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Indiens Regierung sucht Gespräch mit «Kakerlaken»-Bewegung

Keystone-SDA
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Indien,

Angesichts anhaltender Proteste der «Kakerlaken»-Bewegung in Indien hat die Regierung neue Gespräche angeboten.

Demonstranten in der indischen Hauptstadt skandieren Parolen und tragen Plakate, auf denen sie den Rücktritt des indischen Bildungsministers Pradhan fordern. Foto: Vipin/AP/dpa
Demonstranten in der indischen Hauptstadt skandieren Parolen und tragen Plakate, auf denen sie den Rücktritt des indischen Bildungsministers Pradhan fordern. Foto: Vipin/AP/dpa - Keystone/AP/Vipin

Die Regierung sei bereit, «jederzeit mit unseren jungen Freunden über alle Themen zu diskutieren», sagte der Staatsminister für Wissenschaft, Jitendra Singh, der indischen Nachrichtenagentur ANI. Seine Seite habe entsprechende Vorschläge wiederholt übermittelt. Ihr gehe es nicht «ums Prestige.»

Die junge Protestbewegung, die sich immer mehr im ganzen Land ausbreitet, entwickelt sich nach Einschätzung von Beobachtern zu einer grossen Herausforderung für die Regierung von Premierminister Narendra Modi.

In einer ersten Reaktion zu den Gesprächsvorschlägen sagte ein Sprecher der «Kakerlaken-Volkspartei» (CJP), die Regierung solle mit konkreten Angeboten zu ihnen kommen. Auch müsse sie sagen, bis wann sie Forderungen der CJP erfülle. «Sie (die Regierung) sind mächtige Leute, wir sind einfache Leute, aber im Moment steht die Bevölkerung dieses Landes hinter uns», sagte der Sprecher vor Tausenden Anhängern an einem seit Wochen besetzten Kundgebungsort in Neu-Delhi.

Die CJP fordert unter anderem den Rücktritt von Bildungsminister Dharmendra Pradhan und Reformen im Bildungssystem. Pradhan soll nach ihrer Meinung die politische Verantwortung für einen Skandal um geleakte Dokumente einer Hochschul-Zugangsprüfung übernehmen. Mehr als zwei Millionen Studienanwärter waren davon betroffen.

Modi äusserte sich erstmals öffentlich zu dem Skandal und kündigte zügige Strafverfahren an. Die Regierung habe entschieden, Gerichte für beschleunigte Verfahren einzusetzen, um eine rasche und konsequente Bestrafung derjenigen zu gewährleisten, die in die Weitergabe von Prüfungsunterlagen verwickelt seien, schrieb der Regierungschef des bevölkerungsreichsten Landes der Erde auf X. Nichts sei wichtiger als das Wohlergehen und die Zukunft der Jugend Indiens.

Zuletzt war es in der Hauptstadt bei Protesten zu schweren Zusammenstössen zwischen Anhängern der CJP und der Polizei gekommen. Zahlreiche Menschen wurden dabei auf beiden Seiten verletzt. Dabei setzte die Polizei nach Berichten indischer Sender auch Schlagstöcke und Tränengas ein. Beide Seiten warfen sich gewaltsames Verhalten vor.

Am Montag hatte es trotz der Zusammenstösse Unterredungen zwischen CJP-Vertretern und Gesundheitsminister Jagat Prakash Nadda gegeben. Sie endeten nach Angaben von Teilnehmern jedoch ohne greifbares Ergebnis.

Die CJP wurde im Mai gegründet, nachdem ein Oberster Richter des Landes arbeitslose junge Menschen als «Kakerlaken» bezeichnet hatte. Die CJP beschreibt sich als «satirische politische Bewegung». Sie organisiert sich vor allem im Internet. Später rief sie auch zu Strassenprotesten auf.

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