Vorsorge Oberland: Die wichtigste Entscheidung bei der Pensionierung
Die Entscheidung rund um die Vorsorge gehört zu den wichtigsten Fragen vor der Pensionierung. Wer früh plant, kann von mehr Geld und Flexibilität profitieren.

Das Wichtigste in Kürze
- Die Wahl zwischen Rente und Kapital kann nach der Pensionierung nicht mehr geändert werden.
- Die Schweizer Pensionskassen verwalteten 2025 rund 1100 Milliarden Franken.
- Fachleute raten, die Wahl fünf Jahre vor der Pensionierung zu klären.
Für viele Menschen in der Schweiz zählt die Pensionskasse zu den zentralen Pfeilern der Altersvorsorge. Laut der Zürcher Kantonalbank stehen die Schweizer Pensionskassen derzeit finanziell gut da. Die positiven Entwicklungen an den Börsen haben ihnen im Jahr 2025 hohe Renditen ermöglicht.
Trotz der positiven Entwicklung bleibt die Entscheidung rund um die Pensionierung anspruchsvoll. Soll man sich für die lebenslange Rente entscheiden oder ist der Kapitalauszahlung doch die bessere Option?
In der Schweiz stehen alle einmal vor dieser Frage. Es lohnt sich, sich frühzeitig damit auseinanderzusetzen, um die individuell passende Lösung zu finden. Je nach Lebenssituation kann die eine oder andere Variante deutlich vorteilhafter sein.
Es geht um sehr viel Geld
Die Schweizer Pensionskassen verwalteten 2025 gemäss dem Bundesamt für Statistik (BFS) rund 1100 Milliarden Franken. Im Jahr 2024 wurden insgesamt 33 Milliarden Franken an Pensionskassenrenten ausbezahlt. Davon entfielen rund 17 Milliarden Franken auf Kapitalbezüge.
Gegenüber dem Vorjahr entspricht das einem Anstieg von 14 Prozent. Immer mehr Menschen entscheiden sich dafür, ihr Pensionskassenguthaben als Kapital auszahlen zu lassen.

Für die meisten Menschen geht es dabei um den grössten Teil ihres Vermögens. Entsprechend bedeutend ist dieser Entscheid. Häufig handelt es sich um mehrere Hunderttausend Franken.
Hinzu kommt, dass die gewählte Variante später nicht mehr rückgängig gemacht werden kann. Wer sich einmal entschieden hat, muss mit dieser Wahl bis ans Lebensende leben.
Alles auf einmal, monatlich oder als Kombination beziehen?
Wie das angesparte Kapital aus der Pensionskasse bezogen wird, können Versicherte selbst entscheiden. Zur Auswahl stehen ein einmaliger Kapitalbezug, eine lebenslange Rente oder eine Kombination aus beiden Varianten.
Der Kapitalbezug
Beim vollständigen Kapitalbezug wird das angesparte Vermögen als einmalige Leistung ausbezahlt. Wenn Sie Ihr Vermögen individuell anlegen und nach eigenen Wünschen verwenden möchten, kann der Kapitalbezug eine sinnvolle Wahl sein. Besonders Rentnerinnen und Rentner, die auswandern, entscheiden sich deshalb häufig für den vollständigen Kapitalbezug.
Zudem kann man so sicherstellen, dass ein Restkapital vererbt werden kann.
Die Rente
Entscheidet man sich für die Rente, erhält man bis ans Lebensende eine monatliche Rente ausbezahlt. Wie hoch der monatliche Betrag ausfällt, wird vom Umwandlungssatz festgelegt.
Der Umwandlungssatz zeigt, wie viel Rente man aus dem angesparten Geld pro Jahr bekommt. Je tiefer der Satz ist, desto weniger Geld erhält man später als monatliche Rente. Der Umwandlungssatz sollte deshalb berücksichtigt werden, wenn man entscheiden muss, ob man die Rente oder das Kapital nehmen will.

Wenn man wenig eigenes Vermögen hat, ist die lebenslange Rente oft sicherer. Sie sorgt dafür, dass man jeden Monat Geld bekommt, egal wie alt man wird. Die Rente deckt so das sogenannte Langleberisiko ab. Dieses Risiko beschreibt die Möglichkeit, dass das eigene Geld im Falle eines Kapitalbezugs im hohen Alter nicht mehr ausreicht.
Die Kombination aus beidem
Die Kombination aus beiden Varianten ist bei vielen Menschen beliebt, die sowohl Wert auf Sicherheit als auch auf Flexibilität legen. Personen mit einem hohen angesparten Altersguthaben sichern sich häufig mit dem Rententeil ihren Grundbedarf. Über den zusätzlichen freien Kapitalanteil kann man frei verfügen und selbst entscheiden, wie man diesen einsetzen möchte.
Beschäftigen Sie sich frühzeitig mit Ihrer Vorsorge
Es geht um die persönliche Vorsorge. Deshalb sollte man sich für diesen Entscheid ausreichend Zeit nehmen und die Vor- und Nachteile sorgfältig abwägen. Wichtige Entscheidungsfaktoren sind unter anderem die Familiensituation, der Gesundheitszustand, die Vermögenssituation sowie die persönliche Wohnsituation.

Fachleute empfehlen grundsätzlich, sich mindestens fünf Jahre vor der Pensionierung mit dem Thema zu beschäftigen. So kann das Guthaben fristgerecht und steueroptimiert bezogen werden.













