Amnesty fordert internationale Schutztruppe im Sudan
Angesichts schwerer Menschenrechtsverletzungen im sudanesischen Bürgerkrieg spricht sich Amnesty International für eine internationale Schutztruppe aus.

Sie müsse unabhängig und ausreichend ausgestattet sein, so die Menschenrechtsorganisation bei der Vorstellung ihres Berichts zu Massakern, Folter und sexueller Gewalt durch Kämpfer der Miliz RSF bei der Eroberung der Stadt Al-Faschir in Nord-Darfur im vergangenen Jahr.
Staaten weltweit sollten Völkerrechtsverbrechen im Sudan nach dem Weltstrafprinzip ahnden, das vorsieht, dass Täter auch in Staaten strafrechtlich verfolgt werden können, ohne dass sie dort begangen wurden.
Der Bericht über Massaker, Folter, sexuelle Versklavung, Vergewaltigungen und ethnische Vertreibungen reiht sich ein in eine Liste ähnlicher Vorwürfe, die bereits in früheren Phasen des seit April 2023 herrschenden Bürgerkriegs in anderen Teilen Darfurs gegen die RSF erhoben worden waren. Aufgrund von Zeugenaussagen und Auswertung von Open Source Quellen wie etwa den über soziale Medien verbreiteten Videos der RSF konnten drei Kommandeure namentlich identifiziert werden.
Der Bericht zu den Vorgängen in Nord-Darfur beruht auf Aussagen von Überlebenden, Ärzten und Helfern. Das in Nairobi vorgestellte Dokument wird zu einem Zeitpunkt veröffentlicht, da Kämpfe zwischen der RSF und der Regierungsarmee SAF eine neue Eskalation durch den verstärkten Einsatz von Drohnen erhalten haben.
Zurzeit ist vor allem die sudanesische Region Kordofan im Zentrum des Landes im Mittelpunkt der Kämpfe. Der Stadt Al-Obeid droht angesichts beginnender Belagerung ein ähnliches Schicksal wie Al-Faschir.
Amnesty beklagt in dem Bericht auch, dass trotz eines seit fast zwei Jahrzehnten bestehenden Waffenembargos des UN-Sicherheitsrats gegen die Darfur-Region in grossem Umfang ausländische Waffen und militärische Ausrüstung in das Bürgerkriegsland einschliesslich Darfur importiert worden seien.
«Das gegenwärtige Ausmass und die Intensität des bewaffneten Konflikts im Sudan sind nur durch externe Akteure möglich, die ihn anheizen, unter anderem durch einen weitgehend ungehinderten Nachschub an Waffen und Ausrüstung», heisst es in dem Bericht, der die Vereinigten Arabischen Emirate als Hauptunterstützer der RSF nennt.














