Ständerat

Ständerat lehnt Zusatzrunde zum AKW-Neubauverbot ab

Maja Bojic
Maja Bojic

Bern,

Der Ständerat lehnt eine Verzögerung beim AKW-Neubauverbot ab und weist die Vorlage nicht an den Bundesrat zurück. Nun ist erneut der Nationalrat am Zug.

Thierry Burkart
Thierry Burkart verweist im Namen der Urek-S auf einen geplanten Bericht zu den finanziellen Folgen möglicher neuer AKW in der Schweiz. (Archivbild) - keystone

Der Ständerat hat eine Rückweisung der Vorlage zur Aufhebung des AKW-Neubauverbots abgelehnt, berichtet die «Swissinfo». Damit verzögert sich das parlamentarische Verfahren nicht weiter auf dieser Stufe.

Mit 28 zu 16 Stimmen fiel der Entscheid in der kleinen Kammer relativ deutlich aus, schreibt die «Cash». Der Nationalrat hatte zuvor jedoch knapp für eine Rückweisung votiert.

Soll die Schweiz das Verbot für neue Atomkraftwerke aufheben?

Der Entscheid verlagert die politische Debatte erneut zurück in die grosse Kammer. Dort soll das Geschäft zur Energiepolitik und Atomkraft laut der «Bluewin» nochmals behandelt werden.

Parlamentarischer Schlagabtausch

Thierry Burkart verweist im Namen der Urek-S auf einen geplanten Finanzierungsbericht des Bundesrats. Dieser soll die möglichen Kosten neuer AKW-Projekte bis Ende Jahr systematisch darstellen.

Der Bericht wurde beim Bundesrat in Auftrag gegeben und soll vor einer Volksabstimmung vorliegen. Damit sollen finanzielle Grundlagen der «Swissinfo» zufolge für die energiepolitische Entscheidung transparenter gemacht werden.

Energieminister Albert Rösti betont, dass AKW-Neubauten derzeit nicht prioritär behandelt werden. Im Fokus stehe zunächst die Verlängerung der Laufzeiten bestehender Kernkraftwerke in der Schweiz.

Kontroverse um Energiezukunft

Kritische Stimmen aus SP und Grünen verweisen auf offene Fragen bei Finanzierung und Entsorgung radioaktiver Abfälle. Laut der «Cash» bleibt insbesondere die wirtschaftliche Tragfähigkeit neuer Kernkraftwerke politisch stark umstritten.

Die Rückweisung des Nationalrats könnte das Verfahren erneut verzögern, falls sie bestätigt wird. Die kleine Kammer hat diesen Schritt jedoch vorerst abgelehnt und den Ball zurückgespielt.

Albert Rösti
Albert Rösti betont, dass der Bau neuer Atomkraftwerke derzeit nicht im Vordergrund der Schweizer Energiepolitik steht. (Archivbild) - keystone

Ein Referendum gegen eine mögliche Aufhebung des Bauverbots gilt als wahrscheinlich, wie die «Swissinfo» schreibt. Damit dürfte die energiepolitische Grundsatzfrage rund um neue Atomkraftwerke letztlich vors Stimmvolk gelangen.

Kommentare

User #5976 (nicht angemeldet)

SR Burkhart läuft dem Phantomprojekt-AKW nach, das laut ihm erst in den 40-er Jahren aug dem Tisch sei. Was machen wir denn bus dann? FDP Däumchen drehen?

User #4933 (nicht angemeldet)

AKW-Neubauten kosten den Staat Milliarden, Kapital bleibt über Jahrzehnte gebunden, Unfälle sind nicht versicherbar. Die Atom-Initiative und das Atom-Gesetz des Bundesrats bremsen die Erneuerbaren-Wende aus. Solar und Wind produzieren schon heute 2 bis 4 mal günstiger als AKW. Neue AKW kommen für die Klimawende zu spät, brauchen Milliarden-Subventionen und sind risikoreich. Bundesrat Rösti spricht in den Medien von staatlicher Finanzierung für neue AKW. Sie wollen die Atomenergie möglich machen – eine verfehlte, energiepolitische Kehrtwende auf Kosten der Allgemeinheit. In der Schweiz würden neue AKW gebaut, die sich nicht wesentlich von der heutigen Technologie unterscheiden. Und solche haben wir nach den Lehren aus Fukushima und Tschernobyl aus Sicherheitsgründen für die dicht besiedelte Schweiz explizit ausgeschlossen. Bei den neuartigen Technologien ist unklar, ob sie Marktreife erlangen und wann sie sich im Markt etablieren können.

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