Bundesrat

    Bundesrat Pfister lanciert erste Rüstungspolitische Strategie

    Matthias Bärlocher
    Matthias Bärlocher

    Bern,

    Die Schweizer Rüstungspolitik soll neu ausgerichtet werden. Der Bundesrat will die heimische Rüstungsindustrie stärken und 60 Prozent hier beschaffen.

    Medienkonferenz mit Bundesrat Martin Pfister und Rüstungschef Urs Loher zum neuen Rüstungspolitischen Strategie des Bundes.

    Das Wichtigste in Kürze

    • Der Bundesrat hat erstmals eine Rüstungspolitische Strategie verabschiedet.
    • Gemäss dieser will er unter anderem 60 Prozent der Beschaffungen in der Schweiz tätigen.
    • Ziel ist die Stärkung der Schweizer Rüstungsindustrie und Rüstungstechnik.

    Der Bundesrat reagiert bei der Beschaffung von Rüstungsmaterial auf die veränderte sicherheitspolitische Lage. Zudem will er berücksichtigen, dass die Schweiz im europäischen Umfeld nicht mehr als zuverlässige Rüstungslieferantin betrachtet wird.

    Ziel ist unter anderem, die einheimische Rüstungsindustrie und deren Knowhow zu stärken und zu erhalten. Dazu hat der Bundesrat erstmals eine Rüstungspolitische Strategie verabschiedet.

    60 Prozent «Made in Switzerland»

    «Möglichst 60 Prozent» des Rüstungsbeschaffungsvolumens soll künftig in der Schweiz getätigt werden. Investitionen in sicherheitsrelevante Forschung, Entwicklung und Innovation sollen schrittweise ausgebaut werden. Dazu sei eine verstärkte Zusammenarbeit mit den Schweizer Hochschulen, Startups und KMUs geplant.

    Panzer Schweizer Armee
    Angehörige der Schweizer Armee in einem Radschützenpanzer des Typs Piranha der Firma Mowag in Kreuzlingen TG. - Keystone

    Damit soll nicht nur die technologische Eigenständigkeit der Schweiz in einigen Bereichen gestärkt werden. Sondern auch die Fähigkeit zu internationalen Kooperationen erhöht werden.

    Dies sei wichtig, weil die Schweiz als Nicht-Mitglied der Nato und EU sonst ins Hintertreffen gerate. Die Nachfrage nach Rüstungsgütern sei stark gestiegen, die Schweiz mit ihren kleinen Bestellungen habe aber keine Priorität. Wenn die Schweiz aber selbst Rüstungsgüter und -Dienstleistungen anbieten könne, seien andere Staaten eher bereit, mit uns zu kooperieren.

    Ausbau der internationalen Zusammenarbeit

    Bei Hauptsystemen wie Kampfjets, Kampfpanzern oder der Artillerie werde die Schweiz vom Ausland abhängig bleiben. Zwar soll sich die Schweiz so weit wie möglich selbst schützen und verteidigen können. Sie soll aber auch in der Lage sein, mit anderen Staaten zu kooperieren. Dazu müsse aber das Material der Schweizer Armee mit dem der Nachbarländer identisch oder wenigstens kompatibel sein.

    Martin Pfister Leopard Panzer
    Bundesrat Martin Pfister, vorne, steigt von einem Leopard-2-Panzer herunter, am 26. Mai 2025 auf dem Waffenplatz in Bure JU. Der Leopard 2 ist ein Produkt von KNDS Deutschland. - keystone

    Daher sollen weitere 30 Prozent der Rüstungsbeschaffungen in den Nachbarstaaten und weiteren europäischen Ländern getätigt werden. Dies könne auch durch vermehrte gemeinsame Beschaffungen erreicht werden. Rüstungsbestellungen in den USA seien weiterhin möglich, betont Verteidigungsminister Martin Pfister. Die Prozentzahlen seien Zielgrössen.

    Vertrauen in Schweizer Waffenlieferungen wiederherstellen

    Der Bundesrat knüpft hier gleich an der Diskussion im Parlament an: Damit diese Ziele erreicht werden, brauche es bessere Rahmenbedingungen für Schweizer Kriegsmaterialexporte.

    Ukraine Krieg
    Deutsche Soldaten vor einem Schützenpanzer Marder. Bei der von der Schweiz verweigerten Weitergabe von deutschem Kriegsmaterial an die Ukraine handelt es sich um in der Schweiz hergestellte Munition für diesen Schützenpanzer. (Archivbild) - keystone

    Denn zur Erreichung der Ziele der Rüstungspolitischen Strategie brauche es wieder Vertrauen der europäischen Staaten in die Lieferzuverlässigkeit der Schweiz. Seit den abgelehnten Wiederausfuhren von Schweizer Kriegsmaterial an die Ukraine werde die Schweiz nicht mehr als zuverlässige Partnerin wahrgenommen.

    Das VBS von Bundesrat Martin Pfister erhält nun den Auftrag, die Rüstungspolitische Strategie umzusetzen. Dazu wird aber auch eine Arbeitsgruppe zusammen mit dem EDA, dem EFD und dem WBF gegründet.

    Kommentare

    User #1948 (nicht angemeldet)

    Mowag gehört General Dynamics USA. In der Schweiz ist nichts mehr schweizerisch.

    User #1948 (nicht angemeldet)

    Made in Switzerland = 10x so teuer.

    Weiterlesen

    Thomas Süssli Bunker
    37 Interaktionen
    «Retro-Nostalgie»
    Salzmann Roth
    75 Interaktionen
    «Für Neutralität»
    Panzer Dänemark Ukraine Krieg
    585 Interaktionen
    Wegen Neutralität

    MEHR BUNDESRAT

    UBS
    1 Interaktionen
    Zürich
    bundeshaus
    10 Interaktionen
    Bern
    12 Interaktionen
    Bern
    17 Interaktionen
    Bern/Rom/Brüssel

    MEHR AUS STADT BERN

    Hornissen Balkon Bern
    40 Interaktionen
    Leser staunt
    Auszeichnung winkt
    Fahrzeugfahndung
    3 Interaktionen
    Für Fahrzeugfahndung
    Gaza
    304 Interaktionen
    Neue Gaza-Demo