SRF-Reporterin Achtermann: «Musste wieder vom Gas gehen»
SRF-Korrespondentin Anna-Lisa Achtermann hat einen Rückschlag erlitten. Die Stimmband-OP lag kaum hinter ihr, da rächte sich ein zu früher Arbeitsbeginn.

Das Wichtigste in Kürze
- Anna-Lisa Achtermann kehrte nach der OP zu früh zurück und überlastete die Stimme erneut.
- Sie ist noch immer nicht zu 100 Prozent arbeitsfähig.
- Kollegen und Kolleginnen stützen sie mit grosser Unterstützung.
- Nächste Woche steht sie für die Walliser Parlamentssession vor der Kamera.
Anna-Lisa Achtermann (32) wollte zu früh wieder zurück. Knapp zwei Monate nach ihrer Stimmband-Operation meldet sich die SRF-Wallis-Korrespondentin mit einer beunruhigenden Nachricht auf Instagram.

Ihre ersten Arbeitstage nach der Rückkehr waren lang und intensiv, mit vielen Live-Schaltungen. «Das hat meine Stimme nicht so gut ausgehalten», erklärt Achtermann in einer Story. Die Folge: Sie musste wieder vom Gas gehen.
Stimme als Kapital
Für eine Journalistin, die vom Sprechen lebt, ist die Situation besonders belastend. «Es entspricht absolut nicht meiner Natur, zu schweigen und einfach still zu sitzen», sagt Achtermann offen. Und doch ist genau das ihr Alltag.
Komplett arbeitsfähig ist sie noch immer nicht. Ihr Job als Wallis-Korrespondentin bedeute Sitzungen, Recherche-Telefonate, Interviews und Live-Einsätze. «Das kann ich einfach noch nicht acht Stunden am Tag machen», sagt sie.
Halben Tag schweigen, abends sprechen
Achtermann hat sich eine ungewöhnliche Strategie erarbeitet. Sie schwieg den halben Tag konsequent, um die Stimmbänder zu schonen. Dies, damit sie abends am Kongress der Jungfreisinnigen in Brig über ihre Arbeit erzählen konnte.

Konkret berichtete sie dort über die Berichterstattung zum Bergsturz von Blatten.
Dass sie das Sprechverbot nicht freiwillig trägt, macht sie in einem einfachen Bild deutlich: Wenn man schweigen darf, sei es schön. Wenn man schweigen muss, sei es «nicht immer einfach».
Grosse Unterstützung im Team
Das alles soll kein Klagen sein, betont Achtermann ausdrücklich. Sie betont, eine riesige Unterstützung von Kolleginnen und Kollegen zu erhalten, was ihr viel bedeutet.
Und die Arbeit wartet bereits wieder. Nächste Woche tagt das Walliser Kantonsparlament, und die Parlamentarierinnen und Parlamentarier äussern sich zum ersten Mal zur Brandkatastrophe in Crans-Montana. Achtermann wird vor Ort sein.
Vom Dauereinsatz ins Spital
Achtermann hatte sich den Polypen an den Stimmbändern im Dauereinsatz nach der Brandkatastrophe in Crans-Montana Anfang Januar geholt.

Kaum jemand war damals häufiger live zugeschaltet als sie. Kurz darauf folgte die Operation, die Trauerfeier musste sie vom Spitalbett aus verfolgen.
Ende Januar meldete sie sich erneut: Die Genesung dauere länger als erhofft, sie müsse «quasi wieder sprechen lernen». Jetzt der nächste Rückschlag..












