Wer soll «Arena»-Nachfolger von Brotz werden?
Nach dem angekündigten Abgang des «Arena»-Moderators: Was für eine Nachfolge wünscht sich das Parlament? Einig ist man sich: Die «Arena» muss sich ändern.

Das Wichtigste in Kürze
- Moderator Sandro Brotz verlässt die «SRF Arena» nach sieben Jahren.
- Nau.ch hat im Parlament nachgefragt, was für eine Nachfolge man sich wünschte.
- Einigkeit herrscht, dass der Personal-Wechsel Gelegenheit bietet, das Sendungskonzept zu überdenken.
Es ist kein Skandal, keine Katastrophe und sicher kein Verbrechen, aber trotzdem schlägt die Meldung im Parlament ein: Moderator Sandro Brotz verlässt die «SRF Arena» nach sieben Jahren und geht zum «Blick».
Ab Ende Januar müssen sich die gewählten Volksvertreter an einen neuen, freitäglichen Fragesteller gewöhnen müssen. Doch: Wer Brotz bei der «Arena» nachfolgt, ist noch offen.
SVP-Rutz vertraut auf SRF
Nau.ch hat im Bundeshaus nachgefragt, was ein Arena-Moderator oder eine -Moderatorin können müsste. Und von welchen Personen man sich gerne künftig in der Arena herumdirigieren lassen möchte.
Will SVPler Gregor Rutz grad wieder Gebührengelder kürzen («ohne Brotz kein Stutz») oder bringt sich SP-Nationalrat Ueli Schmezer gleich selbst als Nachfolger ins Spiel?
00:00 / 00:00
Nichts dergleichen. Schmezer hat das Rentenalter erreicht und Rutz hat sich offenbar mit SRF und/oder dessen Chefin versöhnt.
«Diese Entscheidungen überlasse ich vertrauensvoll Susanne Wille», sagt der SRF- und Serafe-Gebühren-Kritiker im Interview. Es sei wohl nicht Aufgabe des Parlaments, Anforderungsprofile zu definieren: «Das muss das SRF machen uns sie müssen schauen, dass es eine gute Diskussionssendung gibt am Freitagabend.»
SP-Badran setzt auf Arena-Rückkehrer
Einen klaren Favoriten hat dafür SP-Nationalrätin und gerngesehener Arena-Gast Jacqueline Badran. «Mein absoluter Liebling wäre der Urs Leuthard. Er kann das wie kein anderer!», schwärmt die Zürcherin.
00:00 / 00:00
Urs Leuthard moderierte die «SRF Arena» in den Nuller-Jahren und leitet aktuell die TV-Bundeshausredaktion. Dass er zurückwechselt, scheint einigermassen unwahrscheinlich.
Müsste sie sich Badran aber nicht dafür einsetzen, dass wieder einmal eine Frau die «SRF Arena» moderiert? «Das ist mir jetzt weniger wichtig. Aber wenn eine Frau, dann hätte ich auch eine absolute Favoritin und das wäre Nathalie Christen.»

Christen hat in den 10er-Jahren für die Arena gearbeitet, aber nicht als Moderatorin. Gegenwärtig ist sie Bundeshausredaktorin und moderiert als solche jeweils die «Elefantenrunde» mit den Parteispitzen an Abstimmungssonntagen sowie andere grössere Live-Sendungen.
Mitte-Pfister will es möglichst unbequem
Lieber keine Namen, dafür aber Anforderungen nennen möchte Mitte-Nationalrat Gerhard Pfister. Es gebe innerhalb von SRF genügend fähige Persönlichkeiten. Als ehemaliger Parteipräsident und deshalb regelmässigem Arena-Gast weiss er aber, was eine gute Moderation auszeichnet.
00:00 / 00:00
«Was Herr Brotz sehr gut gemacht hat: Er war den Politikern manchmal etwas unbequem. Er hat dafür gesorgt, dass sich die Politiker in der Arena nicht allzu wohl gefühlt haben.» Das sei wichtig, denn die Arena lebe von einer kontroversen und kritischen Debatte, so Pfister.
Einigkeit: Die «SRF Arena» muss sich ändern
Obwohl politisch sehr unterschiedlich verortet, finden alle drei Interviewten spontan: Es braucht bei der Arena eine grundlegende Reform.
«Man hat bei der Arena immer kleine Dinge angepasst», sagt etwa Pfister. «Aber vielleicht müsste man es mal zum Anlass nehmen, das ganze Konzept zu überdenken.» Der Moderations-Wechsel biete gerade Gelegenheit dazu. «Ich finde mittlerweile die Länge etwas kritisch, oft zu lang für solche Themen», regt Pfister an.

SVPler Rutz plädiert ebenfalls für eine Entschlackungs-Kur. «Wenn man mit sieben, acht Referenten dort diskutieren will, wird es etwas schwierig. Schwierig ist auch, wenn sich Leute mit ein paar Schlagworten durchmogeln können.»
Rutz wünscht sich ein sendungsfüllendes Duell, pro & contra, «wie früher». So, dass man auch sehe, wer wirklich tiefgründige Argumente habe.
Und auch SPlerin Badran sieht die Gelegenheit für einen Arena-Umbau gekommen. Ihre Stossrichtung: «Dass die Leute danach nicht verwirrter sind als zu Beginn der Sendung. Sondern rauskommen und sagen: Aha!»
Sie würde alles auf das Aha-Erlebnis als Ziel ausrichten.












