Wolf

Wolf streift mitten durch Zermatt – war auch auf Skipiste

Antun Boskovic
Antun Boskovic

Oberwallis,

Am Montagabend wurde ein Wolf mitten in Zermatt VS gesichtet. Der gleiche Wolf soll letzte Woche auf fast 3500 Metern auf einer Skipiste unterwegs gewesen sein.

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Ein Wolf treibt sich auf einer Skipiste auf dem Berg Testa Grigia herum. - Facebook @Christian Pollinger

Das Wichtigste in Kürze

  • Am Montagabend wurde in Zermatt VS ein Wolf in der Nähe eines Hotels fotografiert.
  • Erst letzte Woche streifte ein Wolf auf dem Testa Grigia über eine Skipiste.
  • Laut einem Experten könnte es der gleiche Wolf sein: Männlich und ein- bis zweijährig.

Am Montagabend gab es im Tourismusort Zermatt VS ungewöhnlichen Besuch: Ein Wolf streifte mitten durch das Dorf.

Ein Foto, das auf sozialen Medien geteilt wurde, zeigt das Tier in der Nähe des Hotels «Firefly». Es befindet sich im Bereich der Talstation der Matterhorn-Express-Bahnen.

Erst letzten Donnerstag filmten Berggänger auf dem Berg Testa Grigia ebenfalls einen Wolf – auf fast 3500 Metern Höhe. Der Berg liegt südlich von Zermatt an der Grenze zu Italien.

Auf dem Video ist zu sehen, wie das Raubtier auf einer präparierten Skipiste unterwegs ist. Ein Wolfsexperte erklärt dem «Walliser Boten», dass es sich mutmasslich um das gleiche Exemplar handelt.

Experte: Erwachsener Wolf im Alter von ein bis zwei Jahren

Es dürfte sich um ein erwachsenes, wohlgenährtes, mutmasslich ein- bis zweijähriges Männchen handeln. Das erkenne man am kräftigen Hals und Schädel.

Bereitet es dir Sorgen, wenn Wölfe mitten in Siedlungen auftauchen?

Der Experte erklärt: Wölfe wandern gerne auf festem Untergrund, weil dies weniger Energie kostet. Dazu würden auch präparierte Pisten oder Strassen gehören.

Im Video vom Testa Grigia sei zudem zu sehen, dass der Wolf menschliche Strukturen wie Pistenfahrzeuge kenne.

Trotzdem sei dem Tier eine natürliche Vorsicht anzusehen, weil es den Schwanz einzieht, als sich das Fahrzeug nähert. Dies sei als Zeichen des Respekts zu werten.

Tier bleibt wohl nicht lange

Möglich ist, dass der Wolf aus dem benachbarten Aostatal (I) ins Wallis gekommen ist. Denn einerseits ist aktuell die Zeit, in der junge Wölfe aus ihren Rudeln abwandern. Andererseits wandern gerade in einigen grenznahen Regionen besonders viele Jungtiere ab.

Was heisst das nun für die Zermatter? Laut dem Experten sucht ein Wolf, der um 21.30 Uhr abends durch bewohntes Gebiet zieht, dort keine Nahrung.

Das Mattertal wirke auf ein wanderndes Tier wie den jungen Wolf eher wie ein topografisches Nadelöhr.

Heisst: Das Tier nutzt die Nachtruhe im Dorf, um Hindernisse zu überwinden. Der Wolf befinde sich auf der Suche nach natürlichen Beutetieren. Da wäre ein längerer Aufenthalt im Zentrum eines Dorfes nicht attraktiv und untypisch.

Dorf-Durchquerung ist noch kein Problem

Auch Christophe Darbellay, der für die kantonale Dienststelle für Jagd, Fischerei und Wildtiere zuständige Staatsrat, erklärt gegenüber der Zeitung: Ein Wolf, der nachts durch eine Siedlung streift, sei «per se nichts Ungewöhnliches».

Klar ist aber auch: Wenn sich Wölfe wiederholt in Siedlungen aufhalten, können diese als «auffällig» eingestuft und reguliert werden. Das gelte nicht, wenn ein Tier eine Siedlung lediglich durchquere – sofern es nicht aggressiv ist.

Bist du dafür, Wölfe präventiv zu schiessen?

Darbelley sagt aber: Sollte es für den Menschen gefährlich werden, «werde ich nicht zögern, den Wolf umgehend zum Abschuss freizugeben».

Übrigens: Das gesichtete Tier in der Region Zermatt dürfte kein Einzelfall sein. Die Anzeichen steigen, dass immer mehr Wölfe den Weg aus dem Aostatal ins Mattertal finden.

Darauf deuten weitere Wolfssichtungen hin. Deshalb soll die Wildhut im Mattertal das Monitoring der Bestände der Grossraubtiere verstärken.

Kommentare

User #3264 (nicht angemeldet)

Dä Wolf sit dä sesshaftigkeit es ewigs thema...!....arme choge, kapiert eifach nöd, dass schaaf, rind u.dgl. nöd uf siini spiischarte ghöret...!.siin untergang wohl...

Wolverine

Was man hier so alles liest ist einfach nur lächerlich. Aber an vielen Orten hat man weniger Ahnung von Biologie und Herdenschutz als ich. Das wäre eigentlich zum Fremdschämen , da auch ich zur Gattung Homo sapiens gehöre. Aber zum Glück weiss ich, dass ich intelligenter bin als der Buchstaben WirrWarr der hier zum Teil geschrieben wird. Ich bin absolut nicht gegen eine Regulierung des Wolfes, aber nur selektiv . Zum Beispiel jener in Holland/ Gloria in Deutschland, gehören kompromisslos abgeschossen. Auch solche die nachweislich angefüttert wurden. Aber das würde bedeuten, dass die Verantwortlichen der Abschüsse, auf wissenschaftlich fundierte Meinungen hören müssten von den einzigen richtigen Experten. Aber sie laufen ja in Scharen in dem selbst ernannten „ Experten „ hinterher. Ich frage mich die ganze Zeit, warum viele Förster et al , froh sind um die Anwesenheit von Wolf, Luchs und CO. Der lebendige Wolf hat dort eher Seltenheitswert.

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