FAO: Produktion aus Fischerei und Aquakultur erzielt Rekord
Nahrung aus dem Meer, aus Flüssen und Seen, aber auch aus Aquakulturen ist zunehmend gefragt: Der nun veröffentlichte Bericht der Welternährungsorganisation FAO zu Fischerei und Aquakulturen spricht von einem Rekord von 235 Millionen Tonnen, die im Jahr 2024 produziert worden seien.

Diese Zahl setze sich aus 195 Millionen Tonnen Wassertieren und 40 Millionen Tonnen Algen und Meeresalgen zusammen, sagte Manuel Barange, FAO-Direktor für Fischerei und Aquakultur, bei der Vorstellung des Berichts auf einer Konferenz in der kenianischen Hafenstadt Mombasa.
Die weltweite Aquakulturproduktion habe bei tierischen Arten erstmals die symbolische Marke von 100 Millionen Tonnen überschritten, was einem Wachstum von 8,4 Prozent gegenüber dem Stand vor zwei Jahren entspricht, so Barange. Die Fangfischerei verzeichnete mit 92 Millionen Tonnen einen Anstieg von 1,7 Prozent gegenüber 2022. Nahrungsmittel aus dem Meer spielten eine zunehmend wichtige Rolle bei der Ernährung der Menschen, hiess es: Seit 1961 sei das Gesamtangebot an Lebensmitteln aus Wassertieren, Algen ausgenommen, doppelt so schnell gewachsen wie die Weltbevölkerung.
Aquakultur ist vor allem in Asien beheimatet: Dem Bericht zufolge stammen 89 Prozent der gesamten Aquakulturproduktion von Wassertieren von dort, China ist weltweit führend. Dennoch bleibe die Meeresfischerei nach wie vor von entscheidender Bedeutung für die Ernährung und den Lebensunterhalt von Millionen Menschen.
Bei der Nachhaltigkeit der Meeresfischerei gebe es aber weiter Anlass zur Sorge, betonte Barange. Schätzungsweise 62,4 Prozent aller weltweit befischten Bestände würden innerhalb biologisch nachhaltiger Grenzen befischt. Das bedeutet, ihre Populationen bleiben erhalten. Doch fast 38 Prozent der Bestände würden überfischt.
«Wir entnehmen dem Meer zu viel», warnte Barange. Dabei gebe es zahlreiche regionale Unterschiede. So würden mehr als 50 Prozent der Bestände vor der nordwestafrikanischen Küste überfischt. Und während mittlerweile mehr als 90 Prozent aller bedeutenden kommerziellen Thunfischbestände nachhaltig befischt würden, leide insbesondere der Atlantische Lachs unter der Verschlechterung seines Lebensraums, Überfischung und Schwankungen der Umweltbedingungen.
Die Naturschutzorganisation WWF wies darauf hin, dass neben der Überfischung auch die Klimakrise ein wesentlicher Grund für den Rückgang von Fischbeständen sei. Sie könne aktuellen Berechnungen zufolge dazu führen, dass der Fischbestand bis zum Jahr 2100 um bis zu 40 Prozent sinken könnte, hiess es. «Wir schlittern sehenden Auges in eine Katastrophe», sagte WWF-Fischereiexperte Mark Heuer. «Eine Trendwende kann nur gelingen, wenn Politik und Wirtschaft den Ernst der Lage anerkennen und durch drastische Fangbeschränkungen und strenge Kontrollen gegensteuern.»










