Aktivist: Indische Regierung geht auf «Kakerlaken»-Bewegung zu
Nach den wochenlangen Protesten der «Kakerlaken»-Bewegung in Indien ist die Regierung nach Angaben eines prominenten Aktivisten zu Zugeständnissen bereit.

Es würden keine Verfahren gegen «friedliche, protestierende Studenten und Jugendliche» eingeleitet, sagte der Bildungsreformer und Klimaaktivist Sonam Wangchuk in einem YouTube-Video, das in einem Krankenhaus aufgenommen wurde. Das hätten ihm Regierungsvertreter versichert. Zuletzt war es bei Protesten in der Hauptstadt Neu-Delhi zu schweren Zusammenstössen zwischen Anhängern der «Kakerlaken-Volkspartei» (CJP) und der Polizei gekommen. Viele Menschen wurden verletzt.
Der 59-jährige Wangchuk, der zu einer Symbolfigur der jungen Protestbewegung wurde, beendete einen Hungerstreik nach 26 Tagen. Die Aktion habe er in Anwesenheit von Regierungsvertretern, darunter Gesundheitsminister Jagat Prakash Nadda, abgebrochen, sagte er.
Auch wurde ihm demnach zugesichert, das Parlament werde über die Frage diskutieren, wer die Verantwortung für das marode Prüfungssystem des Landes übernehmen solle. Über die Kernforderung der CJP nach einem Rücktritt von Bildungsminister Dharmendra Pradhan sagte er nichts.
Der CJP-Gründer Abhijeet Dipke betonte vor Tausenden Anhängern in Neu-Delhi, er werde den seit Wochen besetzten Protestort nicht verlassen, solange Pradhan nicht zurücktrete. Aus Sicht der Demonstranten soll der Minister die politische Verantwortung für einen Skandal um geleakte Dokumente einer Hochschul-Zugangsprüfung übernehmen.
Die CJP wurde im Mai gegründet, nachdem ein Oberster Richter des Landes arbeitslose junge Menschen als «Kakerlaken» bezeichnet hatte. Die CJP beschreibt sich als «satirische politische Bewegung». Sie organisiert sich vor allem im Internet. Später rief sie auch zu Strassenprotesten im ganzen Land auf. Die Regierung hatte zuletzt Gespräche angeboten.














