Bauer Dario muss 5 Tonnen Alpkäse vor Hitze retten
Auf der Alp Vermii SG wurde es selbst dem Käse zu heiss. Fünf Tonnen mussten in einen Militärbunker. 60 Kühe verliessen die Alp vorzeitig.
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Das Wichtigste in Kürze
- Fünf Tonnen Alpkäse mussten wegen der Hitze in einen Militärbunker.
- Insgesamt 60 Kühe wurden drei Wochen früher als geplant ins Tal gebracht.
- Wegen der Trockenheit entstand rund eine Tonne weniger Käse als üblich.
Die aussergewöhnliche Hitze des Sommers 2026 hat auch für die Bauern auf den Schweizer Alpweiden drastische Folgen. Das zeigt sich auch auf der Alp Vermii im Kanton St. Gallen.
Dort musste Landwirt Dario Kalberer fünf Tonnen Alpkäse notfallmässig ins Tal bringen. Der Grund: Im Käsekeller wurde es schlicht zu warm.
«Durch die warmen Temperaturen über so lange Zeit hat er sich auf fast 20 Grad erwärmt», erzählt der Bauer. Für den Alpkäse ist das zu viel. «Man sagt, 18 Grad ist das absolute Limit für Käse.»
Käse von der Alp in den Militärbunker
Deshalb musste rasch eine neue Lagerstätte gefunden werden. Fündig wurden die Verantwortlichen an einem ungewöhnlichen Ort: Der Käse lagert nun in einem alten Militärbunker. Dort herrschen mit 14,5 Grad ideale Bedingungen.
Die Hitze und Trockenheit haben auch die diesjährige Alpsaison massiv verkürzt. Insgesamt 60 Kühe wurden bereits am 10. August ins Tal getrieben. Der eigentliche Alpabzug wäre erst drei Wochen später geplant gewesen.
«Wir hätten lieber länger hier oben bleiben wollen», sagt Kalberer. Entscheidend sei jedoch, die Tiere gesund nach Hause zu bringen. Das sei wichtiger, als einen grossen Alpabzug zu feiern.
Die Weiden sehen stellenweise zwar noch grün aus. Der Eindruck täuscht jedoch. «Zum Futtern der Kühe, die dann auch Milch geben sollten, reicht das nirgends hin.»
Rund eine Tonne Käse weniger als in einem normalen Jahr
Das schlägt sich direkt in der Produktion nieder. Rund eine Tonne weniger Käse entstand als in einem normalen Jahr. Zusätzlich mussten die Betreiber Diesel und Heu dazukaufen.
Wie gross der finanzielle Schaden ausfällt, kann Kalberer noch nicht abschätzen. Viel hängt davon ab, wie gut sich der Käse im restlichen Jahr verkauft. Klar sei aber: «Es wird sicher kein Topjahr geben finanziell.»
Auch langfristig bereiten die Entwicklungen Sorgen. Die Verantwortlichen prüfen nun eine neue Wasserfassung und eine bessere Kühlung des Käsekellers.
«Wenn es weitere so trockene Sommer gibt, funktioniert die Produktion nicht mehr», warnt der Landwirt.
Darunter würde auch die Natur leiden. Ohne funktionierenden Alpbetrieb würde auch die Biodiversität in den Alpen verloren gehen.











