US-Energiefirma löst in Grönland Unmut aus

Keystone-SDA
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Grönland,

Ein texanisches Explorationsunternehmen hat wegen des Transports von Ausrüstung für geplante Bohrarbeiten auf Grönland den Unmut der dortigen Regierung auf sich gezogen. Die bisherige Genehmigung für den Transport sei ausgelaufen und bislang nicht erneuert, hiess es Ende Juli vom grönländischen Energieministerium. Mehrere Medien, darunter der britische «Guardian», legen eine Nähe des Unternehmens zum Umfeld von US-Präsident Donald Trump nahe, der immer wieder mit Verweis auf Sicherheitsinteressen umstrittene Ansprüche auf die Arktisinsel erhob.

Grönland
Ein Foto von Grönland. - keystone

Auch weil bereits eine Verlängerung der Genehmigung beantragt worden sei, sehe man davon ab, dass die Ausrüstung wieder innerhalb Grönlands entlang der Ostküste zurücktransportiert werden müsse, hiess es zwar vom grönländischen Ministerium weiter. Es sprach aber eine Verwarnung an den grönländischen Lizenzinhaber aus und machte klar, dass künftige logistische Massnahmen vorher angemeldet und genehmigt werden müssen.

Die grönländische Firma White Flame Energy A/S hat Explorationsrechte im Jameson-Land-Gebiet – Nunap Qeqqa – auf Ostgrönland, wo grosse Rohstoffvorkommen vermutet werden. Das Becken ist laut britischem Mutterkonzern 80 Mile PLC bislang nicht durch Bohrungen erschlossen. Das Unternehmen in London ist ein Joint Venture mit der noch jungen texanischen Firma Greenland Energy Company eingegangen.

Das Unternehmen mit Sitz in Denver schreibt auf seiner Webseite, dass es perspektivisch nach zwei Bohrungen 70 Prozent der Anteile an dem Projekt bekommen werde. Es konzentriere sich auf die operative Vorbereitung für Bohrungen, Logistik und die übergeordnete Projektkoordination – die Briten hätten die Federführung bei dem Genehmigungsverfahren, hiess es vor Tagen in einer Mitteilung der Texaner an die Aktionäre. Für den Winter 2026/2027 ist demnach eine Explorationsbohrung anvisiert. Welche Genehmigungen bereits eingeholt sind und welche noch ausstehen, blieb unklar.

Grönland geriet in den vergangenen Monaten in die Schlagzeilen, weil US-Präsident Trump Ansprüche auf die grösste Insel der Welt erhob und damit grossen Protest auslöste. Grönland gehört zu Dänemark, hat aber eine Selbstverwaltung und politisch sehr viel Eigenständigkeit. Dänemark machte immer wieder klar, dass Grönland nicht zum Verkauf stehe. Grönland pocht auf die eigene Souveränität.

Trump hatte schon mehrmals offen gedroht, die Kontrolle der strategisch wichtigen Arktisinsel übernehmen zu wollen – und damit nicht nur den Nato-Partner Dänemark brüskiert, sondern auch Zweifel an der Geschlossenheit der Militärallianz Nato geweckt. Seine Begründung: Das zu Dänemark gehörende Territorium sei sonst nicht vor Russland und China sicher – und damit auch nicht die USA. Es gehe um die Sicherheit der Vereinigten Staaten. Ende Dezember 2025 ernannte Trump den Gouverneur des südlichen Bundesstaates Louisiana, Jeff Landry, zum Sondergesandten für Grönland. Das löste auch Empörung aus.

Kommentare

User #2968 (nicht angemeldet)

Arroganz ohne Grenzen. Vorsicht, jetzt will er auch noch Grönland ausbeuten und schleissen. Diesbezüglich und für andere Fälle muss Europa und die Schweiz sich auch militärisch defensiv organisieren.

User #1271 (nicht angemeldet)

Wenn niemand was dagegen unternimmt, machen sie weiter wie USVP...

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