Im Flüchtlingsstreit zwischen Frankreich und Grossbritannien hat die französische Regierung die Aufnahme von Verhandlungen über ein Migrationsabkommen zwischen der Europäischen Union und Grossbritannien gefordert.
Flüchtlinge und Grenzschützer in England
Flüchtlinge und Grenzschützer in England - AFP/Archiv

Das Wichtigste in Kürze

  • Brüssel soll Migrationsabkommen mit London aushandeln.

Dies sei notwendig, da das Thema in der Brexit-Vereinbarung nicht geregelt worden sei, sagte Innenminister Gérald Darmanin am Samstag bei einem Besuch an der französischen Nordseeküste. Demnach werde Frankreich das Thema bei seiner EU-Ratspräsidentschaft ab Januar auf die Agenda setzen.

Der französische Minister forderte die britische Regierung ausserdem auf, «ihr Versprechen einzuhalten» und Mittel zur Bekämpfung von Schleusern an der französischen Küste bereitzustellen. Im Rahmen einer im Juli getroffenen Vereinbarung hatte sich Grossbritannien bereit erklärt, die Grenzsicherung in Frankreich dieses und nächstes Jahr mit 62,7 Millionen Euro zu finanzieren. Britischen Medienberichten zufolge drohte die britische Innenministerin Priti Patel im September aber damit, das Geld angesichts der Rekordzahl von Migranten, die aus Frankreich über den Ärmelkanal kommen, zurückzuhalten.

In den ersten acht Monaten dieses Jahres haben insgesamt 15.400 Menschen versucht, den Ärmelkanal zu überqueren, was einer Statistik der französischen Küstenwache zufolge einen Anstieg von 50 Prozent gegenüber dem gesamten Vorjahr bedeutet. Darmanin zufolge hat die Küstenwache in den vergangenen drei Monaten allerdings knapp zwei Drittel aller gestarteten Boote gestoppt. Zuvor war es demnach nur die Hälfte.

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