Historischer Schritt: König Charles legt seine Steuern offen
Im Rahmen des jährlichen Finanzberichts veröffentlicht König Charles erstmals seine private Steuerrechnung. Damit soll die Monarchie modernisiert werden.

Das Wichtigste in Kürze
- König Charles legt im Rahmen des jährlichen Finanzberichts seine Steuern offen.
- Der Schritt sei Teil eines Massnahmenpakets zur Modernisierung der Monarchie, erklärt ein Sprecher.
- Gefällt wurde der Entscheid offenbar vom britschen Monarchen selbst.
König Charles III. (77) wird als erster britischer Monarch seine persönliche Steuerrechnung öffentlich zugänglich machen. Die Angaben zu seinen Steuerzahlungen werden am Donnerstag erstmals als neuer Bestandteil in den jährlich veröffentlichten Finanzbericht des Königshauses aufgenommen.
Wie aus Kreisen des Palasts verlautet, geht dieser Schritt auf einen persönlichen Entscheid des Königs zurück. Mit dieser historischen Neuerung möchte Charles ein klares Signal für eine zeitgemässe Monarchie setzen.
Der Buckingham-Palast spricht von einem umfassenden Modernisierungskurs. Das Königshaus will transparenter werden und stärker Rechenschaft ablegen. Ein absolutes Novum.
Strategie zur Modernisierung
Britische Monarchen sind rechtlich nicht verpflichtet, Einkommens-, Erbschafts- oder Kapitalertragssteuern zu entrichten.
Dennoch entschied sich bereits Queen Elizabeth II. (1926–2022) im Jahr 1993 freiwillig dazu, Einkommen- und Kapitalertragssteuern zu bezahlen. Diese Praxis wurde von Charles später übernommen und fortgeführt.

Ein Sprecher des Buckingham-Palasts erklärt: Die Massnahme ist Teil einer breiteren angelegten Strategie.
Damit sollen die Finanzen des Königshauses für die Öffentlichkeit nachvollziehbarer werden. «Einfach gesagt: Wir modernisieren uns kontinuierlich und entwickeln uns weiter», heisst es laut BBC.
Gleichzeitig wurde bestätigt, dass die Steuerangaben künftig jedes Jahr veröffentlicht werden sollen. Bereits während seiner Zeit als Prinz von Wales hatte Charles regelmässig offengelegt, welche Steuern er bezahlt hatte.
Millionengewinn mit Herzogtum
Veröffentlicht werden die Steuerzahlungen für das Finanzjahr 2024/2025. Erfasst werden die Abgaben auf die Einkünfte des Königs. Dazu zählen Gewinne aus dem Herzogtum Lancaster und Erträge aus privaten Investitionen. Auch Einnahmen aus Sandringham und Balmoral werden berücksichtigt.

Das Herzogtum Lancaster ist die wichtigste private Einnahmequelle des Monarchen. Dazu gehören Ländereien in Nordengland und zahlreiche Immobilien im Zentrum Londons.
Im vergangenen Jahr erwirtschaftete es Gewinne von rund 24 Millionen Pfund (knapp 25,7 Millionen Franken). Erstmals wird nun auch die gesamte Steuerlast veröffentlicht, einschliesslich der Abgaben auf die Erträge des Herzogtums.
Forderung nach Transparenz
Der Vorstoss kommt nicht überraschend. Seit Jahren werden in Grossbritannien Forderungen nach grösserer Offenheit bei den Finanzen des Königshauses laut.
Zusätzlichen Auftrieb erhielten diese Diskussionen durch die Kontroversen um Charles' jüngeren Bruder Andrew Mountbatten-Windsor (66). Auch Politiker hatten wiederholt mehr Transparenz bei den finanziellen Angelegenheiten der Royal Family gefordert.

Die Steuerangaben werden zusammen mit den Informationen zum Sovereign Grant publiziert. Dabei handelt es sich um die jährliche staatliche Finanzierung des Königshauses. Sie deckt unter anderem Personalkosten, Gebäudeunterhalt und offizielle Reisen.
Sämtliche Bereiche der königlichen Finanzen sollen künftig verständlicher und zugänglicher dargestellt werden. Britischen Medien zufolge entspricht dies ausdrücklich dem Wunsch von König Charles.
Schlankere Monarchie
Seit seiner Thronbesteigung im Jahr 2022 hat der 77-Jährige bereits mehrere Reformen angestossen, um die Monarchie schlanker und moderner aufzustellen. So verkleinerte er den Hofstaat und beschränkte die Zahl der offiziell tätigen Royals auf einen engeren Kreis von Familienmitgliedern.

Sichtbar wurde dieser Kurs zuletzt erneut bei der Geburtstagsparade «Trooping the Colour». Während früher über 40 Mitglieder der königlichen Familie auf dem Balkon erschienen, winkten diesmal nur noch 14 der Bevölkerung zu.
















