CDU wirft Özdemir «herablassende Arroganz» vor
Nach der Landtagswahl in Baden-Württemberg attackiert die CDU den Sieger Cem Özdemir mit scharfen Worten und persönlichen Vorwürfen.

Die Südwest-CDU hat den grünen Wahlsieger Cem Özdemir nach der knappen Landtagswahl frontal angegriffen. CDU-Landesgeneralsekretär Tobias Vogt warf Özdemir «herablassende Arroganz» vor, berichtet die Deutsche Presse-Agentur laut der «Zeit».
Der Vorwurf bezieht sich auf Özdemirs Aussagen zum Regierungsanspruch der Grünen nach dem knappen Wahlsieg. Die Grünen erreichten 30,2 Prozent, die CDU 29,7 Prozent – ein Vorsprung von nur 0,5 Prozentpunkten.
Vogt kritisierte den grünen Spitzenkandidaten scharf für dessen klare Haltung zum Ministerpräsidentenamt. «Im Grunde ist es exakt die Verlängerung des fragwürdigen Stils der Grünen im Wahlkampf», sagte Vogt.
CDU bestreitet Gespräche
Özdemir hatte zuvor erklärt, auch bei nur einer Stimme Vorsprung sei klar, wer den Regierungschef stelle, schreibt «Echo24». Der Grünen-Politiker lehnte Vorschläge einer geteilten Amtszeit kategorisch ab und bezeichnete solche Ideen als «Quatsch».
Vogt verwies auf das Jahr 2011, als die Grünen trotz zweitem Platz den Ministerpräsidenten stellten. «2011 haben sie als kleinere Partei, auf dem zweiten Platz, den Ministerpräsidenten gestellt», betonte Vogt.
Zudem bestreitet die CDU, dass bereits Gespräche zwischen den Koalitionspartnern stattgefunden hätten. Es würde «der Fantasie des grünen Spitzenkandidaten» entspringen, sp Vogt.
Eisige Atmosphäre vor Koalitionsverhandlungen
Die Stimmung zwischen Grünen und CDU ist nach der Wahl denkbar frostig geworden. Beide Parteien müssen trotz der Spannungen eine Regierung bilden, da nur diese Koalition eine Mehrheit hat.

Im neuen Landtag verfügen beide Fraktionen über jeweils exakt 56 Mandate, berichtet das «ZDF». Die SPD schaffte mit 5,5 Prozent nur knapp den Einzug ins Parlament.
Die AfD wurde mit 18,8 Prozent drittstärkste Kraft, eine Zusammenarbeit lehnen aber beide Regierungsparteien ab. FDP und Linke scheiterten an der Fünfprozenthürde und ziehen nicht in den Landtag ein.












