700 Betroffene von Crans-Montana wandten sich an Opferhilfeberatung

Keystone-SDA
Keystone-SDA

Sion,

Vier Monate nach der Brandkatastrophe in Crans-Montana werden Opferhilfeberatungsstellen immer noch beansprucht. Bisher betreuten diese Einrichtungen, die kostenlose Hilfe und Beratung anbieten, fast 700 Fälle, davon 400 im Wallis.

Crans-Montana
Die Brandkatastrophe in Crans-Montana ist vier Monate her. - keystone

«Bereits ab dem 2. Januar haben sich die Opfer an uns gewandt, um Unterstützung zu erhalten und sich über ihre Rechte in Bezug auf die verfügbaren rechtlichen, finanziellen und psychologischen Hilfen zu informieren», sagte Sonia Golay, die kantonale Leiterin der Opferhilfeberatungsstellen im Wallis, im Gespräch mit Keystone-SDA.

Auf internationaler Ebene hätten sich mehrere Familien aus Australien, Belgien, Italien und Frankreich erkundigt, um als Zivilpartei auftreten zu können und ganz allgemein zu erfahren, wie ein Verfahren in der Schweiz ablaufe.

Hinzu kämen Fragen im Zusammenhang mit den Transport- und Unterbringungskosten, präzisierte Roland Favre, Leiter des Koordinationsbüros für Sozialleistungen des Kantons Wallis.

Die Beratungsstellen, die bereits am Limit ihrer Kapazitäten waren, konnten ab Januar von zusätzlichen Mitteln profitieren, die vom Walliser Staatsrat bewilligt wurden. «Unser Personalbestand ist von zehn auf 15,4 Vollzeitstellen gestiegen», so Golay. «Wir haben sogar von der interkantonalen Solidarität profitiert, da uns eine Beraterin aus dem Jura mehrere Monate lang zur Seite stand», führte die Leiterin der Walliser Opferhilfeberatungsstellen aus.

Die Mitarbeitenden hätten zugestimmt, ihre Arbeitszeit zu erhöhen, sagte Favre. «Die ersten Auszahlungen von Soforthilfen an die Opfer erfolgten bereits ab dem 9. Januar, da diese für einen Teil der Opfer dringend notwendig waren.» Das Opferhilfegesetz sieht vor, dass diese Soforthilfen unabhängig von der finanziellen Leistungsfähigkeit der potenziellen Begünstigten ausgezahlt werden.

Diese sogenannte Soforthilfe lief Ende März aus. Seit Anfang April wurde sie durch eine längerfristige Hilfe abgelöst, ausser für Opfer, die sich noch im Spital befinden. Die Beratungsstellen übernähmen weiterhin einen Teil der medizinischen und gerichtlichen Kosten sowie die Kosten für Transport und Unterkunft der Opfer oder ihrer Angehörigen.

Konkret begleichen die Beratungsstellen Kosten, die nicht vom Krankenversicherungsgesetz (KVG) gedeckt sind und normalerweise vom Patienten zu tragen sind (Franchise und Selbstbehalt), sowie die Kosten für Notfalltransporte. Sie haben zudem 20 Stunden Anwaltskosten pro Opfer übernommen und werden dies für wirtschaftlich benachteiligte Personen auch weiterhin tun. Die von den Beratungsstellen übernommenen Kosten betreffen auch die Reise- und Unterbringungskosten der Eltern in der Schweiz oder im Ausland.

Seit Januar hat die Beratungsstelle im Wallis den Opfern und ihren Angehörigen finanzielle Hilfe in Höhe von rund 400'000 Franken gewährt. Für das gesamte Jahr 2026 dürften die Leistungen der Walliser Opferhilfezentren die Millionengrenze erreichen.

Insgesamt machen die Fälle im Zusammenhang mit der Brandkatastrophe von Crans-Montana ein Drittel der seit Jahresbeginn von der Walliser Zweigstelle der Schweizer Opferhilfeberatungsstellen eröffneten Fälle (1112) aus.

Mehr zum Thema:

Kommentare

User #2774 (nicht angemeldet)

Wow, 700 Angehörige haben Hilfe gesucht. Waren soviel Menschen auf der Silvesterfeier ?

Weiterlesen

pädo
Fachstelle überrannt
Arbër Bullakaj Gregor Rutz
137 Interaktionen
Demokratie-Initiative

MEHR AUS WALLIS

Wolf Zermatt Skipiste
28 Interaktionen
War auch auf Skipiste
wallis
1 Interaktionen
Sitten VS
bank
61 Interaktionen
Alles verprasst!
Eringerkühe Kämpfe
3 Interaktionen
Eringerkämpfe