Ueli Maurer präsentiert gleich zwei Apps: Das Covid-Zertifikat des Bundesamts für Informatik steht und soll ab Montag in einer Pilotphase ausgestellt werden.
Die Medienkonferenz mit Bundesrat Ueli Maurer und Dirk Lindemann, Direktor des Bundesamts für Informatik und Telekommunikation BIT.

Das Wichtigste in Kürze

  • Das Covid-Zertifikat wird mit zwei Apps funktionieren: Eine Speicher- und eine Prüf-App.
  • Die Lösung soll zudem mit dem EU-Zertifikat kompatibel sein.
  • Dies sagten Ueli Maurer und Dirk Lindemann, Direktor des BIT, an der Medienkonferenz.

Die Ausstellung der Covid-Zertifikate starte «planmässig» im Juni, meldet der Bundesrat. Dafür hat er eine entsprechende Verordnung heute verabschiedet. Die Schweizer Lösung besteht aus zwei Apps, einer Aufbewahrungs- und einer Prüf-App. Erstere heisst «COVID Certificate App», Letztere «COVID Certificate Check App».

Covid-Zertifikat App
So wird die Covid-Zertifikat App aussehen. Diese wird von Privatpersonen gebraucht, welche geimpft, genesen oder negative getestet sind.
Covid-Zertifikat Papier
Möglich sind auch Covid-Zertifikate in Papierform, für Personen ohne Smartphone.
Covid-Zertifikat Prüf-App
Der QR-Code mit Beweis einer Impfung, einer Genesung oder eines negativen Tests wird dann mit einer Check-App geprüft.

Das Schweizer System sei mit der Lösung der EU kompatibel, so das Eidgenössische Finanzdepartement EFD. Beide Zertifikate könnten gegenseitig anerkennt werden. Vermutlich werde die Schweiz aber vor der EU bereit sein, Zertifikate im grossen Stil auszustellen, sagte Ueli Maurer.

Covid-Zertifikat Ueli Maurer
Bundesrat Ueli Maurer, rechts, spricht an der Seite von Dirk Lindemann, Direktor des Bundesamts für Informatik und Telekommunikation (BIT), links, während einer Medienkonferenz zum Covid-Zertifikat. - Keystone

Die Kantone sind dafür verantwortlich, Aussteller des Zertifikats zu definieren. Mögliche Aussteller wären Test- und Impfzentren, Arztpraxen, Spitäler und Apotheken. Das System des Bundes könne an bestehende IT-Systeme angebunden werden, so zum Beispiel Impf- und Testsysteme.

Daten werden wieder gelöscht

Im Covid-Zertifikat werden folgende Daten für Prüferinnen und Prüfer ersichtlich sein: Name, Vorname, Geburtsdatum und Gültigkeit des Zertifikats. Für die Inhaberin oder den Inhaber wird nebst diesen Daten auch ersichtlich sein, ob das Zertifikat widerrufen wurde. Heisst also, verfällt die Gültigkeit, zeigt es die App an.

Das Erklärvideo des Bundes zum Covid-Zertifikat.

Die Personendaten würden nicht zentral bei der Bundesverwaltung gespeichert, versichert das EFD: «Die für die Signierung des Zertifikates benötigten persönlichen Daten werden vom System des Bundes gelöscht, sobald das Zertifikat generiert und übermittelt wurde.» Bis Ende Juni werde das Zertifikat der breiten Bevölkerung zur Verfügung stehen. Im Verlauf der nächsten Woche würden die Zertifikats-Apps in den App-Stores verfügbar sein, so Dirk Lindemann, BIT-Direktor.

Das Protokoll der Medienkonferenz:

14:45 Zu den Pilot-Kantonen gehört beispielsweise Bern: Die kantonale Regierung wird somit bestimmen müssen, wer Aussteller sein könne. Und somit auch, welche Personen am Pilotprojekt teilnehmen könnten. Die Pilotphase soll zwei Wochen dauern.

14:40 Kantone, welche frühere Schulferien haben, sollen auch früher Covid-Zertifikate erhalten. So sollen Bewohnende auch im EU-Raum in die Ferien. Ueli Maurer ergänzt: «Es stellt sich aber auch die Frage, wann die EU bereit sein wird!»

