Filmgesetz

    Filmgesetz: Auflagen für Streaminganbieter in der Schweiz

    Stefan Schönbächler
    Stefan Schönbächler

    Bern,

    Am 15. Mai 2022 stimmte die Schweizer Bevölkerung über das Filmgesetz ab. Mit der «Lex Netflix» sollen neue Auflagen für Streaminganbieter gelten.

    Das Wichtigste in Kürze

    • Am 15. Mai 2022 wurde über das neue Filmgesetz abgestimmt.
    • Diese «Lex Netflix» will Streaminganbietern einige Pflichten auferlegen.
    • Damit soll die Schweizer Filmkultur gestärkt werden.

    Gegen das neue Filmgesetz vom 1. Oktober 2021 wurde das Referendum ergriffen – mit Erfolg. Am 15. Mai 2022 entschied die Bevölkerung in der Schweiz deshalb darüber.

    Die Änderung des Bundesgesetzes über Filmproduktion und Filmkultur wird umgangssprachlich auch «Lex Netflix» genannt.

    Die «Lex Netflix» wurde mit 58 Prozent der Stimmen angenommen. Die Stimmbeteiligung lag bei 40 Prozent.

    Das neue Filmgesetz im Detail

    Das Gesetz will Streaminganbietern eine Umsatzsteuer auferlegen. Auch wird gefordert, dass diese zu mindestens 30 Prozent europäische Inhalte zeigen. Man will damit die Schweizer Filmkultur stärken und Aufträge ins Inland holen. Im Ausland sind solche Regelungen keine Seltenheit.

    Lesen Sie hier alle Informationen rund um das neue Filmgesetz.

    Die Empfehlung des Bundesrats

    Der Bundesrat hat das neue Filmgesetz anhand Beispielen aus dem Ausland entworfen. Ausserdem will er damit eine Lücke schliessen, die durch die Digitalisierung entstanden ist.

    Filmgesetz
    Bundesrat Alain Berset, rechts, spricht an der Seite von Carine Bachmann, Direktorin des Bundesamtes für Kultur, links, während einer Medienkonferenz über das neue Filmgesetz. - keystone

    Grössere Fernsehsender unterliegen schon seit über zehn Jahren solchen Regelungen. Das Schweizer Filmschaffen sowie die Kulturvielfalt liegt dem Bundesrat am Herzen.

    Die Argumente der Befürworter

    Vertreter verschiedener Parteien und Schweizer Filmkulturverbänden setzen sich für ein Ja bei der Abstimmung im Mai ein.

    Filmgesetz
    Mit dem neuen Filmgesetz wollen die Befürworter den Geldabfluss ins Ausland stoppen. - keystone

    Es sei recht, dass ausländische Megakonzerne, die hier ihr Geld verdienen, auch hier Geld investieren. Schweizer Filmschaffende sind aufgrund der sprachlichen Diversität auf Unterstützung angewiesen. Die gestellten Bedingungen seien ausserdem gerecht und massvoll.

    Hier können Sie mehr über die Argumente der Befürworter für das neue Filmgesetz erfahren.

    Die Argumente der Gegnerschaft

    Eine Quote für europäische Filme einzuführen, sei keine Lösung, meint das Nein-Komitee. Es würden lediglich Inhalte wegfallen, die ausserhalb Europas produziert würden. Des Weiteren würde die vierprozentige Umsatzabgabe nur die Kosten für die Konsumenten erhöhen. Das wäre ein erheblicher Eingriff in die Wirtschaftsfreiheit.

    Hier finden Sie alle Argumente der Gegnerschaft.

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