«Arena»

«Arena»: Parteispitzen streiten wegen Iran-Krieg über Neutralität

Simon Binz
Simon Binz

Zürich,

Wie neutral darf – oder muss – die Schweiz im Iran-Krieg bleiben? In der «Arena» lieferten sich die Parteispitzen eine kontroverse Debatte.

Iran-Krieg «Arena»
Er und seine Entscheidungen waren einmal mehr das Thema in der «Arena»: US-Präsident Donald Trump! - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Iran-Krieg bringt die Schweizer Neutralität einmal mehr unter Druck.
  • In der «Arena» stritten die Parteien über Waffenexporte und die Rüstungsindustrie.
  • Bei der Neutralitätsinitiative steht die SVP offenbar einmal mehr allein auf weiter Flur.

Der Iran-Krieg fordert die Schweiz gleich auf mehreren Ebenen, auch in Sachen Neutralität. Nicht genug, dass die Schweiz seit vier Jahrzehnten als «Schutzmacht» die USA gegenüber dem Iran vertritt. Nun stellt sich auch die Frage, ob die USA weiterhin mit Rüstungsgütern beliefert werden darf.

Zudem steht auch noch die Abstimmung über die Neutralitätsinitiative an. Dann dürfte die Schweiz gegenüber kriegsführenden Staaten keine Sanktionen mehr verhängen. Gegen den Iran bestehen aber aktuell solche.

Hätte der Bundesrat die USA sofort als Kriegspartei beurteilen sollen?

Und welche Rolle dürfen die Verhandlungen der Schweiz mit den USA über die Zölle spielen? In der «Arena» gingen zwischen den Vertreterinnen und Vertretern der sechs grossen Parteien die Meinungen weit auseinander.

Bundesrat sieht USA als Kriegspartei an – zu spät?

Bundesbern hat am Freitagnachmittag einen Grundsatzentscheid gefällt. Wie «SRF» berichtete, wird die USA neu als Kriegspartei angesehen. Das hat Konsequenzen: Neue Waffenexportgesuche aus den USA – dem zweitwichtigsten Abnehmer der hiesigen Rüstungsindustrie – müssten künftig wohl abgelehnt werden.

«Arena»
Cédric Wermuth (SP) kritisiert in der «Arena», der Bundesrat habe Waffenexporte in die USA zu lange nicht gestoppt. - Screenshot/SRF

In der «Arena» betonte Mitte-Ständerätin Marianna Binder, dass sie den Entscheid des Bundesrats als «richtig» empfinde. SP-Co-Präsident Cédric Wermuth hingegen, betonte, dass viel zu lange keine Stellung bezogen wurde. «Der Bundesrat hätte die Kriegsmaterialexporte in die USA schon längst stoppen sollen.«

«Arena»
Susanne Vincenz-Stauffacher (FDP) betont in der «Arena» die Bedeutung einer starken Schweizer Rüstungsindustrie. - Screenshot/SRF

Unabhängig vom Entscheid des Bundesrats mahnte FDP-Co-Präsidentin Susanne Vincenz-Stauffacher, dass eine starke Rüstungsindustrie Teil der bewaffneten Neutralität sei. «Wir haben ein Interesse an einer starken Rüstungsindustrie», sagte sie. Nur so könne die Schweiz ihre Verteidigungsfähigkeit sicherstellen.

«Arena»
Jürg Grossen (GLP) fordert in der «Arena» eine international wettbewerbsfähige Schweizer Rüstungsindustrie. - Screenshot/SRF

Ähnlich argumentierte SVP-Präsident Marcel Dettling in der SRF-Sendung. Die Branche produziere Waffen für die Verteidigung der Schweiz und trage damit zum Schutz des Landes bei.

Auch GLP-Präsident Jürg Grossen sieht eine eigene Rüstungsindustrie als Voraussetzung für eine glaubwürdige Armee. Diese müsse international wettbewerbsfähig sein und daher auch exportieren können – «unter Einhaltung bestimmter Regeln».

«Arena»
Michael Töngi (Grüne) warnt in der «Arena» vor einem Imageschaden durch steigende Waffenexporte. - SRF/Screenshot

Ganz anders beurteilte dies Grünen-Vizepräsident Michael Töngi in der «Arena». Wenn die Schweiz Waffenexporte weiter ausbaue, schade das ihrem internationalen Ansehen. Die Sicherheit des Landes hänge von einer «regelbasierten Welt» ab. Nicht davon, «ob wir jetzt noch Milliarden mehr in die Armee reinbuttern».

Alle in der «Arena» gegen die Neutralitätsinitiative – ausser die SVP

Zusätzlich zur aktuellen Lage sorgt die Neutralitätsinitiative für politische Spannungen. Die Vorlage will die «immerwährende und bewaffnete Neutralität» in der Verfassung festschreiben. Zudem dürfte die Schweiz künftig keine Sanktionen gegen kriegsführende Staaten mehr verhängen. Ausser sie wäre dazu durch die UNO verpflichtet.

«Arena»
Marcel Dettling (SVP) verteidigt in der «Arena» die Neutralitätsinitiative und fordert eine klare Verankerung der Neutralität in der Verfassung. - Screenshot/SRF

Auch in der «Arena» wurde die Initiative, die in der laufenden Frühjahrssession das Parlament beschäftigt, diskutiert. SP-Wermuth warnte vor einem Ja. Er bezeichnete das Vorhaben der SVP als ein «Frontalangriff gegen die Sicherheit, die Stabilität und den Wohlstand der Schweiz».

SVP-Dettling verteidigte das Anliegen seiner Partei und meinte: Je klarer die Neutralität definiert werde, desto besser könne die Schweiz ihre Position gegenüber anderen Staaten erklären. Für Dettling ist die Neutralität schliesslich ein «Schutzgarant, dass man nicht in Konflikte» hineingezogen werde.

«Arena»
Marianne Binder (Mitte) warnt in der «Arena», die Neutralitätsinitiative könnte die Schweiz international isolieren. - Screenshot/SRF

Mitte-Binder meinte, dass sie zur bewaffneten Neutralität stehe, aber die Schweiz eben auch international kooperativ sei. Eine zu strikte Auslegung der Neutralität könnte «uns isolieren und würde uns massiv schaden», entgegnete die Gegnerin der initiative. Wenn die Schweiz keine Sanktionen mehr verhängen dürfe, würde sie sich selbst den Handlungsspielraum nehmen.

Kommentare

User #4847 (nicht angemeldet)

In ca. 20 Jahren wird es die Schweiz in der heutigen Form nicht mehr geben.

User #5509 (nicht angemeldet)

Politiker werden sollte nur dürfen wer Schweizer ohne Doppelpass ist und mindestens 20 Jahre in der Privatwirtschaft gearbeitet hat.

Weiterlesen

Cassis
5 Interaktionen
Bern
Teheran
14 Interaktionen
Nahost-Krieg
donald trump
532 Interaktionen
US-Zölle

MEHR «ARENA»

a
220 Interaktionen
Lehnt Initiative ab
«Arena»
272 Interaktionen
«Arena»
Donald Trump «Arena»
542 Interaktionen
«Arena» zu Trump
a
Crans-Montana

MEHR AUS STADT ZüRICH

fcz
6 Interaktionen
«Es gibt Gründe»
Zürich wohnen
2 Interaktionen
Zürich
1 Interaktionen
Zürich
Schweizer Franken Billet Note
1 Interaktionen
Politik