Trump hebt Landminen-Verbot für US-Armee auf

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    In einer höchst umstrittenen Entscheidung hat US-Präsident Donald Trump den Landminen-Bann für die Streitkräfte seines Landes aufgehoben.

    Landminen-Opfer im Jemen
    Landminen-Opfer im Jemen - AFP/Archiv

    Das Wichtigste in Kürze

    • Künftig soll die US-Armee moderne Anti-Personen-Minen einsetzen dürfen.
    • Hilfsorganisationen kritisieren den Entscheid scharf.

    Künftig soll die US-Armee moderne Anti-Personen-Minen einsetzen dürfen, die aus der Ferne deaktiviert werden können und sich nach 30 Tagen selbst zerstören, wie das Weisse Haus am Freitag mitteilte. Opposition und Opferrechtsgruppen kritisierten den Schritt scharf.

    Verbot von Obama eingeführt

    Obama hatte den US-Streitkräften 2014 den Einsatz von Anti-Personen-Minen untersagt und die Zerstörung der Bestände angeordnet. Ausgenommen war die koreanische Halbinsel: An der Grenze zwischen Nordkorea und dem mit den USA verbündeten Südkorea sind zahlreiche Minen platziert. Das Verbot betraf ausserdem nicht Panzerabwehrminen.

    Der zuständige Pentagon-Vertreter Vic Mercado sagte vor Journalisten, die nun zugelassenen Minen seien so programmiert, dass sie sich nach 30 Tagen selbst zerstörten. Zudem könnten sie aus der Ferne binnen zwei Stunden zerstört werden. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Selbstzerstörungsprozess fehlschlage, liege bei sechs zu einer Million, fügte Mercado hinzu.

    US Japan
    Verteidigungsminister Mark Esper spricht während einer Pressekonferenz im Pentagon in Washington. (Archivbild) - Keystone

    Verteidigungsminister Mark Esper betonte, die USA hätten bei der Entscheidung die Sicherheit von Zivilisten berücksichtigt. Jedoch gehörten Landminen zu den «wichtigsten Werkzeugen» der Armee. «Am Ende des Tages wollen wir sicherstellen, dass wir alle Werkzeuge in unserem Werkzeugkasten haben, die legal verfügbar sind und wirksam unseren Erfolg und den Schutz unserer Soldaten, Matrosen, Piloten und Marinesoldaten sicherstellen», sagte Esper.

    Gefahr für Zivilisten

    Widerspruch kam von Opferrechtsgruppen. «Trumps Ankündigung zu Anti-Personen-Minen ist eine Todesstrafe für Zivilisten», erklärte die Organisation Handicap International. Es gebe «Kriegshandlungen, die sich einfach ausserhalb aller Regeln befinden», betonte die Vertreterin der Organisation Anne Hery. «Minen gehören in diese Kategorie».

    USA Landmine
    Die US-Army soll künftig Landminen wieder weltweit einsetzen dürfen. (Symbobild) - Keystone

    Der demokratische US-Abgeordnete Jim McGovern forderte das Pentagon dazu auf, die Entscheidung rückgängig zu machen. Er sei stolz darauf, dass die USA «nicht mehr Verursacher von durch diese willkürliche Waffe ausgelösten Verletzungen und Todesfällen» seien, schrieb McGovern. Die Welt sei dadurch besser geworden.

    Anti-Personen-Minen wurden in Konflikten weltweit eingesetzt und gelten als besonders heimtückische Waffen. Sie können auch Jahre nach Ende eines Konflikts Zivilisten töten oder verstümmeln. Die 1999 in Kraft getretene Ottawa-Konvention zum Verbot von Landminen wurde bislang von mehr als 160 Staaten unterschrieben, nicht aber von Grossmächten wie den USA, Russland und China.

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