König Charles macht Steuern öffentlich – Kritik von Experten
König Charles hat im Rahmen des alljährlichen Finanzberichts erstmals seine privaten Steuerzahlungen offengelegt. Experten kritisieren nun fehlende Transparenz.

Das Wichtigste in Kürze
- König Charles veröffentliche im Finanzbericht der britischen Royals seine Steuern.
- Nun wird Kritik laut, Experten bezeichnen die Offenlegung als «höchst undurchsichtig».
- Unter anderem sei unklar, welche Abzüge geltend gemacht wurden, heisst es.
König Charles III. (77) und sein Sohn William (44) haben im jährlichen Finanzbericht der Royals erstmals ihre Steuerzahlungen offengelegt.
Demnach zahlte der britische Monarch seit seiner Thronbesteigung mehr als 30 Millionen Pfund (rund 32,07 Millionen Franken). William musste mehr als 20 Millionen Pfund (etwa 21,2 Millionen Franken) an den Fiskus abführen.
Doch trotz der neuen Offenheit gibt es deutliche Kritik an den Royals. Denn weiterhin ist nicht klar, wie viel sie eingenommen haben.

Dan Neidle von der Denkfabrik Tax Policy Associates bezeichnete die jüngsten Veröffentlichungen als «höchst undurchsichtig». Im Interview mit dem Radiosender BBC 4 sagte er: «Wir wissen nicht, wie viel davon Kapitalertragsteuer und wie viel Einkommensteuer ist.»
Weiter kritisierte Neidle: «Vor allem wissen wir nicht, welche abzugsfähigen Ausgaben er geltend gemacht hat, um das zu versteuernde Einkommen zu ermitteln.»
Forderung nach Senkung der Kosten für Steuerzahler
Auch Atul Shah, Professor für forensische Buchführung, beklagte im Gespräch mit dem Sender Sky News mangelnde Transparenz. «Wir haben definitiv keine Ahnung vom Gesamtbild des Vermögens des Königs und der Königsfamilie.»
Es gebe lediglich Anzeichen auf ein umfangreiches und erhebliches Anlageportfolio, so der Experte.
Mehr Offenheit darüber könne das Vertrauen der Menschen stärken, so Shah weiter. Die bisherige Veröffentlichung bezeichnete er jedoch als «partiell, unvollständig und selektiv».

Dem früheren Innenstaatssekretär von den Liberaldemokraten und Royal-Kritiker, Norman Baker, zufolge zeigen die veröffentlichten Zahlen vor allem, dass das Einkommen der Royals enorm sei.
Warum sie dem Steuerzahler trotzdem so teuer zu stehen kämen, müsse aufgeklärt werden. «Wenn Charles und auch William davon sprechen, die Monarchie zu verschlanken, wollen wir, dass die Kosten gesenkt werden. Und nicht nur weniger Leute auf dem Balkon des Buckingham-Palasts stehen», sagte er der BBC zufolge.
Portfolio aus Landbesitz, Immobilien und Investitionen
Die Finanzen der Royals gerieten vor kurzem erst in die Schlagzeilen. Ein Bericht des britischen Rechnungshofs offenbarte, dass Charles' Bruder, Ex-Prinz Andrew Mountbatten-Windsor (66) zwar für sein luxuriöses Anwesen Royal Lodge selbst nur eine symbolische Miete zahlte, aber Geld durch Untervermietungen einnahm.
Andrew war wegen seiner Verwicklung in den Missbrauchsskandal um den verstorbenen US-Multimillionär Jeffrey Epstein in Verruf geraten. Das Anwesen auf dem Gelände von Schloss Windsor musste er inzwischen räumen.

Die Miete für seine Töchter Prinzessin Beatrice (37) und Prinzessin Eugenie (36) in royalen Anwesen zahlt der König. Dies, obwohl die beiden keine royalen Aufgaben wahrnehmen.
Zu den privaten Einkommensquellen des Königs gehören unter anderem Erträge aus Investitionen und Einnahmen aus seinen privaten Anwesen wie Balmoral in Schottland.
Auch das Herzogtum Lancaster (Duchy of Lancaster) verschafft dem Monarchen Jahr für Jahr ein Millioneneinkommen. Dabei handelt es sich um ein privates Portfolio aus Landbesitz, Immobilien und Investitionen.
















