Christopher Nolan reagiert gelassen auf «Odyssee»-Kritik

    Esada Kunic
    Esada Kunic

    USA,

    Christopher Nolan reagiert gelassen auf heftige Kritik an seiner Homerverfilmung – und erklärt, warum ihn Debatten vor dem Kinostart kaltlassen.

    christopher nolan
    «Die Odyssee» von Christopher Nolan wird heiss diskutiert, noch ehe ein Zuschauer den Film gesehen hat – nun spricht der Regisseur Klartext. - keystone

    Christopher Nolans (55) Adaption von Homers Epos sorgt bereits vor dem Kinostart für ungewöhnlich scharfe Debatten. Wie der «Der Film Journalist» berichtet, hat der Regisseur nun in einem Interview mit dem britischen «Telegraph» Stellung bezogen.

    Nolan erklärte, Urteile über einen noch ungesehenen Film liesse er nicht an sich heran. Er sagte, solche Diskussionen vor dem Kinostart seien stets irrelevant, da noch niemand wisse, was der Film wirklich sei.

    Glaubst du, dass die Kritik an Christopher Nolans «Die Odyssee» berechtigt ist?

    Der Regisseur verwies dabei auf Erfahrungen aus seiner Batman-Trilogie. Als er die Figur übernahm, hätten zahlreiche und teils widersprüchliche Vorstellungen darüber bestanden, wie sie dargestellt werden müsse.

    Christopher Nolan und die Frage nach der Adaption

    Entscheidend sei nicht, alle Erwartungen zu erfüllen, sondern den Stoff aufrichtig aus der eigenen Perspektive zu interpretieren. «Ich kann nur den bestmöglichen Film auf die aufrichtigste Weise machen», sagte Christopher Nolan laut «Der Film Journalist».

    Der grösste Teil der Kritik konzentriert sich auf die Besetzung von Lupita Nyong'o (43) als Helena von Troja. Konservative Kommentatoren werfen Nolan vor, die Rolle aus politischen Gründen mit einer schwarzen Schauspielerin besetzt zu haben, berichtet «Euronews».

    Elon Musk (55) äusserte sich auf X, Nolan habe seine Integrität verloren. Gleichzeitig verbreiteten sich in sozialen Medien verkürzte Aussagen aus Nyong'os Interviews, die als mangelnder Respekt vor der Vorlage interpretiert wurden.

    Kulturkampf trifft auf filmische Einwände

    Gegenüber dem Regisseur selbst hält Christopher Nolan laut «Der Film Journalist» an seiner Besetzungsentscheidung fest. Seiner Erfahrung nach könnten Fans anerkennen, wenn eine Adaption ernsthaft und mit Respekt vor ihrer Vorlage entstanden sei.

    Lupita Christopher Nolan
    Christopher Nolan nimmt Stellung zur Besetzungsdebatte um Lupita Nyong'o. - keystone

    Neben dem Kulturkampf gibt es auch konkrete filmische Einwände: Kritisiert werden die amerikanischen Akzente, die moderne Dialogsprache und die düstere Bildgestaltung. «GameStar» weist darauf hin, dass dies beispielhaft für einen gesellschaftlichen Kulturkampf stehe, der konstruktiven Diskurs erschwere.

    Unterdessen zeigt das Publikumsinteresse ein anderes Bild. Vorstellungen im 70-mm-IMAX-Format waren teils bereits Monate vor dem Kinostart ausverkauft, wie «Der Film Journalist» berichtet.

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    Kommentare

    User #1021 (nicht angemeldet)

    Ich erwarte einen sehr guten Film, dies weil Nolan noch nie enttäuscht hat. Jedoch die Verzerrung der Geschichten und selbst wenn sie mythologischen Ursprungs sind, halte ich schlicht für eine dämliche und auch unnötige Provokation, die nur weiter zur Spaltung beiträgt.

    User #4858 (nicht angemeldet)

    Troja matters? 😂

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