Regierung stellt sich hinter Wahl-Hochrechnungen
Die bei den Regierungs- und Grossratswahlen Ende März im Kanton Bern erstmals veröffentlichten Hochrechnungen wurden verschiedentlich wegen Ungenauigkeiten kritisiert. Nun hat sich der Regierungsrat hinter die Arbeit des Instituts gfs.bern gestellt.

Die Hochrechnungen stellten keine amtlichen Ergebnisse dar und seien mit gewissen Unsicherheiten behaftet, schreibt der Regierungsrat in einer am Mittwoch veröffentlichten Antwort auf eine grossrätliche Anfrage.
Die Auswertung der Differenzen zwischen Hochrechnungen und Endresultaten zeigen laut Regierungsrat, dass die an das Institut gestellten Qualitätskriterien «weitestgehend erfüllt» worden seien. Dieses habe transparent einen Fehlerbereich ausgewiesen.
Die Regierung spricht von einem erfolgreichen Pilotprojekt. Die Hochrechnungen hätten Parteien, Medienschaffenden und dem interessierten Publikum einen «klaren Mehrwert» geboten. Das habe sich etwa am grossen Publikumsaufmarsch im Rathaus oder den hohen Zugriffszahlen in der Onlinekommunikation und der Resonanz in der Medienberichterstattung gezeigt.
Für den Regierungsrat ist dennoch offen, ob auch bei künftigen Regierungs- und Grossratswahlen Hochrechnungen angeboten werden oder allenfalls lediglich Rohdaten zur Verfügung gestellt werden sollen. Nicht zuletzt hänge dieser Entscheid davon ab, wie sich die jeweilige Ausgangslage der Wahlen präsentiere und ob folglich Hochrechnungen einen tatsächlichen Mehrwert böten.
Bei den Regierungsratswahlen zeichnete sich rasch ein sehr knappes Rennen um den siebten und letzten Sitz ab. Die zweite Hochrechnung habe das falsche Resultat vorhergesagt, hielt Mathematiker und GLP-Grossrat Casimir von Arx in seiner Anfrage fest.
Zudem seien seiner Partei bei den Grossratswahlen grosse Verluste prognostiziert worden, die von Anfang an unplausibel gewesen seien. Dies habe zu Verwirrung und Falschmeldungen geführt. Von Arx sagte bereits am Wahltag aufgrund eigener Berechnungen deutlich weniger dramatische Verluste voraus. Am Ende verlor die GLP nicht vier Sitze, sondern einen.










