Der beliebte Kölner Krimi mal anders: In der Ausgabe «Tatort: Wie alle anderen auch» vom Sonntag wurden einige Rollen durch echte Obdachlose besetzt.
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Sechs Obdachlose besetzten Statistenrollen im Kölner Tatort. - dpa

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Kölner «Tatort» drehte sich am Sonntag um das Leben auf der Strasse.
  • Für die Rollenbesetzung hat sich Regisseurin Nina Wolfrum etwas Besonderes überlegt.
  • Echte Obdachlose erzählten ihre Geschichten.

Der «Tatort: Wie alle anderen auch» spielte am Sonntag in einer aussergewöhnlichen Umgebung: mitten im Kölner Strassenleben. Sechs Obdachlose übernahmen Rollen im beliebten Krimi.

Gemäss «Bild» steckt die Regisseurin Nina Wolfrum (42) hinter der besonderen Rollenbesetzung: «Diese Menschen sind nicht mehr unsichtbar, wenn man sie anspricht. Das wollte ich spürbar machen. So ist der Blickkontakt zum Zuschauer entstanden.»

«Tatort: Wie alle anderen auch»: Die Geschichte von Angelika

Statistin Angelika (64) spricht in einem Interview mit «Bild» über ihr Leben. Eine Trennung, der Verlust ihrer Arbeit und obendrauf noch eine Krankheit waren der Auslöser für Angelikas Obdachlosigkeit. Sie erhält zwar etwas Geld vom Staat, doch eine Wohnung könne sie in Köln nicht finden. Vermieter würden sie ablehnen.

Tatort Köln Obdachlose
«Tatort: Wie alle anderen auch»: Angelika war zusammen mit fünf weiteren Obdachlosen im Kölner Krimi zu sehen. - Screenshot SRF

Mit ihrem verstorbenen Mann hatte sie einen gemeinsamen Sohn: «Zu ihm habe ich keinen Kontakt mehr. Erst als ich alleine war, geriet das alles aus der Bahn

Zurzeit kann sie in einer wegen des Coronavirus geschlossenen Jugendherberge unterkommen. Sie konnte sich allerdings nicht selbst bewundern in der Fernsehsendung. Sie gibt bekannt: «Der Aufenthaltsraum in der Herberge wurde gesperrt und der Fernseher entfernt.»

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