Angesichts des Konflikts mit Belarus hat Grünen-Chefin Annalena Baerbock ihr Nein zur Pipeline Nord Stream 2 bekräftigt.
Das Ziel der Pipeline in Lubmin unweit von Greifswald
Das Ziel der Pipeline in Lubmin unweit von Greifswald - AFP/Archiv

Das Wichtigste in Kürze

  • Kanzlerkandidatin hält Projekt für «geostrategische Frage».

Im «Bild»-Polittalk sagte die Grünen-Kanzlerkandidatin am Sonntagabend, das System des belarussischen Machthabers Alexander Lukaschenko habe vor allem deshalb Bestand, «weil es unterstützt wird aus dem Kreml heraus». Deshalb sei Nord Stream 2 «eine so zentrale geostrategische Frage».

Leider könne Europa an dieser Stelle gegenwärtig nicht mit einer Stimme sprechen, «weil die Deutschen ausscheren», sagte Baerbock. Sie plädierte für einen «Kurs der Härte und des Dialogs gegenüber Russland». Daher dürfe die Ostsee-Pipeline «nicht vollendet werden».

Die Pipeline soll die Kapazitäten für russische Erdgaslieferungen nach Deutschland deutlich erhöhen. Die Bundesregierung hält an der neun Milliarden Euro teuren Pipeline fest, obwohl es daran auch Kritik von anderen EU-Staaten gibt. Auch die USA sind gegen den Bau und argumentieren, Deutschland und Europa würden sich damit in eine wachsende Abhängigkeit von Russland begeben und dem Gas-Transitland Ukraine schaden.

Belarus ist derzeit unter anderem wegen der erzwungenen Landung eines Passagierflugzeugs in Minsk und der anschliessenden Festnahme des Regierungskritikers Roman Protassewitsch mit Sanktionen belegt.

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