Klunker für 1 Mio. weg: Zoff um Verona Pooth eskaliert
Wegen Verdachts auf Unterversicherung zog Verona Pooth ihren Makler vor Gericht. Noch immer wartet die Moderatorin auf die Restzahlung des Schadenersatzes.

Das Wichtigste in Kürze
- Verona Pooth fordert von ihrer Versicherung die Restzahlung des Schadenersatzes.
- Die Moderatorin behauptet, zum Zeitpunkt des Einbruchs unterversichert gewesen zu sein.
- Vor Gericht kommt es nun vorläufig zu einem aussergerichtlichen Vergleich.
Den 24. Dezember 2021 behält Verona Pooth in dunkler Erinnerung. Spätabends brechen zwei maskierte Männer in ihre Düsseldorfer (D) Villa ein und ergaunern den kompletten Schmuckbestand des TV-Stars.
Bis heute ist die Beute nicht wieder aufgetaucht, weshalb sie nun vor Gericht für Schadenersatz kämpft. «Mein Schmuck war über eine Million Euro wert. Ein Teil des Schadens wurde zwar reguliert. Ein erheblicher Betrag ist jedoch weiterhin offen», erklärt die 57-Jährige der «Bild»-Zeitung.
Das Problem: Ihr früherer Versicherungsmakler Dietmar B. will von einer offenen Forderung nichts wissen. Über zehn Jahre hatte er die Moderatorin betreut.
Nun aber kommt es zum Rechtsstreit zwischen den beiden.

«Ich bin am Boden zerstört und kann es kaum fassen, dass mein Versicherungsmakler sich in dieser schwierigen Situation gegen mich stellt und jegliche Verantwortung von sich weist», erklärt Pooth enttäuscht.
Ihre Darstellung der Ereignisse würde «erheblich» von jener ihrer Versicherung abweichen. «Dadurch droht mir ein erheblicher finanzieller Schaden, was mich zutiefst belastet», betont die zweifache Mutter.
Pooth investierte ganzes Einkommen in Schmuck
Angeblich sei Verona vor dem Diebstahl falsch beraten und dadurch unterversichert worden. «Deswegen wurde mir von der Versicherung nur ein Teil des Wertes meiner Verlustsumme erstattet.» Da ihr damaliger Makler diese Vorwürfe bestreitet, kam es am Montagmorgen zum Gerichtsprozess.

Die Unternehmerin bangt um hohe Summen: «Mir geht es gerade nicht gut. Ich habe über fünfundzwanzig Jahre mein ganzes Geld in Schmuck investiert, das war mein Lebenswerk. Andere kaufen Aktien oder Immobilien, ich habe gezielt hochwertigen Schmuck gekauft. Diamanten, Gold und Markenstücke von Rüschenbeck, Cartier und Rolex. Schmuck verliert nicht an Wert.»
Pooth betont, das besagte Vermögen vollständig selbst erarbeitet zu haben. Sie stamme weder aus einer wohlhabenden Familie, noch habe sie geerbt. Die jahrelange Investition in hochwertigen Schmuck diente der 57-Jährigen auch als persönliche Alters- und Vermögensvorsorge: «Für mich geht es nicht um Luxus, sondern um meine Absicherung.»
Richterin schlägt aussergerichtliche Einigung vor
Um kurz nach 16.00 Uhr folgte ein erstes Update. Nach der knapp zweistündigen Verhandlung vor dem Landgericht Düsseldorf wurde eine aussergerichtliche Einigung vorgeschlagen.
Als ausstehender Schadenersatz nannte Richterin Antonia Roters «ein Drittel der geforderten Summe». Dies bedeutet laut «Bild» ein Betrag von rund 295'000 Euro zuzüglich der bereits gezahlten 650'000 Euro.

Jedoch gebe es für Klägerin Pooth gewisse Risiken, wie die allfällige Verpflichtung zur Beweislast, betonte die Richterin. Ob Verona den gerichtlichen Vorschlag annimmt, kann sie zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen.
«Natürlich bin ich nicht begeistert. Das tut weh, vor allem, weil ich nichts falsch gemacht habe», behauptet die Unternehmerin. «Aber ich möchte das jetzt auch irgendwie mal abschliessen, deshalb werde ich mich mit der Gegenseite über eine Einigung unterhalten. Ich hoffe, dass sie noch etwas höher ausfällt als der Vorschlag.»
Verdacht auf Unterversicherung
Zu dem laufenden Rechtsstreit musste der TV-Star kürzlich einen weiteren Rückschlag verkraften. Ihr Vertrag bei der Helvetia Versicherung sei ihr nach vielen Jahren als treue Kundin vor einigen Monaten gekündigt worden.
«Ich habe meine Beiträge immer bezahlt, und die waren hoch. Trotzdem heisst es heute, ich sei unterversichert gewesen», erklärte sie vor dem Prozess. Die Versicherung habe zwar einen Teil der Schadenssumme pflichtgemäss reguliert. Der verbleibende Betrag werde aufgrund der festgestellten Unterversicherung aber nicht erstattet.
Sollte sich jedoch eine Falschberatung zu dieser Unterversicherung herausstellen, muss Helvetia für den Restbetrag aufkommen. Inwiefern diese Untersuchung Gegenstand der Verhandlung am Montag war, ist nicht bekannt.
Pooth jedenfalls beteuerte vor der Verhandlung ihre Unschuld: «Ich habe nichts falsch gemacht, ich kann jedes Schmuckstück belegen. Mit Quittungen, Zertifikaten und datierten Fotos. Ich sehe mich in dieser Situation tatsächlich als Opfer, wie ich mich sonst nie sehe.»
Denn ihr ist eines ganz besonders wichtig: «Ich kämpfe hier um meine Existenz und hoffe auf Gerechtigkeit.»
















