Krieg um Hormus – USA und Iran liefern sich Gefechte
Die USA greifen den Iran in der dritten Nacht in Folge an. Teheran attackiert einen Tanker in der Strasse von Hormus – ein Besatzungsmitglied stirbt.

Das US-Militär hat erneut Ziele im Iran bombardiert und dabei Flugabwehrsysteme, Radaranlagen sowie Drohnenstellungen zerstört. Wie das «Handelsblatt» berichtet, wurden erstmals auch schwimmende Drohnen eingesetzt.
Gleichzeitig attackierte der Iran zwei Tanker der Vereinigten Arabischen Emirate mit Marschflugkörpern in der Strasse von Hormus. Dabei wurde laut dem Verteidigungsministerium der Emirate ein indisches Besatzungsmitglied getötet und acht weitere verletzt.
Brände brachen auf beiden Schiffen aus, wurden aber schliesslich unter Kontrolle gebracht. Das Ministerium bezeichnete den Angriff als «schwerwiegenden Verstoss und klaren Bruch des Völkerrechts», wie das «Handelsblatt» zitiert.
Trumps Blockade und Gebührenpläne
US-Präsident Donald Trump kündigte laut dem «Tagesspiegel» in einem Radiointerview an, den Iran erneut «sehr hart» zu treffen. Zugleich verhängte Washington eine neue Seeblockade gegen alle Schiffe, die iranische Häfen ansteuern oder verlassen.
Trump beansprucht für die USA die Rolle als «Hüter der Strasse von Hormus». Er fordert dafür eine Schutzgebühr von 20 Prozent auf alle transportierten Güter, berichtet das «Handelsblatt».
Die UN-Schifffahrtsorganisation IMO wies diese Pläne umgehend zurück. Für eine solche Abgabe gebe es keine rechtliche Grundlage, teilte die Organisation mit.
Deutsche Reeder schlagen Alarm
Der Verband Deutscher Reeder (VDR) zeigt sich besorgt über die neue Eskalation. VDR-Hauptgeschäftsführer Martin Kröger sagte der «WirtschaftsWoche»: «Die erneute Eskalation ist äusserst besorgniserregend.»
Kröger betonte, man erlebe nach Hoffnungen auf Normalisierung «einen deutlichen Rückschlag». Rund 20 Schiffe in deutschem Eigentum oder Management seien mit etwa 400 Seeleuten in der Region unterwegs.
Auch Trumps Gebührenidee lehnt der VDR klar ab. «Kein einzelner Staat sollte den freien Zugang zu einer internationalen Wasserstrasse einseitig von Gebühren abhängig machen.»
Iran und USA tauschen Schläge aus: Europa fordert Waffenruhe
Bundesaussenminister Johann Wadephul forderte den Iran auf, die Angriffe sofort einzustellen. «Der Iran muss das unterlassen», sagte Wadephul laut dem «Handelsblatt» vor Beratungen der EU-Aussenminister in Brüssel.

Deutschland, Frankreich und Grossbritannien verurteilten in einer gemeinsamen Erklärung die iranischen Angriffe auf die Handelsschifffahrt. Zugleich riefen sie USA und Iran zur Rückkehr an den Verhandlungstisch auf.
Unterdessen meldeten Bahrain, Kuwait und Jordanien erneut Raketenbeschuss aus dem Iran. Irans Revolutionsgarden bestätigten die Angriffe als Reaktion auf die jüngsten US-Schläge, berichtet das «Handelsblatt».
















