rohingya-Krise. Nach UN-Angaben sind Menschen weiterhin Tötungen, Bewegungseinschränkungen, Zwangsrekrutierungen und sexueller Gewalt ausgesetzt.
Hunger bedroht hunderttausende Rohingya
Besonders dramatisch entwickelt sich die Ernährungssituation in den überfüllten Camps im Südosten Bangladeschs. Save the Children warnt laut «Spiegel» davor, dass bis Jahresende mehr als ein Drittel akut hungerbedroht sein könnte.

Von der Krise sind besonders Kinder betroffen, die mehr als die Hälfte der rund 1,2 Millionen Flüchtlinge ausmachen. Viele von ihnen sind seit ihrer Geburt in den Camps aufgewachsen und kennen kein anderes Leben.
Neben fehlenden Lebensmitteln erschweren mangelndes sauberes Wasser und fehlende Einkommensmöglichkeiten den Alltag der Familien. Die Entwicklung zeigt, dass die Rohingya-Krise auch neun Jahre nach der Flucht ungelöst bleibt.














