«Arena»: SP-Meyer schiesst gegen SVP-Amaudruz
In der «Arena» kritisieren FDP-Mühlemann und Mitte-Bregy die zunehmende Polarisierung. SP-Meyer schiesst gegen Céline Amaudruz.

Das Wichtigste in Kürze
- SVP-Strupler erklärt in der «Arena», weshalb seine Partei gemäss dem Barometer zulegt.
- Mitte-Bregy warnt wegen der zunehmenden Polarisierung vor einem drohenden Stillstand.
- SP-Meyer kritisiert Céline Amaudruz für ihre Hellebarde-Aktion.
In einem Jahr finden die nächsten nationalen Wahlen statt. Gemäss dem SRG-Barometer dürften die Polparteien SVP und SP auf Kosten der politischen Mitte mit FDP und Mitte.
In der «Arena» diskutieren die Spitzen der Parteien über diese Umfrage und über die anstehende Bundesrats-Ersatzwahl im Dezember.

Die SVP dürfte gemäss der Umfrage auf fast 30 Prozent der Stimmen kommen. Für Wahlkampfleiter Manuel Strupler zeigt das Barometer deshalb: «Dass die Schweizer genug haben vom Asyl-Chaos, den hohen Abgaben und der Anbindung, respektive Unterwerfung, an die EU. Deshalb haben wir zugelegt.»
Mattea Meyer, Co-Präsidentin der SP, sagt: «2027 entscheidet sich, ob wir in eine Zukunft gehen, in der sich eine Mehrheit nicht für die Sorgen der Menschen kümmert.» Sie nennt das Klima, die steigenden Kosten für Miete und Krankenkasse sowie der Schutz gewaltbetroffener Frauen.

Als Alternative sieht sie eine «soziale, solidarische und ökologische Schweiz». Sie hoffe, dass sich nicht nur linke Kräfte dafür einsetzten.
Die Mitte von Präsident Philipp Bregy dürfte die grosse Verliererin sein. Er zeigt sich aber optimistisch: «Wir haben noch ein Jahr Zeit.» Und da müsse man gegen die Polarisierung kämpfen.

Denn diese mache es für die Zentrumskräfte schwieriger. Und: «Die Polarisierung kann zu einem Problem werden. Der Schweiz droht ein Stillstand.»
FDP-Mühlemann kritisiert «Abschottung mit Mittelalter-Theater»
Auch Benjamin Mühlemann, Co-Präsident der FDP, kritisiert die zunehmende Polarisierung und das «Geschrei von rechts und links». Die Menschen brauchten Orientierung und Lösungen, nicht «Abschottung mit Mittelalter-Theater oder Umverteilung mit Giesskanne».
Man könne schon von Polarisierung sprechen, erwidert Strupler. «Aber bei uns bekommen die Wähler, was sie bestellen. Wir sind zuverlässig und machen konsequente Politik.»

Bregy kritisiert, dass die SVP bloss an ihren Positionen festhalte und nicht Hand für Lösungen biete. Im Asylbereich beispielsweise sei seine Partei bereit, über konstruktive Lösungen zu verhandeln. Er wirft der SVP «Problembewirtschaftung» vor.
Strupler kontert mit dem Vorwurf, die Mitte passe sich immer der linken Seite an.
Bregy nimmt das gelassen: «Rechts sagt, wir bewegen uns auf links zu. Links sagt, wir bewegen uns auf rechts zu. Das ist ein gutes Zeichen dafür, dass wir in der Mitte sind.»

Bereits am 9. Dezember wählt das Parlament die Nachfolge von Guy Parmelin. Die Genfer Nationalrätin Céline Amaudruz hat offiziell bekannt gegeben, in den Bundesrat einziehen zu wollen. Zahlreiche andere mögliche Kandidaten halten sich noch bedeckt.
SVP-Nationalrat Strupler will sich in der «Arena» zu den einzelnen Kandidaten nicht äussern, es seien persönliche Entscheidungen. Aus seiner Sicht brauche es jemanden, der mitgestalten und die Schweiz voranbringen wolle. Und: «Jemanden, der die SVP-Werte in sich trägt.»
SVP-Strupler: Amaudruz ist gute Kandidatin
Zur Geschlechter-Frage verweist er darauf, dass die SVP schon einmal eine Frau auf einem Bundesrats-Ticket hatte. «Es ist also nicht unser Fehler, dass es noch nie eine SVP-Bundesrätin gab.»
Zu Amaudruz sagt Strupler, dass sie eine sehr gute Kandidatin sei. Ein Leichtgewicht sei sie nicht, schon seit Langem sei sie Teil der Parteileitung.
Mattea Meyer kritisiert die Berichterstattung über Amaudruz. Weil sie kleine Kinder hat, wird darüber diskutiert, ob das mit dem Bundesrats-Amt vereinbar ist. «Bei Männern wird diese Frage schlichtweg nicht debattiert.»
Sie fordert, dass auch Frauen nach den Inhalten bewertet werden. «Und da habe ich bei Amaudruz Fragezeichen.»

Die SP-Co-Präsidentin sagt, dass die Genferin mit einer Hellebarde, also mit einer Waffe in der Hand, auf dem Bundesplatz stand. Sie habe «uns alle als Gefahr bezeichnet». So jemanden wolle sie nicht im Bundesrat.
Und Meyer sagt auch, dass jemand, nur weil sie eine Frau sei, nicht unbedingt für Frauen einstehe. Dabei verweist sie auf Politikerinnen in Italien, Deutschland oder Frankreich. «Es gibt auch Frauen, die das Rad der Zeit für Frauen zurückdrehen.»












