EU

    EU-Parlament sieht noch deutlichen Änderungsbedarf an Gipfel-Kompromiss

    AFP
    AFP

    Belgien,

    Der EU-Gipfel ein 1,8 Billionen Euro schweres Finanzpaket gegen die Folgen der Corona-Krise. Das Europaparlament hat jedoch noch Änderungswünsche.

    david sassoli
    Der Präsident des Europaparlaments, David Sassoli. - POOL/AFP

    Das Wichtigste in Kürze

    • Der EU-Gipfel beschloss ein beispielloses Finanzpaket gegen die Corona-Krise.
    • Das Europaparlament sieht dabei jedoch noch deutlichen Änderungsbedarf.
    • Demnach will das Parlament am Donnerstag eine Resolution mit Wünschen verabschieden.

    Das Europaparlament sieht noch deutlichen Änderungsbedarf am 1,8 Billionen Euro schweren Finanzpaket des EU-Gipfels.

    Parlamentspräsident David Sassoli begrüsste am Mittwoch, dass die Staats- und Regierungschefs den Aufbaufonds gegen die wirtschaftlichen Corona-Folgen vereinbart haben. Auch wurde dafür der Aufnahme gemeinsamer Schulden zugestimmt. Bei den beschlossenen Kürzungen im EU-Haushalt müsse es aber noch Nachbesserungen geben.

    EU-Gipfel vereinbarte Corona-Aufbaufonds

    Die EU-Staats- und Regierungschefs hatten sich am Dienstag bei einem fünf Tage dauernden Gipfeltreffen auf ein beispielloses Finanzpaket geeinigt. Sie beschlossen dabei den Corona-Aufbaufonds im Volumen von 750 Milliarden Euro. Auch der EU-Finanzrahmen für die nächsten sieben Jahre im Umfang von 1074 Milliarden Euro wurde vereinbart.

    EU-Sondergipfel
    Die EU-Staaten haben sich im Kampf gegen die Corona-Wirtschaftskrise auf das grösste Haushalts- und Finanzpaket ihrer Geschichte geeinigt. - dpa

    Das Parlament will am Donnerstag eine Resolution mit Änderungswünschen verabschieden. Es hat zwar eigentlich nur beim Haushalt ein Mitbestimmungsrecht, der Corona-Hilfsfonds ist aber eng mit dem Finanzrahmen verknüpft.

    In einem ersten Entschliessungsentwurf finden sich deshalb auch Forderungen zu beiden Bereichen. Das Parlament werde den Haushaltsbeschluss «nicht akzeptieren» und «keine vollendeten Tatsachen absegnen», heisst es darin. Es wird bedauert, dass die Staats- und Regierungschefs im Haushalt «nationale Interessen» zulasten Europas durchgesetzt hätten.

    Kritik an Einschitte der Gelder für Gesundheit und Forschung

    Kritisiert werden Einschnitte bei Geldern für Gesundheit, Forschung, Bildung, digitalem Wandel und Innovation sowie bei der Asyl- und Migrationspolitik. Auch dass es für Deutschland und andere Länder weiter Rabatte auf ihre EU-Beiträge gebe, wird bemängelt. Dies widerspreche der Parlamentsforderung nach einer Abschaffung der Nachlässe.

    EU
    Mark Rutte (l.-r.), Premierminister der Niederlande, Charles Michel, Präsident des Europäischen Rates, Emmanuel Macron, Präsident von Frankreich, und Ursula von der Leyen, Präsidentin der Europäischen Kommission, nehmen an einem Rundtischgespräch beim EU-Gipfel teil. - dpa

    «Stark bedauern» wollen die Abgeordneten nach dem Entwurf den Kompromiss zur Kürzung von EU-Geldern bei Verstössen gegen die Rechtsstaatlichkeit. Dieser würde für Haushalt und Corona-Fonds gelten. Der Gipfel habe Pläne der EU-Kommission und des Parlaments «bedeutend geschwächt», heisst es.

    Den 750 Milliarden Euro schweren Aufbaufonds begrüsst der Resolutionsentwurf als «historischen Schritt». Sassoli verwies darauf, dass gemeinsame Schulden noch vor wenigen Monaten «ein Tabu» gewesen seien. Es sei «sehr wichtig», dass diese nun beschlossen worden seien. Denn finanziert werden soll der Aufbaufonds durch Kredite, die von der EU-Kommission im Namen der Mitgliedstaaten aufgenommen werden.

    Mehr zum Thema:

    Kommentare

    Weiterlesen

    120 Interaktionen
    EU-Gipfel
    EU-Sondergipfel
    44 Interaktionen
    EU-Finanzgipfel
    EU-Gipfel
    15 Interaktionen
    EU-Gipfel nimmt Hürde

    MEHR IN POLITIK

    Papst
    2 Interaktionen
    Schock-Diagnose
    17 Interaktionen
    Washington
    Sanaa/Riad
    Abbas Araghtschi Iran Konflikt
    4 Interaktionen
    Teheran

    MEHR EU

    Polizei
    15 Interaktionen
    EU-Zusammenarbeit
    Friedrich Merz
    15 Interaktionen
    Brüssel
    Friedrich Merz
    12 Interaktionen
    Brüssel
    EU
    6 Interaktionen
    EU-Haushaltszoff

    MEHR AUS BELGIEN

    Brüssel
    3 Interaktionen
    Brüssel
    ai Anthropic
    3 Interaktionen
    Brüssel
    19 Interaktionen
    Brüssel
    Ursula von der Leyen
    38 Interaktionen
    Brüssel