Fast 100 sanierungsbedürftige PFAS-Standorte im Kanton Bern
Im Kanton Bern müssen über 550 Standorte neu in den Kataster der belasteten Standorte eingetragen werden, weil sie mit PFAS-Ewigkeitschemikalien verunreinigt sind. Rund ein Sechstel davon dürfte laut aktuellen Schätzungen sanierungsbedürftig sein.

Das sagte Finanzdirektorin Astrid Bärtschi am Mittwoch bei der Beratung des Geschäftsberichts 2025 im Grossen Rat. In der Rechnung fürs vergangene Jahr ist eine Rückstellung von 390 Millionen Franken für PFAS-Sanierungen enthalten, die im Rat Fragen aufwarf.
Die Kostenschätzung basiert laut Bärtschi auf einer Umfrage, welche der Kanton bei den Gemeinden zu den Löschübungsplätzen der Feuerwehren, den Brandfällen und den Feuerwehrdepots durchgeführt hat.
Da der Abfallfonds, über den das Projekt finanziert werden soll, ohnehin einen Negativsaldo aufweist, steht nun die Frage nach der langfristigen Finanzierung im Raum. Bärtschi räumte ein, dass die Summe von 390 Millionen Franken kaum allein über Gebührenerhöhungen gedeckt werden kann.
Sie versicherte dem Parlament jedoch, dass der endgültige politische Entscheid, ob und in welchem Ausmass letztlich Steuergelder fliessen müssen, erst später im Grossen Rat gefällt werde – nämlich dann, wenn das Geld für die Sanierungen tatsächlich benötigt werde.
Die Rückstellung war bei der Präsentation der Rechnung Ende März zunächst unbeachtet geblieben, ehe das Berner Onlinemedium «Hauptstadt» darauf hinwies.
Bärtschi erklärte im Rat, dass die Bedingungen für die Rückstellung klar erfüllt gewesen seien, da die Eintrittswahrscheinlichkeit der Kosten bei über 50 Prozent liege. Ein Zuwarten wäre rechtlich unzulässig gewesen. Die kantonale Finanzkontrolle habe das Vorgehen im Rahmen der Prüfung vollumfänglich gestützt und die Schätzung als nachvollziehbar bestätigt.






