Der frühere US-Präsident Donald Trump hat am Samstag erstmals wieder eine Grosskundgebung abgehalten. Rund 20'000 Menschen nahmen daran teil.
Republikanische Partei
Der ehemalige US-Präsident Donald Trump hat am Samstag erstmals wieder eine Grosskundgebung abgehalten. - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Ex-US-Präsident Donald Trump trat am Samstag erstmals wieder vors Volk.
  • Im Bundesstaat Ohio hielt er eine Rede unter dem Motto «Safe America!».
  • Rund 20'000 Teilnehmer nahmen an der Veranstaltung teil.

Fünf Monate nach dem Ende seiner Amtszeit hat der frühere US-Präsident Donald Trump erstmals wieder eine Grosskundgebung abgehalten.

Der Republikaner trat am Samstagabend (Ortszeit) in Wellington im Bundesstaat Ohio unter dem Motto «Safe America!» – «Rettet Amerika!» oder «Amerika retten!» – vor tausende Anhänger.

Anhänger fordern erneute Amtszeit

In seiner Rede wiederholte er seinen vielfach widerlegten Vorwurf, bei der Präsidentschaftswahl im November habe es Wahlbetrug gegeben. Seinem Nachfolger Joe Biden warf er vor, «unsere Nation vor unseren Augen zu zerstören».

Die Polizei bezifferte die Zahl der Teilnehmer an der Kundgebung auf rund 20'000. Viele von ihnen trugen T-Shirts und Baseball-Kappen mit Aufschriften wie «Trump 2024 – Weil Amerika nie zu grossartig sein kann».

donald trump
Trump bei seiner Rede in Wellington, Ohio. - EPA

Trump hat wiederholt mit einer erneuten Präsidentschaftskandidatur 2024 geflirtet – bislang aber nur Andeutungen gemacht. Trotz Zurufen äusserte sich Trump auch in seiner 90-minütigen Rede nicht eindeutig zu seinen politischen Zukunftsplänen.

Vor seinen jubelnden Anhängern sagte Trump, die Republikaner würden bei den Kongresswahlen 2022 die «radikalen Demokraten» besiegen. 2024 dann solle das Weisse Haus zurückerobert werden. Bidens Regierung sei eine «totale Katastrophe».

Auch seine Vorwürfe gegenüber Deutschland wiederholte Trump. Deutschland zahle Russland «Milliarden Dollar» für die Ostsee-Pipeline Nord-Stream 2, lasse sich aber zugleich von den USA vor Russland schützen. Er «möge» Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), «aber sie ist tough und sie ist smart und sie nutzt die USA aus».

Wahlniederlage nie eingeräumt

Der nach der Kapitol-Erstürmung vom 6. Januar auch in den eigenen Reihen in die Kritik geratene Ex-Präsident festigt seine Macht bei den Republikanern. Dies tat er, indem er loyale Parteifreunde unterstützt und Kritiker offen attackiert.

Trump war nach seiner Wahlniederlage gegen Biden am 20. Januar aus dem Präsidentenamt ausgeschieden. Der 75-Jährige hat seine Wahlniederlage bis heute nicht eingeräumt.

kapitol sturm
US-Kapitol-Angriff vom 6. Januar: Unterstützer von US-Präsident Trump auf dem Gang vor der Senatskammer im Kapitol. Foto: Manuel Balce Ceneta/AP/dpa - dpa-infocom GmbH

Der nach der Kapitol-Erstürmung von Online-Plattformen verbannte Ex-Präsident hat seit dem Ende seiner Amtszeit zwei grössere Reden gehalten. Eine im Februar bei der Konservativen-Konferenz CPAC in Florida und eine Anfang Juni im Bundesstaat North Carolina.

Nun hielt er erstmals wieder eine Grosskundgebung wie bei den Wahlkämpfen 2016 und 2020 ab. Es soll der Auftakt einer ganzen Reihe solcher Veranstaltungen sein. Am kommenden Mittwoch wird Trump zudem mit dem texanischen Gouverneur Greg Abbott die Grenze zu Mexiko besuchen. Ein harter Kurs in der Einwanderungspolitik war eines der Markenzeichen von Trumps Präsidentschaft.

Trump geniesst immer noch Ansehen in der republikanischen Partei

Trump geniesst bei der konservativen Basis nach wie vor grosses Ansehen. «Ich liebe Donald Trump, den besten Präsidenten der Vereinigten Staaten», sagte die 57-jährige Laura Benas am Samstag.

Donald Trump taliban
Donald Trump hält beide Daumen nach oben. - dpa

Sie zeigte sich überzeugt, dass Trump die Wahl vom 3. November gewonnen habe und durch massiven Wahlbetrug um eine zweite Amtszeit gebracht worden sei.

«Die Korruption ist in der US-Regierung so tief verankert, dass ein Nicht-Politiker (Trump) wirklich keine Chance hat», sagte Benas. Sie hoffe, dass Trump 2024 erneut antrete.

Mehr zum Thema:

Angela Merkel Republikaner Korruption Joe Biden Regierung Pipeline Dollar Donald Trump