Parlament

Montenegro: Parlament wählt pro-westliche Minister ab

Keystone-SDA
Keystone-SDA

Montenegro,

Das Parlament des Nato- und Adria-Landes Montenegro hat die zwei pro-westlichen Minister in der bislang lagerübergreifend zusammengesetzten Regierung abgewählt. Die 41 pro-serbischen Abgeordneten der 81-sitzigen Volksvertretung stimmten in der Nacht zum Samstag für die Entlassung von Aussenminister Ranko Krivokapic und Verteidigungsminister Rasko Konjevic. Ministerpräsident Dritan Abazovic warf den beiden Mitgliedern der pro-westlichen Sozialdemokraten vor, gegen die Interessen der Regierung zu arbeiten.

Wahlplakat in Montenegro
Wahlplakat in Montenegro - AFP

Das Wichtigste in Kürze

  • In Montenegro tobt ein erbitterter Kampf um die Macht.

Das pro-serbische und pro-russische Lager versucht, den pro-westlichen Präsidenten Milo Djukanovic aus dem Amt zu stossen und wegen angeblicher Korruption vor Gericht zu bringen. Djukanovic hatte Montenegro 2006 in die Unabhängigkeit von Serbien und 2017 in die Nato geführt.

Die Regierung von Abazovic ist nur noch geschäftsführend im Amt, nachdem ihr das Parlament im August das Vertrauen entzogen hatte. Der Ministerpräsident ist Chef der öko-liberalen Kleinpartei URA, die ursprünglich als pro-westlich aufgetreten war. Seit er durch einen Koalitionswechsel im April an die Macht gelangte, verfolgt Abazovic jedoch eine pro-serbische Politik.

So unterzeichnete er zum Entsetzen des pro-montenegrinischen Lagers einen Kirchenvertrag mit der von Belgrad gelenkten serbisch-orthodoxen Kirche, die die staatliche Identität Montenegros nicht anerkennt. Zur Ausschreibung von Neuwahlen kam es bislang nicht, weil sich im Parlament dafür keine Mehrheit fand.

Beide Lager blicken nun auf die Kommunalwahlen am Sonntag. Gewählt wird in 14 Gemeinden, darunter der Hauptstadt Podgorica. Danach könnte sich ein Konsens für Neuwahlen, etwa im Januar kommenden Jahres, abzeichnen.

Kommentare

Weiterlesen

srf
863 Interaktionen
«Alarm»
notausgang
57 Interaktionen
Crans-Montana

MEHR IN POLITIK

hormus
9 Interaktionen
Vergeltung
12 Interaktionen
Washington
israel libanon
5 Interaktionen
Hisbollah lehnt ab
Donald Trump
22 Interaktionen
Washington

MEHR PARLAMENT

1 Interaktionen
Chur GR
1 Interaktionen
Chur
5 Interaktionen
Aargau

MEHR AUS MONTENEGRO

Hacker
4 Interaktionen
Aus Iran
16 Interaktionen
Tivat
Friedrich Merz
14 Interaktionen
Tivat
Friedrich Merz
12 Interaktionen
Tivat