EU

EU reagiert auf Deepfake-Skandale mit KI-Verbot

Esada Kunic
Esada Kunic

Belgien,

Der Skandal hat die EU aufgerüttelt: KI-Anwendungen zum Erstellen sexualisierter Deepfakes sollen künftig verboten sein.

deepfake skandal
Ein Skandal um Deepfakes hat die EU-Gesetzgebung ins Rollen gebracht – KI-Anwendungen für sexualisierte Inhalte sollen künftig verboten sein. (Symbolbild) - depositphotos

Der Skandal rund um sexualisierte Deepfakes zwingt die EU zum Handeln – entsprechende KI-Anwendungen sollen künftig verboten sein. Wie der «Tagesspiegel» berichtet, einigten sich Vertreter der Mitgliedstaaten und des Europäischen Parlaments auf eine entsprechende Anpassung des KI-Gesetzes.

Die Einigung wurde von der zyprischen EU-Ratspräsidentschaft bekanntgegeben und muss noch formell vom Plenum und dem Rat bestätigt werden. In der Regel gilt dies laut dem «Tagesspiegel» als blosse Formalie.

Kannst du Deepfake-Videos erkennen?

Das neue Verbot soll explizit auch KI-generierte Darstellungen von sexuellem Kindesmissbrauch einschliessen. Die FDP-Europaabgeordnete Svenja Hahn begrüsste die Einigung mit den Worten: «KI darf kein Werkzeug für sexualisierte Gewalt gegen Kinder sein.»

Skandal um Grok brachte das Thema auf EU-Ebene

Auslöser für die verstärkte Aufmerksamkeit war ein Skandal um den KI-Chatbot Grok des Unternehmens von Elon Musk. Wie die «Tiroler Tageszeitung» berichtet, nutzten Userinnen und User die KI wiederholt, um Frauen in Fotos virtuell zu entkleiden.

An Silvester entschuldigte sich der Chatbot selbst dafür, ein Bild zweier Teenager «in sexualisierten Outfits» erstellt zu haben. Der Vorfall löste laut dem «Tagesspiegel» in Europa eine breite politische Debatte über digitale Gewalt aus.

Ab 2. Dezember 2026 soll das EU-KI-Amt das neue Verbot durchsetzen, wie die «Tiroler Tageszeitung» festhält. Das Amt wurde vor zwei Jahren eigens für solche Aufgaben gegründet.

Verbot zielt auf das Werkzeug, nicht nur die Tat

Das neue Verbot in der KI-Verordnung wechselt die Perspektive, wie die «Stimme» erklärt. Nicht mehr nur die Tat soll bestraft, sondern das Werkzeug selbst verboten werden.

deepfake skandal
Den Skandal um Deepfakes wie auf der Plattform X soll es in der EU künftig nicht mehr geben. (Symbolbild) - keystone

Verhandlungsteilnehmer betonten laut dem «Tagesspiegel», dass das Verbot die Bildbearbeitung nicht übermässig einschränken solle.

Im Gesetz soll daher klar definiert werden, was als sexualisierter Inhalt gilt und was nicht. Nicht-einvernehmliche Bikini-Bilder, die im Skandal um Grok auf X verbreitet wurden, könnten demnach weiterhin erlaubt bleiben.

Kommentare

User #4985 (nicht angemeldet)

KI-Verbot, da kommt mir Sylvie in den Sinn. Sylvie war ein Chatbot Ende der 90er Jahre (Software) und das wurde als "Verbot" bezeichnet (Verbally Enhanced Software Robot). Moderner als Eliza und irgendwie noch cool. Vielleicht kennt das noch jemand.

User #1339 (nicht angemeldet)

Das ist, als wolle man alle Hämmer verbieten, damit keiner ein Messer schmieden kann, damit auch ja keiner abgestochen wird. Abseits der Realität ist das Verbot, dafür ganz im Totalitarismuswahn.

Weiterlesen

Giorgia Meloni KI-Bild Deepfakes
13 Interaktionen
«Gefährlich»
ouh
97 Interaktionen
«Schublade»
Christian Ulmen wird vorgeworfen, Deepfake-Pornos von seiner Frau verbreitet zu haben. Wie sieht eigentlich die Gesetzeslage dazu aus?
152 Interaktionen
Ulmen-Skandal

MEHR IN POLITIK

Marko Kovic
43 Interaktionen
Marko Kovic
5 Interaktionen
Washington
28 Interaktionen
Washington
Gerichtsfall
3 Interaktionen
Auf 70 Jahre

MEHR EU

5 Interaktionen
Bern
82 Interaktionen
Brüssel/Kiew
104 Interaktionen
Kiew
15 Interaktionen
Reykjavík

MEHR AUS BELGIEN

Tortenwerfer
3 Interaktionen
Brüssel
Waldbrand Belgien
2 Interaktionen
Herstal
Feuerwehr Kalterherberg
1 Interaktionen
Hohes Venn