Sachsen und Thüringen bereiten die Verlegung von Corona-Intensivpatienten vor.
Corona-Intensivstation in Stuttgart
Corona-Intensivstation in Stuttgart - AFP/Archiv

Das Wichtigste in Kürze

  • Vorbereitungen in Thüringen - Norddeutschland nimmt zehn Patienten auf.

Sachsen habe bereits 16 Patienten für die Verlegung angemeldet, für Donnerstag seien die ersten Patientenverlegungen geplant, sagte Landesgesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) in Dresden. Auch Thüringen bereitet die Verlegung von 14 Intensivpatienten nach Norddeutschland vor. Die norddeutschen Bundesländer werden in den kommenden Tagen laut niedersächsischem Innenministerium zunächst zehn Corona-Patienten aus Ostdeutschland aufnehmen.

Hintergrund ist das sogenannte Kleeblatt-Konzept zur strategischen Verlegung von Intensivpatienten. Bayern und vier weitere Bundesländer hatten vor dem Hintergrund der steigenden Auslastung der Intensivstationen am Dienstag offiziell das Konzept aktiviert. In diesen Tagen soll daher eine grössere Zahl von Patienten aus Bayern, Thüringen, Sachsen, Berlin und Brandenburg in andere Regionen verlegt werden.

Das Verlegungskonzept wurde in der Corona-Pandemie entwickelt, um bei einer hohen regionalen Auslastung der Intensivstationen die Verteilung von Patienten zu erleichtern. Die 16 Bundesländer sind dabei in fünf Gruppen aufgeteilt - die Kleeblätter Nord, Ost, Süd, Südwest und West. Die Länder Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Berlin und Brandenburg gehören zum «Kleeblatt Ost», Bayern bildet das «Kleeblatt Süd».

Im Osten und Süden Deutschlands sind die Sieben-Tage-Inzidenzen bei den Corona-Infektionen derzeit besonders hoch. In Sachsen liegt die Inzidenz aktuell bei knapp 1075 und damit bundesweit am höchsten.

Köpping zufolge sind von den zunächst 16 angemeldeten Corona-Intensivpatienten zehn sofort für die Verlegung geeignet. Weitere 20 Verlegungen pro Woche aus Sachsen seien angemeldet. Jetzt müsse das Bundes-«Kleeblatt» geeignete Kliniken finden. Köpping zufolge gibt es auch Angebote aus dem Ausland, unter anderem aus Italien und Portugal, Corona-Patienten aufzunehmen. Diese Entscheidung obliege aber dem Bund.

Schleswig-Holstein, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Bremen und Niedersachsen werden die Verlegung von zunächst zehn Intensivpatienten aus Ostdeutschland organisieren, wie das niedersächsische Innenministerium am Donnerstag in Hannover mitteilte.

«Es war wichtig, dass wir die Möglichkeit der Verlegungen von auf Intensivbetreuung angewiesenen Patienten schon zu Beginn der Pandemie mit initiiert haben», erklärte der niedersächsische Innenminister Boris Pistorius (SPD). Damit würden die besonders stark von der Pandemie betroffenen Bundesländer unterstützt. Pistorius appellierte noch einmal eindringlich an alle, sich impfen zu lassen.

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