14:36 Durch technische und organisatorische Massnahmen sollen ungültige Covid-Zertifikate beziehungsweise Missbräuche abgefedert werden. Es werde alles überwacht.

Covid-Zertifikat Coronavirus Maurer
Vizekanzler Andre Simonazzi, Bundesratssprecher, Bundesrat Ueli Maurer, und Dirk Lindemann, Direktor des Bundesamts für Informatik und Telekommunikation (BIT), von links nach rechts, kurz vor einer Medienkonferenz zum Covid-Zertifikat. - Keystone

14:29 Für Personen, welche als einzigen Beweis einer Genesung den Antigen-Test haben, wird eine Reise im Schengen-Raum unmöglich. Aktuell erkrankten Personen empfiehlt Lindemann, sofort einen PCR-Test zu machen, um sich für das Zertifikat zu qualifizieren.

Ueli Maurer trotzdem zweimal geimpft

14:24 Ueli Maurer hat trotzdem zwei Impfdosen erhalten, bestätigt er. Zum Glück: Sonst könnte er kein Zertifikat erhalten.

14:22 Das BIT habe 13 «Findings» nach dem «Public Testing» erhalten, also Fehlermeldungen aus der Bevölkerung. Alle diese seien schon verbessert worden oder würden noch verbessert.

14:20 Die Kantone akzeptierten und seien mit der Lösung zufrieden, sagt Ueli Maurer. Lindemann bekräftigt, die IT-Verantwortlichen seien immer eingebunden worden. Hauptziel sei gewesen, den Aufwand für die Kantone oder das Gesundheitswesen so gering wie möglich zu gestalten.

14:14 Für Geimpfte und Genesene gilt das Zertifikat vorerst während 180 Tagen. Bei Letzteren ab dem 11. Tag nach positivem Testergebnis, bei Ersteren ab der zweiten Impfdosis. Das BIT sei in der Lage, innerhalb von 48 Stunden sieben Millionen Zertifikate auszustellen.

Impfung Coronavirus Covid-Zertifikat
Das Covid-Zertifikat ist für Genesene und Geimpfte 180 Tage gültig. - Keystone

14:12 Personen, die schon vor Ende Juni vollständig geimpft wurden, müssten sich bei ihrem Kanton zur Ausstellung des Zertifikats informieren. Für später geimpfte Personen werde die Ausstellung automatisch erfolgen. Genesene Personen bräuchten ein positiver PCR-Test, um ein Covid-Zertifikat zu erhalten. Antigen-Tests würden als Beweis der Genesung nicht genügen.

14:10 Die «COVID Certificate App» werde im Laufe der nächsten Woche im App- und Play-Store verfügbar sein, so Lindemann. Es sei aber nur in Kombination mit einem amtlichen Ausweis gültig.

Ueli Maurer: «Wir sind gut unterwegs»

14:06 Nun hat Dirk Lindemann, Direktor des BIT, das Wort. Er erklärt das Funktionieren und die technischen Details des Systems mit zwei Apps.

14:05 «Wir sind gut unterwegs», sagt der SVP-Bundesrat in Bezug auf den internationalen Vergleich. Die Nutzung des Zertifikats sei kostenlos und freiwillig, präzisiert Ueli Maurer.

Covid-Zertifikat Lindemann BIT
Dirk Lindemann, Direktor des Bundesamts für Informatik und Telekommunikation (BIT), spricht während der Medienkonferenz zum Covid-Zertifikat. - Keystone

14:03 Das BIT sei für den Auftrag ausgewählt worden, weil der Zeitdruck gross war, so Ueli Maurer. Die Lösung sei in drei Wochen ausgearbeitet worden. Maurer verteidigt auch «sein» BIT: Es gehöre zu den besten Anbietern der Schweiz.

14:00 Bundesrat Ueli Maurer eröffnet die Medienkonferenz. Er erläutert die Verordnung zum Zertifikat sowie das Ziel des Covid-Zertifikats. Die Verordnung regle nicht, so Maurer, wo das Zertifikat im Inland eingesetzt werden könne. Diskussionen hierzu liefen noch.

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